Coburg - Als Vorsitzender Richter Gerhard Amend den ersten Teil des vierten Verhandlungstages im Schützenhausprozess beendet hat, läuft die geschiedene zweite Frau des Angeklagten auf Ulrich S. zu. In ihren Arm eingehakt hat sie eine ältere Dame. "Wer ist denn das?", ruft es aus dem Zuhörerraum. "Das ist die Mutter von Marie", antwortet die Jüngere der beiden. Anschließend scharen sich Ex-Frau, Schwiegermutter und Schwägerin im Innenhof des Landgerichts um Ulrich S. und plauschen mit ihm. Zuvor haben sich Schwiegermutter und Schwiegersohn umarmt. "Die ganze Familie steht hinter meinem Mandanten", wird Verteidiger Dr. Hans-Heinrich Eidt später sagen. Und Gerhard Amend wird den Prozess, den er als Vorsitzender Richter leitet, so bewerten: "Das ist kein Fall, der unter gewöhnlichen Vorzeichen läuft."
Coburg Überraschung im Gerichtssaal
Von Wolfgang Braunschmidt 06.08.2013 - 00:00 Uhr