Coburger Heimpleite gegen Göppingen Bitterer Abend für den HSC

Coburg muss nach dem ersten Saisonsieg gleich wieder einen Rückschlag hinnehmen. Die Niederlage gegen Göppingen fällt mit 21:29 deutlich aus.

Coburg - Dem ersten Saisonsieg im elften Spiel in Melsungen gleich einen Heimerfolg folgen lassen. So lautete das Ziel beim Aufsteiger und Tabellen-Schlusslicht HSC 2000 Coburg in der 1. Handball-Bundesliga am Mittwoch gegen Frisch Auf Göppingen. „Melsungen auswärts und Göppingen zu Hause kann man natürlich gewinnen“, gab sich Coburgs Rückraumspieler Pontus Zetterman vor der Partie am Mikrofon des TV-Senders Sky optimistisch. Doch nach einer verdienten 21:29 (11:14)-Niederlage war am Ende nicht nur bei ihm die Enttäuschung groß.

Personalprobleme

HSC-Coach Alois Mraz musste auf Kapitän Andreas Schröder, Max Preller, Jakob Knauer und Dino Mustafic verzichten, aber auch die Göppinger hatten verletzungsbedingt – unter anderem fehlten Rechtsaußen Marco Rentschler und Rückraumspieler Nicolai Theilinger – nur elf Akteure im Kader, nach der Halbzeit musste auch noch der Isländer Smarason aussetzen, der unglücklich umgeknickt war.

HSC-Trainer Alois Mraz schickte als Startformation Torwart Konstantin Poltrum, Varvne, Nenadic, Zetterman, Zeman und Grozdanic auf die Platte. Sein Gegenüber Hartmut Mayerhoffer stellte jenen Daniel Rebmann im Kasten, Smarason, Heymann, Zelenovic, Kozina, Schiller und Goller gegenüber. Die Gäste gingen schnell durch zwei schöne Treffer von Youngster Axel Goller in Führung. In der 5. Minute gelang Drasko Nenadic der erste Coburger Treffer, nachdem er sich energisch gegen Goller durchgesetzt hatte. Nach Toren von Schiller und Heymannn auf Gästeseite und Billek für die Hausherren stand es 2:4 und schon nach siebeneinhalb Minuten nahm Coach Mraz seine Schützlinge in einer ersten Auszeit ins Gebet, „Flo“ Billek erinnerte seine Kameraden lautstark an „das, was wir uns vorgenommen haben“.

Appelle wirken zunächst

Die Appelle wirkten, Zeman brachte den HSC wieder auf ein Tor heran (5:6, 12.). Pouya schaffte nach einer Viertelstunde mit dem 7:7 den Ausgleich, was FA-Coach Mayerhoffer zu einer ersten Auszeit veranlasste. Nach Foul von Kurch an Schiller verwandelte der den Siebenmeter unhaltbar für Poltrum zur erneuten Gästeführung. Nachdem Bagersted Varvne übel gefoult hatte, musste er für zwei Minuten auf die Bank. Grozdanic glich aus, doch in Unterzahl ging der Gast durch Heymann erneut in Front und allen voran Marcel Schiller setzte auf Linksaußen Akzente, traf zum 9:10 und 9:11.

Torhüter auf dem Posten

In der 22. Minute durfte Jan Kulhanek versuchen, einen Siebenmeter von Schiller zu parieren und dieser donnerte den Ball an die Latte. Auf der anderen Seite scheiterte Grozdanic vom Strich an Rebmann, statt Ausgleich hieß es nach Ellebaeks Treffer 10:12. Poltrum verhinderte bei der nächsten Chance von Ellebaek einen Drei-Tore-Rückstand, für den dann allerdings Schiller sorgte. Zettermans 11:13 konterte Kozina postwendend mit dem 11:14, wonach Mraz drei Minuten vor der Halbzeit wieder Kulhanek ins Tor schickte, der auch sofort eine Parade zeigte. Doch auch sein Gegenüber Rebmann war erneut zwei Mal nacheinander auf dem Posten, vereitelte dabei eine dicke Chance von Kurch. Grozdanic kassierte acht Sekunden vor der Halbzeit eine Zwei-Minuten-Strafe und dank Kulhaneks nächster Parade kurz vor der Sirene blieb es beim Coburger Drei-Tore-Rückstand zur Pause.

