Coburger Land Die lange Nacht der Feuerwehr

Michael Stelzner
Wie bediene ich einen Handfeuerlöscher richtig? Das zeigte die Feuerwehr Neustadt unter anderem und ließ das gleich auch üben. Foto: FFW Neustadt

Die bayernweite Aktion hat das Ziel, Aufmerksamkeit für das Ehrenamt zu wecken. Auch Wachen in der Region beteiligen sich mit Projekten. In Meschenbach gibt es ein ganz besonderes Projekt.

Die Feuerwehren haben an 365 Tagen rund um die Uhr Konjunktur. Nun haben sie mit Schauübungen im Rahmen der Feuerwehraktionswoche ihre Leistungsstärke der Öffentlichkeit demonstriert. Das bayernweite Motto lautete in diesem Jahr „Helfen ist Trumpf – Tag und Nacht“. Drei Schauübungen wurden dazu allein von den Feuerwehren Neustadts und seiner Stadtteile durchgeführt. Stadtbrandinspektor Florian Höfner freute sich über die außerordentlich hohe Resonanz „Kiebitze waren dabei ausdrücklich erwünscht“. Der Stadtbrandinspektor ergänzt: „Die Bürger sollten eben sehen, dass wir unsere Materie beherrschen und im Fall der Fälle präsent sind.“

Bei einer Schauübung in den Stadtteilen Boderndorf/Kemmaten wurde der Brand in der Liegehalle für Milchkühe simuliert und die Feuerwehren aus Kemmaten/Boderndorf, Wellmersdorf, Thann und Haarbrücken kamen zum Einsatz. Im Stadtteil Fechheim konnten die Feuerwehren Fechheim/Aicha, Fürth am Berg/Horb, Unterwasungen/Plesten, Wellmersdorf und Steinrod ihre Leistungsstärke zeigen, als sie zu einem angenommenen Brand der Gemeindescheune gerufen wurden. Schließlich galt es, einen möglichen Dachstuhlbrand im Stadtteil Wildenheid zu bekämpfen: Hier traten die Feuerwehren Wildenheid, Neustadt, Meilschnitz, Ebersdorf und Bergdorf an. Den Abschluss und sozusagen die Krönung der Feuerwehraktionswoche bildete ein Tag der offenen Tür mit dem vielversprechenden Titel „Feuerwehr zum Anfassen - Die lange Nacht der Feuerwehr“. Von 14 bis 24 Uhr sorgten die Ehrenamtlichen am Gerätehaus für ein buntes Programm mit entsprechenden kulinarischen Köstlichkeiten. Hier konnte sich jeder einen Überblick über die Tätigkeit als Feuerwehrfrau oder -mann verschaffen und einen persönlichen Eindruck von der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt gewinnen. Von 14 bis 18 Uhr konnten eine Fahrzeug- und Geräteschau, ein Handfeuerlöscher-Training, Führungen durch die Feuerwache, ein Wettbewerb für Jedermann sowie Aktionen der Kinder- und Jugendfeuerwehr besucht werden. Anschließend fanden Einsatzvorführungen der Jugendfeuerwehr statt. Zudem gab es eine große „Modenschau“, die die Einsatzbekleidung der Feuerwehren präsentierte, sowie die Show „Blaulichtgewitter“. Und auch hier ragte ein Programmpunkt heraus: „Unsere heimischen Firmen haben uns wieder wunderbar unterstützt und insgesamt 15 000 Euro gespendet“, dankte Höfner.

Bei der Wehr im Untersiemauer Gemeindeteil Meschenbach stand der neue „Feuerflitzer“ im Mittelpunkt des Abends. In rund 180 Stunden haben die aktiven Mitglieder ein E-Lastenfahrrad zu einem Feuerwehrfahrrad umgebaut. Es kann von Meschenbacher Familien ausgeliehen werden. Das Fahrrad bietet Platz für zwei Kinder und zwei Erwachsene. Neben einem Blaulicht ist auch eine Kübelspritze und eine Winkekelle am Fahrrad angebracht. Außerdem befinden sich neben einem Erste-Hilfe-Set auch ein Warndreieck und ein Spaten sowie die entsprechenden Helme an Bord. Alles Material darf zum Spielen verwendet werden. Im Fahrrad ist ein Motor einer bekannten heimischen Firma verbaut.

Die Idee zu diesem besonderen Fahrzeug hatte der 2. Kommandant Florian Eckardt, als er auf dem Weg zur Arbeit einen Beitrag über Lastenfahrräder hörte. „Ich habe im Internet nichts Vergleichbares gefunden“, stellt Florian Eckardt fest. Er ist überzeugt, dass es in ganz Oberfranken, vielleicht sogar in ganz Deutschland, das erste Feuerwehrfahrrad in dieser Art ist. „ Wir hoffen, dass wir damit Kinder und ihre Eltern für die Feuerwehr begeistern können“, so Eckardt.

Das ganze Projekt hat rund 6800 Euro gekostet. 80 Prozent dieser Ausgaben hat die Allianz B303 übernommen, wie der Untersiemauer Bürgermeister Rolf Rosenbauer betonte. Auch Kreisbrandrat Stefan Püls und seine Führungskräfte zeigten sich von diesem Projekt begeistert. Doch die Feuerwehr Meschenbach hat sich zur langen Nacht der Feuerwehr noch mehr einfallen lassen. So wurde das Feuerwehrhaus, das an der Durchgangsstraße in Richtung Untersiemau steht, farbig illuminiert. „Wir wollten damit zeigen, dass die Feuerwehr da ist“, betonte der Kommandant Marcel Malicke. Außerdem fand ein Gewinnspiel mit kniffligen Fragen für Kinder statt.

 

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