Coburger Frühlingsfest “Wir sind wieder da!“

Sie haben das Frühlingsfestes organisiert (von links:): Philip Bräutigam, Ralf Pazdera, Terry Fertsch und Christian Hoh. Foto: /Andreas Teodoru

Nach zwei Jahren Corona-Pause darf es in Coburg endlich wieder ein Frühlingsfest geben. Dieses feiert heuer sogar Jubiläum – mit ein paar Wermutstropfen.

Der Frühling 2022 soll den Coburgern in Erinnerung bleiben, zumindest wenn es nach dem Süddeutschen Schaustellerverband geht. Denn die schönste Jahreszeit soll erstmals nach zwei Jahren Pandemie-Pause wieder anständig gefeiert werden, und zwar mit einem ordentlichen Frühlingsfest. Vom 6. bis 15. Mai wird auf dem Coburger Ketschenanger ausgelassen gefeiert, verköstigt und natürlich von verschiedenen Fahrgeschäften herumgewirbelt. „Wir sind wieder da!“, freut sich Ralf Pazdera, Vorsitzender des Süddeutschen Schaustellerverbandes Sektion Coburg, bei der Pressekonferenz am Donnerstag: „Und besonders freuen wir uns darauf, den Kindern wieder eine Freude machen zu können.“

Kinderkarussell und Zuckerwatte: Kennen das die Kleinen überhaupt noch? Dass es so weit überhaupt kommen konnte, hätte sich Pazdera im Leben nicht vorstellen können: „Vor 90 Jahren wurde das Frühlingsfest in Coburg von meinem Opa ins Leben gerufen. Das kann sich kaum einer vorstellen, wie sich das anfühlt, zwei Jahre stillzustehen. Als Schausteller muss man schon Idealist sein.“

Das 90. Jubiläum also soll ein besonderes werden. Darum fahren die Schausteller das Neueste und Schönste auf, was sie haben. Spaßhungrige Besucher dürfen sich in diesem Jahr auf neue Fahrgeschäfte freuen: Neben den traditionsreichen Klassikern wie ein 20-Meter-Riesenrad, Kindereisenbahn und „Break Dance“-Fahrgeschäft gibt es einen neuen Autoscooter und den „Airforce“, eine drehende Gondel, die auf das Festplatzpublikum zuschaukelt. „Für Adrenalin-Junkies!“, wie Pazdera grinsend sagt. Ein neuer Schießstand musste zwei Jahre in der Halle auf seinen ersten Einsatz warten und darf jetzt endlich zum Einsatz kommen.

Los geht es am Freitag, 6. Mai, um 15 Uhr, wo für eine Stunde alle Fahrgeschäfte zum Jubiläumspreis von 99 Cent angeboten werden. Den Bieranstich im beheizten Festzelt darf der zweite Bürgermeister von Coburg, Hans-Herbert Hartan, um 20 Uhr vornehmen und damit die Feierlichkeiten offiziell einläuten. Zwei Feuerwerke soll es geben, das Musikfeuerwerk am letzten Tag soll dabei aus Solidarität mit der Ukraine in Gelb und Blau erstrahlen.

Kindertag mit reduzierten Preisen ist dann am Mittwoch, allerdings wird Pazdera besonders die Kindergartengruppen vermissen, die er sonst immer über den Platz führen durfte, denn noch sind die Kindergärten vorsichtig mit großen Menschenansammlungen. Eigenverantwortlich dürfen die Gäste selbst entscheiden, ob sie Masken tragen und Hygieneangebote nutzen wollen.

Täglich ist ab 14 Uhr geöffnet, um 23 muss der Spaß dann langsam enden. Dafür sorgt dann auch der Sicherheitsdienst, aber Pazdera macht sich da keine Sorgen: „Wir sind froh, dass bei uns immer Ruhe herrscht.“ Die Taxen direkt vor dem Festplatz bringen die Gäste gerne nach Hause.

Jeden Tag wird es Livemusik geben, am Sonntag sogar mit etwas Samba-Flair und Blasmusik. Zwei weitere Bands sind noch in der Planung.

Zwar bleibt das Fest so groß wie in den vergangenen Jahren, allerdings machen sich die steigenden Preise auf dem Weltmarkt bemerkbar. Die Maß Bier wird 8,20 Euro kosten, eine Limonade 3,50 Euro. Alles sei teurer geworden, da kommen die Schausteller nicht umhin nachzuziehen, räumen sie ein. Zudem seien sie von Corona auch am meisten betroffen gewesen, die laufenden Kosten hätte man aus den eigenen Reserven aufbringen müssen.

Nun, wo die Organisation der Veranstaltung steht und es grünes Licht von der Stadt gibt, fiebern die Schausteller dem langersehnten Start des Coburger Frühlingsfestes entgegen.

Seit 2020 mussten Volksfeste und Feiern immer wieder abgesagt werden, weil die Infektionsgefahr durch das Covid-19-Virus zu hoch war. Für viele Schausteller kam das faktisch einem Berufsverbot gleich. Seit dem 20. März sind in Bayern wieder Volksfeste und Jahrmärkte erlaubt. Auch das Verbot, auf öffentlichen Plätzen zu feiern, ist entfallen. Die Frühlingsfreude kehrt zurück.

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