Coburger Land Mit einem Klick zum Apfelbaum

Michael Stelzner
Sie alle wissen, was sie mit den alten Obstbäumen für Schätze in ihren Gemeinden haben. Mit im Bild Kreisfachberater Thomas Neder (links), Landrat Sebastian Straubel (unterm Baum) und Bürgermeister Rolf Rosenbauer. Foto: Stelzner

Der Kreisverband für Gartenbau- und Landespflege bietet demnächst auf seiner Internetseite eine Übersicht an, wo und wie Bürger Streuobst bekommen. Auch Keltereien werden hier aufgeführt.

Untersiemau - Das Coburger Land ist reich gesegnet mit Streuobst. Oft werden die Wiesen und Alleen von den Obst- und Gartenbauvereinen oder von Bauhöfen gepflegt. Doch leider werden in der heutigen Zeit bei Weitem nicht alle Bäume abgeerntet und das wertvolle Bio-Obst verkommt. Der Kreisverband für Gartenbau- und Landespflege startete daher mit dem Obst- und Gartenbauverein sowie dem Bund Naturschutz und den Kommunen bereits verschiedene Aktionen, darunter sind der „Obstbaumverstrich“ und die Aktion „Pflück mich“, die hauptsächlich im Rodacher Land zu Hause ist, sowie das „Gelbe Band“.

Kreisfachberater Thomas Neder ging bei einem Treffen einiger Vertreter aus den Obst- und Gartenbauvereinen im Coburger Land auf der Streuobstanlage in Untersiemau, die immerhin rund 180 Obstbäume umfasst, zunächst auf den Streuobst- Anbau und den Klimawandel ein. Man habe vor allem in den vergangenen Jahren mit Wassermangel, intensiver Sonneneinstrahlung sowie extremen Spätfrösten zu kämpfen. Auch Schädlinge wie der Apfelwickler würden gehäuft auftreten. Er gab einige Tipps, wie man bereits bei der Pflanzung und der Erziehung der Bäume Probleme verhindern könne.

Der teilweise sehr hohe Aufwand sei gerechtfertigt. Schließlich besäßen die jahrzehntealten Obstbäume einen hohen Wert, so Neder. Aber auch ihre Früchte seien zu wertvoll, um es einfach von Fremden abernten zu lassen. Der Kreisfachberater rief daher zur aktiven Zusammenarbeit auf und appellierte, die angebotenen Aktionen zu nutzen.

Landrat Sebastian Straubel freute sich, dass es im Landkreis bereits so viele Wege gibt, um an naturnahes Obst zu kommen. Einige Aktionen, wie etwa der Obstbaumverstrich oder die Aktion „Pflück mich“ hätten sich bereits bestens bewährt.

Demnächst werde man nun auf der Internetseite des Kreisverbandes unter www.kv-gartenbau-coburg.de auch über die verschiedenen Aktionen der Vereine und Kommunen in tabellarischer Form informieren und den Bürgern detailliert aufzeigen, wie sie zu Streuobst kommen. Auch Keltereien seien dort aufgeführt, die das geerntete Obst zu Saft verarbeiten können, so Straubel. Bürgermeister Rolf Rosenbauer und der Vorsitzende des Landschaftspflegeverbandes in Personalunion lobte die vorbildliche Pflege der Streuobstanlage in Untersiemau und verwies dabei auch auf ein Programm, bei dem der Landschaftspflegeverband mit den Gartenbauvereinen zusammenarbeitet, um alte Obstsorten zu schützen.

Der Bund Naturschutz trete ebenfalls gerne als Vermittler auf, wie Dorothea Weiß betonte. Man bringe schon seit längerer Zeit Besitzer von Obstbäumen, die abgeerntet werden können, und Interessenten von Streuobst zusammen. Auch der Bund Naturschutz habe 40 Bäume im Besitz, die in diesem Pool einfließen, wenn sie nicht von den Mitgliedern abgeerntet würden. Anni Förster aus Bad Rodach informierte über die Aktion „Pflück mich“, bei der die Stadt Bad Rodach mit Grundstückseigentümern gut zusammenarbeiten würde.

Der 2. Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Untersiemau, Harald Ender, informierte indes über die Kelterei seines Vereins. In Untersiemau wolle man weiterhin am Obstbaumverstrich, der von Altbürgermeister Günther Kob vorgenommen wird, festhalten. Er machte aber auch darauf aufmerksam, dass Obst, das an den Bäumen verbleibt, eine wichtige Nahrungsquelle für die Wildtiere sei.

 

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