Coburger „Mebio-Nauten“ beraten Kompetenz fürs Verhalten im Netz

Emba-Milena Leybold, Konrad Hamm und Viktor Schmidt aus der CO1 kennen sich im Netz aus. Sie sind „Mebio-Nauten“. Foto: Maja Engelhardt/Maja Engelhardt

Die „Mebio-Nauten“ helfen Jüngeren, im Netz klar zu kommen: Schüler der CO1 sind bestens vorbereitet und waren dafür auch an der Bayreuther Uni.

 
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Voller Schwung sprudelt es aus Emba-Milena heraus. Wie cool es schon an der Uni gewesen sei und wie viel Spaß es doch mache, Jüngere schulen zu dürfen. „Es ist mir wirklich eine große Freude“, erzählt die Neuntklässlerin der Staatlichen Realschule Coburg 1 strahlend. Zustimmendes Nicken erfolgt von ihren Mitschülern Konrad Hamm und Viktor Schmidt. Die Jugendlichen sind drei von zwölf sogenannten „Mebio-Nauten“, die an der CO 1 tätig sind und sich mit Wissen rund ums Netz auskennen. Dieses geben sie dann an Sechstklässler weiter. „Die ,Mebio-Nauten’ sind bei uns zwei Jahre lang im Einsatz“, erläutert Lehrkraft Johannes Beetz, der zusammen mit David Kirschbaum die Truppe betreut und sofort betont: „Eigentlich haben wir damit fast keine Arbeit, die Schüler machen das vollkommen selbstständig und alleine.“ Lediglich um die Organisation und die Finanzierung des Ausbildungstages an der Universität in Bayreuth habe er sich kümmern müssen. „Schönerweise ist der Elternbeirat für die Kosten aufgekommen“, erläutert Beetz, der der Meinung ist, dass man Schüler, die sich freiwillig zu einem Amt melden, dafür nicht auch noch selbst bezahlen sollten.

Die „Mebio-Nauten“ sind ein Projekt zur digitalen Bildung und Kompetenzförderung von Jugendlichen an den oberfränkischen Realschulen. Dabei werden Acht- und Neuntklässler zu Peers und Beratern für die Unterstufe ausgebildet. Und diese Schulung findet an der Bayreuther Uni statt. Dabei werden die drei Module „Ich im Netz“, „Cyber Mobbing“ und „Manipulation & Fake News“ angeboten. Konrad hat sich mit „Cyber Mobbing“ beschäftigt. „Es geht vor allem darum, wie man es vermeiden und was man tun kann, wenn es passiert“, erklärt er. In Bayreuth gab es dazu Material an die Hand. „Viele Arbeitsblätter, Modellkarten und richtig ausgearbeitete Unterrichtsstunden“, so Emba-Milena. Des Weiteren runden Spiele, Rollentheater und Präsentationen die Stunden für die Sechstklässler ab.

„Wir integrieren diese Schulungen in unsere jährliche ,Alltagskompetenzwoche“, erklärt Johannes Beetz, „sie passen gut in das Konzept.“ Und dabei erfahren die Sechstklässler nicht nur, wie sie sich verhalten können, wenn sie im Netz gemobbt werden, sondern auch, wie man Fake News erkennt, Verschwörungstheorien auf die Spur kommt und was es mit Bild- und Urheberrechten auf sich hat. Die „Kleinen“ seien dankbare Zuhörer und rege dabei, so die drei ,Mebio-Nauten’, die vielen Jüngeren schon durch das Mentorensystem und die Mithilfe in der Mittagsbetreuung bekannt sind. „Das läuft alles auf sehr freundschaftlicher Basis und ist entspannt“, formuliert es Emba-Milena. Sie persönlich fände das Thema „Bildschirmzeit“ wichtig, „hier gibt es unglaublich große Spannen, wie viele Stunden ganz Junge an Handy und Co verbringen“, sagt sie und fügt einen Tipp dazu: „Macht stattdessen lieber was, das bringt mehr. Sucht Euch ein Hobby, jeder Mensch sollte eines haben!“.

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