Coburger Land Der erste Storch ist zurück

Rund um Neustadt wird seit Tagen immer wieder ein Storch gesichtet. Foto: Freimut Brückner

Auf den Wiesen um Neustadt bei Coburg wird seit Tagen einer der Frühlingsboten gesichtet. Der Storchenbeobachter ist sicher: Es handelt sich um einen alten Bekannten.

Neustadt/C -

Trotz des winterlichen Wetters ist im Coburger Land offenbar der erste Storch aus dem Süden zurückgekehrt. Entdeckt hat ihn Freimut Brückner vom Landesbund für Vogelschutz. Seit 31. Dezember konnte er ihn auf den Wiesen bei Ketschenbach und Wildenheid sowie auf dem Schlot der Hausser Fabrik beobachten. Dabei handelt es sich ziemlich sicher um das angestammte Neustadter Männchen, wie Hans Schönecker, Storchenbeauftragter für den Raum Coburg, am Mittwoch mitteilte.

Meister Adebar frisst tagsüber auf den Wiesen und kehrt bei Einbruch der Dunkelheit zum Übernachten auf den Schlot zurück. „Dass er sich jetzt wieder sehen lässt, liegt daran, dass er seinen Horst besetzen und verteidigen will, wenn demnächst andere Störche zurückkommen“, erklärt Schönecker. Das Nest auf dem Hausser Schlot in Neustadt liegt in 34 Meter Höhe und gilt als eines der besten im Coburger Land. Er scheine mit einem milden Winter zu rechnen

Der Storchenbeauftragte: „Mal sehen, ob er schon durchgehend hier bleibt.“ Er vermutet, dass der Neustadter Storchen-Mann, der Anfang November 2020 zu letzt gesichtet worden war, die Zeit am Rhein, im Elsass oder im Rhonetal verbracht hat. Möglicherweise sei er auch in Bayern geblieben.

Auf den grünen Wiesen und in den feuchten Gräben fänden Störche aktuell genug Nahrung, etwa tote Insekten und Kleingetier. Sollte es zu einem längeren Wintereinbruch mit hoher Schneelage kommen, könnten sich die Tiere wieder in mildere Gebiete davon machen. Nach so einer „Winterflucht“ würden sie dann bei günstiger Wetterlage schnell wieder zurückkehren.

Etwa 300 Störche sind laut Schönecker den Winter überhaupt nicht weggeflogen und in Bayern geblieben. Darunter auch – wie berichtet – ein Paar auch in Meschenbach. Der Storchenbeauftragte konnte es Ende Dezember in den Itzwiesen beobachten. „Sie sehen sehr gesund und sauber aus“, berichtet er. Ebenfalls gut geht des demnach auch dem Storchenpaar aus Scherneck , das ebenfalls nicht in den Süden geflogen ist und weiter bei Tierarzt Lessing wohnt . Es zieht durch den Landkreis Coburg bis Bad Rodach, fliegt auch in den Raum Lichtenfels. Manchmal übernachtet es auch auswärts.

Es ist laut Schönecker nicht das erste Mal, dass ein Storch schon Ende Dezember zurückkam. Er verweist auf die Saison 2015/2016, als sich der Meschenbacher Storchenmann schon am 29. Dezember blicken ließ, um den Horst für sich und seine Partnerin zu sichern.

 

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