In Unterzahl

In Unterzahl startete der HSC in den zweiten Durchgang und überstand diese Phase dank guter Abwehrarbeit ohne Gegentreffer. Offensiv taten sich die Vestestädter allerdings weiter schwer. Kulhanek mit einer weiteren Parade gegen Kneule hielt sein Team jedoch im Spiel, doch im nächstenVersuch war Kneule dann doch erfolgreich – erste Vier-Tore-Führung für Göppingen. Heymann erhöhte sogar auf fünf (12:17, 38.). Alois Mraz stellte sein Team in einer Auszeit nochmals neu ein, doch Rebmann mit zwei sensationellen Paraden gegen Varvne und Kurch demotivierte danach die Coburger weiter.

Offensiv zu wenig

Billek, auf Rechtsaußen, aber auch wieder auch als Option im Rückraum, verkürzte, doch Heymanns Antwort ließ nicht lange auf sich warten, Ellebaek und Goller erhöhten auf plus Sieben (14:21, 46.). Nach Bagersteds zweiter Zeitstrafe erneut in Überzahl verkürzte Coburg durch Varvne auf 15:21, doch die Wende leitete das nicht ein. Zwei Mal Kneule und Zelenovic machten den Sack vorzeitig zu (15:24, 50.). Neuhold mit einem Rückraumkracher und Billek betrieben noch ein wenig Ergebniskorrektur (18:25, 53.), doch insgesamt war es zu wenig, was der HSC nach vorne bot. Auch Fabian Apfel durfte noch ins HSC-Tor, hatte beim Siebenmeter von Goller allerdings keine Chance.

Obwohl Billek, Zeman und Neuhold noch schöne Treffer für Coburg erzielten, fiel die Niederlage deutlich aus. Der HSC muss sich wieder steigern, um am Samstag im Schlüsselspiel in Essen zu bestehen.

Stimmen

Hartmut Mayerhoffer (Trainer FA Göppingen): „Wir hatten Respekt, nachdem Coburg hat aufhorchen lassen mit dem Sieg in Melsungen. Wir haben gewusst, dass es kein Selbstläufer werden würde. Meine Mannschaft hat in der Abwehr gut gestanden und vorne gute Aktionen gezeigt.“

Alois Mraz (Trainer HSC 2000 Coburg): „Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen und haben uns deshalb schwer getan. In der zweiten Halbzeit haben wir einige Dinge probiert, beispielsweise mit dem siebten Feldspieler, doch am Ende hat es leider nicht gereicht.“

HSC 2000 Coburg – Frisch Auf Göppingen 21:29 (11:14) HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek, Konstantin Poltrum, Fabian Apfel – Pouya Norouzi Nezhad (3), Felix Sproß (1), Drasko Nenadic (1), Florian Billek (4), Pontus Zetterman (1), Tobias Varvne (3), Paul Schikora, Justin Kurch, Stepan Zeman (2), Milos Grozdanic (4/1), Christoph Neuhold (2); Trainer: Alois Mraz.

Frisch Auf Göppingen: Daniel Rebmann, Urh Kastelic – Oskar Neudeck (1), Tim Kneule (4), Sebastian Heymann (5), Jacob Bagerstedt, Tobias Ellebaek (2), Janus Smarason (1), Marcel Schiller (6/3), Axel Goller (5/3), Till Hermann (2), Nemanja Zelenovic (1), Kresimir Kozina (2); Trainer: Hartmut Mayerhoffer.

Schiedsrichter: Heine/Standke. Zeitstrafen: 1 (Grozdanic) / 2 (Bagersted/2). – 7m: 1/2 – 6/8.

Spielfilm: 0:1, 0:2, 1:2 (5.), 1:3, 2:3, 2:4, Auszeit Coburg (07:22 Min.), 3:4 (9.), 3:5, 4:5, 4:6, 5:6 (12.), 5:7, 6:7, 7:7, Auszeit Göppingen (15:18 Min.), 7:8, 8:8 (17.), 8:9, 9:9, 9:10, 9:11 (20.), 10:11, 10:12, 10:13 (26.), 11:13, 11:14 (Halbzeit), 11:15 (35.), 12:15 (37.), 12:16, 12:17, Auszeit Coburg (38:37 Min.), 13:17 (41.), 13:18, 13:19 (44.), Auszeit Coburg (43:50 Min.), 14:19, 14:20, 14:21 (46.), 15:21, 15:22, 15:23, 15:24 (50.), 16:24, 16:25, 17:25, 18:25 (53.), 18:26, 18:27 (55.), 19:27, 19:28 (57.), 20:28, 21:28, 21:29 (Ende).

 

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