Meeder - Es gibt Geschichten, die offenbaren sich erst auf den zweiten Blick. Sie handeln von Zufällen, Glücksmomenten, vielleicht aber auch schlichtweg vom Schicksal. Die Lebensgeschichte von Marion Dorn ist so eine. Und sie ist weitgehend unbekannt. Nur enge Vertraute oder Mitschüler von einst wissen um sie. Denn als Marion Dorn 1964 in Wunsiedel das Licht der Welt erblickt, trägt sie einen anderen Namen. Sie ist das Kind einer Türkin, die eigentlich selbst noch fast ein Kind ist. "Meine Mutter war 17, als sie mich bekam", erzählt Dorn, die viel zu wenig von ihrer eigenen Geschichte weiß. Nur so viel ist klar: Ihre Mutter sei damals mit ihrer Familie in den Frankenwald gekommen, weil dort Arbeitskräfte dringend gesucht wurden. Es ist die Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs. Deutschland wirbt im Ausland um Gastarbeiter. Mehr als eine Million kommen. Die meisten von ihnen bleiben. Marion Dorns Mutter jedoch nicht. Zusammen mit ihrer Familie geht sie kurz nach der Geburt zurück in die Türkei - ohne die Tochter.
Coburg Vom Kinderheim ins Glück
Von Steffi Wolf 19.09.2014 - 00:00 Uhr