Coburger Schüler als Musical-Stars So viele Ohrwürmer

80 Schüler des „Albert“ stehen gemeinsam für das Musical „Hairspray“ auf der Bühne. Das Publikum erwartet eine peppige Show mit viel Witz, eingängigen Songs und einem ernsten Hintergrund.

Den Beat in den Füßen: Die Schülerinnen und Schüler des „Albert“ proben für das Musical „Hairspray“. Foto: /Maja Engelhardt

Im Saal der Jugendbildungsstätte Neukirchen herrscht koordiniertes Gewusel. Füße vor, Füße zurück, einen Schritt zur Seite und den Einsatz nicht verpassen. Sind Band und Chor bereit? Rund 80 Schülerinnen und Schüler des Coburger Gymnasiums Albertinum aus der sechsten bis zur zwölften Jahrgangsstufe sind versammelt, um zu proben. Für das große Projekt, mit dem das Wahlfach „Musical“ in diesem Schuljahr zu seinem Höhepunkt findet: Im April stehen mehrere Aufführungen der Musikshow „Hairspray“ mit Melodien und Texten von Marc Shaiman an. Und für die Proben sind die Heranwachsenden nun für knapp drei Tage nach Neukirchen „gezogen“, um sich konzentriert und vor allem gemeinsam vorzubereiten.

Nach der Werbung weiterlesen

„Bis jetzt haben wir alle getrennt geübt“, so die musikalische Leiterin und Koordinatorin, Sabine Kubik, „jeder in dem Bereich, den er im Rahmen des Wahlfaches gewählt hat.“ Das Wahlfach ist unterteilt in Band, Chor, Tanz, Theater, Bühnenbild und Bühnentechnik. „Und die Schüler machen wirklich alles selber, alles“, betont Sabine Kubik begeistert, „und dies außerhalb des normalen Unterrichts.“

Zwei Mal haben die Sechst- bis Zwölftklässler mit ihren betreuenden Lehrkräften Sabine Kubik, Lena Rölz, Mona Will, Julian Freytag und Luisa Hertlein bis jetzt alles komplett durchgespielt und die, im Jahr 1962 verortete, Geschichte über die füllige Tracy und ihren Traum wiedergegeben. Das Mädchen ist rund und lebt mit seiner ebenso runden Mutter und seinem Vater recht einsam in Baltimore. Es hat eine gute Freundin, Penny, und einen großen Traum: Die Teilnahme an einer Talentshow, auf der nur coole, schlanke und hübsche amerikanische Teenager tanzen. Und Tracy wirkt tatsächlich mit, wird zum Star und nutzt ihre Berühmtheit, um sich gegen Vorurteile und die Trennung von Schwarzen und Weißen einzusetzen.

Besprechungen vor der Probe: Sabine Kubik (re.) mit ihren Schützlingen. /Maja Engelhardt

„Es ist ein sehr witziges Musical, das gute Laune macht und doch einen ernsten Hintergrund besitzt“, formuliert es Kubik. Auch Victoria, Simon und Vivien teilen diese Meinung. „Anfangs waren wir noch etwas skeptisch so in Bezug auf Rassismus“, meinen die Drei, „doch als wir dann verstanden haben, dass sich das Musical genau dagegen wehrt, fanden wir es toll.“ „Und die Musik erst recht“, schwärmt Victoria, „da sind so viele Ohrwürmer dabei, das macht einfach Spaß.“ Sie findet die Entwicklung während der Proben schön, „man merkt, alle werden lauter und offener, das ist toll.“ Durch das kontinuierliche Miteinander lerne man auch schnell, fügt Vivien hinzu, die den Part der Penny besetzt.

„Witzig ist, dass die Rolle der Edna, Tracys Mutter, immer von einem Mann gespielt wird“, erzählt Sabine Kubik schmunzelnd, „wir haben das natürlich auch übernommen.“ Simon ist die „richtig pralle Mama“, wie er es grinsend formuliert. Für ihn ist es besonders gut, „etwas gemeinsam zu machen.“ „Anfangs haben wir ja einzeln geprobt und dann zusammen. Dabei entsteht ein tolles Gemeinschaftsgefühl.“

• Die Aufführungen für die Öffentlichkeit finden am 8., 9. und 10. April jeweils um 18.30 Uhr in der Turnhalle des Albertinums statt. Die Spieldauer beträgt zwei Stunden. Karten gibt es im Vorverkauf über die Homepage der Schule zu 10 € für Erwachsene und 5 € für Kinder unter https://albertinum-coburg.de/kartenvorverkauf-musical/.