Coburger Jugendzentrum Wie geht’s mit dem Domino weiter?

Edwin Meißinger
Von Emotionen geprägt war eine Podiumsdiskussion, bei der es um die Zukunft des Coburger Jugendzentrums Domino ging (von links): Jugendamtsleiter Reinhold Ehl, Domino-Geschäftsführerin Lydia Ursinus-Wanka und Diskussionsteilnehmer Sabah. Foto: Meißinger

Das Jugendzentrum steht vor einer ungewissen Zukunft. Das hängt mit einer geplanten Neuausrichtung sowie einem möglichen Trägerwechsel zusammen. Entsprechend emotional äußern sich einige Teilnehmer bei einer Podiumsdiskussion.

Die Zukunft des Coburger Jugendzentrums Domino ist kürzlich bei einer gut besuchten Podiumsdiskussion in der Einrichtung im Mittelpunkt gestanden. Bei den jungen Leuten schlugen die Emotionen dabei teilweise hohe Wellen. Das hing mit der Gesamtkonzeption 2030 der zukünftigen Jugendarbeit zusammen, die der Stadtrat im vergangenen Oktober beschlossen hatte. Demnach soll sich das Domino stärker auf Jugendliche ab 16 Jahren konzentrieren, während sich die Jüngeren konzeptionell eher in der CoJe des Stadtjugendrings in der Rosenauer Straße wiederfinden sollen.

Domino-Geschäftsführerin Lydia Ursinus-Wanka teilte mit, es sei geäußert worden, dass die bisherige Trägerschaft des Jugendzentrums gekündigt würde, weshalb man sich um eine neue Trägerschaft bemühen müsse. Des Weiteren stand im Raum, dass eventuell die Vertrauenspersonen für die Jugendlichen ihren Job verlieren würden. Die jungen Diskussionsteilnehmer wiesen darauf hin, dass nur einige von ihnen 16 Jahre und älter seien. Sie hätten viele Freunde, die jünger seien, aber nicht in die CoJe gehen wollten. Im Hinblick auf die mögliche Kündigung einiger Sozialpädagogen sagte Yeshim, dass sie zu neuen Bezugspersonen keinen vertrauensvollen Kontakt aufbauen werde. Abdulah und Sabah betonten, falls das Domino künftig nur für junge Leute ab 16 Jahren geöffnet werde, würden sich die Jugendlichen am oder beim Bahnhof treffen und dort abhängen. Dies würde sehr wahrscheinlich für die Coburger Ordnungskräfte eine enorme Mehrarbeit bedeuten.

An der Diskussion um die Gestaltung der sportlichen Möglichkeiten beteiligte sich auch ein Vertreter des Coburger Sportvereins Locals. Er kritisierte, dass es zu lange dauere, bis man etwas für die Jugendlichen auf die Beine stelle. Der Leiter des Amtes für Jugend und Familie der Stadt Coburg, Reinhold Ehl, erklärte, dass Beschlüsse und Verträge nicht von jetzt auf gleich umgesetzt werden könnten. Bis zur Verwirklichung brauche es Zeit. Darüber hinaus betonte er, dass sehr wahrscheinlich auch künftig niemand das Alter der Jugendlichen im Domino kontrollieren werde. Es gebe aber eine Grundausrichtung der Arbeit mit Jugendlichen. Einige Angebote seien eben mehr für die Jugend ab 16 Jahren geeignet. Im Gespräch war auch die künftige Trendsportanlage an der CoJe. Diese sei in erster Linie für jüngere Jugendliche gedacht, werde aber wahrscheinlich auch von den etwas älteren genutzt werden.

Die mögliche Änderung der Trägerschaft betrachtete Ehl aus sportlicher Sicht: Es sei normal, diese nach einiger Zeit auf den Prüfstand zu stellen. Eventuell werde sich der derzeitige Träger durchsetzen oder eben ein anderer. Außerdem sei nicht gesagt, dass es bei einer Änderung auch zu einem Wechsel der pädagogischen Ausrichtung in der Jugendarbeit kommen werde. Im Hinblick auf eventuelle Kündigungen der jetzt tätigen Sozialpädagogen und Vertrauenspersonen stellte Ehl heraus, dass eine Weiterbeschäftigung nicht ausgeschlossen sei. Beschäftigte, die sich um ihre berufliche Zukunft sorgen, lud er ein, sich mit ihm in Verbindung zu setzen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Stadtrat Thomas Apfel motivierte die jungen Leute dazu, sich im Jugendforum am morgigen Donnerstag zu engagieren. Hier gebe es die Möglichkeit, Kritik zu äußern und Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

Zum Schluss der Podiumsdiskussion wurde ein Film gezeigt, der von den Jugendlichen des Domino in Kooperation mit Studierenden der Hochschule entwickelt worden war. Er beleuchtet auf durchaus kritische Art die mögliche Aufteilung der Jugendlichen in CoJe und Domino und verwies auf Jugendeinrichtungen in einer anderen Stadt, wo man ähnliche Pläne umgesetzt habe. Im Endeffekt sei schließlich keiner mehr ins dortige Jugendzentrum gegangen.

 

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