Coburg Wald bedroht: Klöckner zu Gast in Großheirath

Gertrud Pechmann

Trockenheit und Schädlinge haben den Wald in Oberfranken schwer getroffen. Davon überzeugte sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bei einem Besuch in Großheirath.

Großheirath - Wie geht es dem Wald in der Region? Und was ist angesichts der Schäden durch die Dürre und Schädlinge zu tun? Darüber haben sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), Coburgs Landrat Sebastian Straubel (CSU), der Großheirather Bürgermeister Udo Siegel (CSU), Vertreter von Waldbauernvereinigungen sowie Forst- und Landwirtschaftsbehörden am Donnerstag bei einem Treffen in Großheirath ausgetauscht.

Gut zu wissen

Infolge des Überangebots liegt der Holzpreis derzeit niedrig. Das zeigt sich beim Holzverstrich der Gemeinde Großheirath: "Dieses Jahr haben wir keine zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr erlöst", betont Bürgermeister Udo Siegel. "Borkenkäfer und Dürre fallen hier erschreckend ins Auge. Gleichzeitig haben Land- und Forstwirtschaft in der Gemeinde einen hohen Stellenwert. Wir können jede Hilfe brauchen!" Im Gemeindegebiet gibt es 320 Hektar Wald, davon sind 80 Hektar in Gemeindebesitz.

Eingeladen hatte Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach (CSU). "Die Politik hat die Ernsthaftigkeit der Herausforderung erkannt", versicherte er den Versammelten. "Mir ist bewusst: Zur Neupflanzung klimastabiler Kulturen, der Bekämpfung des Borkenkäfers, der Anlage von Löschteichen und Brandschutzstreifen benötigen wir in den nächsten Jahren sehr viel Geld. Aber dieses Geld ist mit dem Erhalt des Waldes gut angelegt." Die Bundeslandwirtschaftsministerin stieß ins selbe Horn: "Wir werden unsere Klimaschutzziele nicht erreichen, wenn wir nicht aufforsten." Ohne Geld sei das nicht umzusetzen. Dafür müssten Bund und Länder Mittel bereitstellen. Klöckner sprach von insgesamt 1,5 Milliarden Euro Förderung, die etwa für die bundesweite Wiederaufforstung fließen sollen. Einer Prämie für Waldstilllegungen erteilte Klöckner eine Absage.

Die Ministerin plädierte für standortangepasste Baumarten, Waldforschung, die Förderung von Wald-Berufen und für eine Honorierung der CO2-Senkung durch den Wald. Den Waldbesitzern sprach sie Mut zu: "Halten Sie durch - Sie machen das für sich, aber auch für die, die noch nicht geboren sind. Am Ende tragen Sie auch zur Bewahrung der Schöpfung bei."

Noch ein Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Großheirath, und dann machte sich die Ministerin persönlich ein Bild vom Ausmaß der Waldschäden im Landkreis Coburg: Sie besichtigte einen "Borkenkäfer-Hotspot" zwischen Neuses an den Eichen und Watzendorf. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt - und so stand danach die Pflanzung einer "Klöckner-Eiche" in der Nähe der Gemeinde-Eiche von Gossenberg auf dem Programm.

"Nicht nur der Amazonas brennt. Auch Frankens Wälder brennen", brachte Wolfgang Schultheiß, Vorsitzender der Waldbauernvereinigung Coburger Land, die Situation des Waldes auf den Punkt. Die Folgen seien dramatisch und träfen die Bevölkerung empfindlich: "Unsere Wälder können so keine Hitzepuffer mehr sein. Ihre Erholungsfunktion geht verloren", betonte Schultheiß. Außerdem sei der bewirtschaftete Wald zum Verlustgeschäft geworden. Viele kleinere Waldbesitzer stünden deswegen mit dem Rücken zur Wand. Denn die Arbeit und auch die Kosten für das Fällen und Abtransportieren der geschädigten Bäume übersteige ihre Kapazität und ihr Budget. Schultheiß schlug vor, den Waldbauern künftig Prämien für die Klimaleistung ihres Waldes zu zahlen. Schließlich trage der Wald zum Wohle aller dazu bei, Kohlendioxid zu speichern und Sauerstoff abzugeben. Den Besuch der Bundeslandwirtschaftsministerin bewertete Schultheiß positiv. "Nun müssen den Worten noch Taten in Bayern und besonders in Oberfranken folgen", erklärte er. Allerdings vor allem an die Adresse der bayerischen Landwirtschaftsministerin. Denn die meisten Finanzhilfen werden vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium vergeben.

 

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