Coburg – Rot-weiß gestreifte Absperrbänder ziehen sich durch die Innenstadt. Vom Start am Albertsplatz über Schlossplatz, Oberer Bürglaß, Steinweg, Markt und Kleine Rosengasse legen sie die Runde für die Läuferinnen und Läufer des Sparkassen-NightRuns fest.

Kurz vor 20 Uhr warten 591 Läufer leicht fröstelnd auf den Startschuss zum 4,2-Kilometer-Hobby-Lauf. Das sind zwei Runden. Die Stimmung ist gut – eine Mischung aus Party und Sport. Sparkasse, RunningBros und die Neue Presse haben ein sportliches Großereignis mit insgesamt über 1000 Teilnehmern auf die Beine gestellt, von denen sich Kurzentschlossene noch bis in den Abend hinein anmelden.

Zum historischen Innenstadtambiente gibt es Livemusik an der Strecke: Zwei Sambagruppen trommeln, am Spitaltor spielen Supersonic und am Markt die Curly Buddies. Die Kneipen sind beinahe so voll wie früher beim Fasching oder heute beim Samba-Festival.

„Ich wollte unter 23 Minuten laufen – nach meiner Uhr habe ich es geschafft“, erzählt Bianca Dutzke vom HUK-Coburg-Team, die nach dem Lauf mit ihrem Teamkollegen Matthias Reuschlein noch über die Aussetzer der Rundenzeiten-Anzeige diskutiert. Beide finden die Veranstaltung aber „ganz klasse gemacht“. „Gutes Publikum!“, sagt Reuschlein. Beide trainieren drei, vier Mal die Woche, mit unterschiedlichen Distanzen. „Mein nächster Lauf ist der Colour Run in Nürnberg, mit 30 Leuten ist unser Team dort dabei“, erzählt Dutzke.

Ein sportlich-spaßiges Familienevent hat Birgit Escher mit ihren Kindern Rosalie und Anton. Auch wenn der 15-jährige Anton ganz schön schnauft. „Ich bin eigentlich nicht so der Läufer“, sagt er. Mutter Birgit läuft dagegen schon mal ein, zwei Stunden am Stück.

Vor dem Hauptlauf über 10 500 Meter wird es richtig eng auf dem Albertsplatz. Zu ihrem ersten Lauf überhaupt startet Claudia Krauß aus Trieb (Landkreis Lichtenfels), die eigentlich Mountainbikerin ist. „Meine Tochter hat den Schülerlauf mitgemacht, und da war die Atmosphäre schon ganz toll“, sagt sie. Auf der RadioEINS-Bühne wird derweil der Spendenscheck an die Stiftung für krebskranke Kinder in Coburg übergeben. Zehn Prozent der Startgebühren, aufgerundet von der Sparkasse Coburg-Lichtenfels, haben einen Betrag von 1500 Euro ergeben.
Über 500 Läufer starten kurz nach 21 Uhr in den 10,5-Kilometer-Lauf, vorbei an den stimmungsvoll beleuchteten Schlossplatz-Arkaden und bejubelt von Familien, Freunden und Kollegen. Ordner und Polizisten helfen an neuralgischen Punkten wie an der Ehrenburg, wo sich der normale Straßenverkehr mit dem Weg der Läufer kreuzt. „Das reißt ja überhaupt nicht ab“, stellt ein Helfer fest und vertröstet die auf eine Lücke im Läuferstrom wartenden Autofahrer, von denen einige bereits ein wenig die Augen verdrehen.

Vor der Einmündung der Kleinen Rosengasse warten Fußgänger hinter den ausgebreiteten Armen eines Verkehrspolizisten, um zwischen den Läufern hindurch flitzend ihren Weg fortsetzen zu dürfen. Nach einer knappen Stunde sind die meisten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Ziel angelangt. „56 Minuten!“, strahlt eine Läuferin, verschwitzt, aber glücklich.

128 Helfer des Sportvereins Coburg Locals e.V. waren im Einsatz, um die nächtliche Laufveranstaltung zu einem Erfolg werden zu lassen. Timo Späth von den RunningBros ist am nächsten Vormittag erschöpft, aber sehr zufrieden. Die Resonanz sei sehr gut gewesen, sagt er. Olympiasieger und Schirmherr Dieter Baumann habe ihn nach dem Lauf umarmt und zu einer „unglaublich guten“ Veranstaltung gratuliert, erzählt er. Lediglich eine zwei Zentimeter hohe Kante habe sich am Start als Stolperfalle erwiesen und zu zwei Stürzen geführt. Sonst habe es laut Nachbesprechung mit Ordnungsamt und Polizei bis auf ein abgeschlepptes Auto keinerlei Schwierigkeiten gegeben. Und: Die Rundenzeiten-Anzeige hätte deswegen nicht immer funktioniert, weil das WLan Aussetzer gehabt habe. Die Zeiten seien auf alle Fälle korrekt erfasst worden. Der NightRun werde nach der erfolgreichen Wiederaufnahme nächtlicher Laufveranstaltungen, die es in Coburg vor zehn Jahren zum letzten Mal gegeben hat, im kommenden Jahr auf alle Fälle fortgesetzt, verspricht Timo Späth.