Coburger Triathlon-Ass Hiemann holt EM-Silber

Ulrich Zetzmann
Denise Hiemann vom TV 1848 Coburg beim Zieleinlauf in Frankfurt. Foto: privat

Die Triathletin des TV 1848 Coburg schafft in Frankfurt eine Sensation. Die Vestestädterin erkämpft in der Altersklasse W 30 den zweiten Rang.

Denise Hiemann, Triathletin des TV 1848 Coburg, errang bei der Triathlon-Europameisterschaft über die Langdistanz (3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und Marathonlauf über 42 Kilometer) einen geradezu sensationellen Erfolg. In ihrer Altersklasse W30 erkämpfte sie sich im wahrsten Sinne des Wortes die Silbermedaille und durfte darüber mehr als zufrieden sein.

Austragungsort war Frankfurt am Main, wo am Wettkampftag um 6.45 Uhr der Starter die rund 2500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die anspruchsvollen Strecken schickte. Die Schwimmstrecke ging durch den Langener Waldsee, inklusive einem kurzen Landgang. Denise Hiemann überraschte sich selbst mit ihrer Schwimmleistung. Nach 1:07:14 Stunden stieg die Vestestädterin aus dem Wasser, was persönliche Bestmarke für sie bedeutete und zugleich Platz zehn in ihrer Klasse bis dato bedeutete.

Platz um Platz nach vorne

Danach ging es auf die 180 Kilometer lange und mit 1600 Höhenmetern recht anspruchsvolle Radstrecke, welche in zwei Runden im Frankfurter Umkreis gefahren wurde. Bei fast windstillen Bedingungen und einer herrlichen Atmosphäre durch die vielen Zuschauer entlang der Strecke konnte Denise Hiemann ihre Stärke ausspielen und arbeitete sich durch das Frauenfeld stetig nach vorne. Durch ihre gute Einteilung der Kräfte und eine funktionierende Verpflegungsstrategie, die sie wochenlang im Training getestet und optimiert hatte, war sie im Ranking weiter nach oben unterwegs. Sie meisterte die Strecke in 5:22:53 Stunden, was ein Durchschnittstempo von 34 km/h bedeutete. Die Anstrengungen in dieser Teildisziplin wurden belohnt, die Coburgerin ie schob sich in ihrer Altersklasse auf Rang drei vor.

Nun sollte es auf ihre Parade-Disziplin, das Laufen über die Marathondistanz von 42,195 Kilometer, die über vier Runden entlang des Mainufers führte, ankommen. Getragen von den Zuschauern, die alle Athleten anfeuern, vergingen die ersten 21 Kilometer wie im Flug und die Athletin des TV 1848 Coburg lag optimal innerhalb ihrer vorgegebenen Strategie. In der dritten Runde traten die ersten Ermüdungserscheinungen auf und das Laufen wurde immer schwerer. Doch bei Kilometer 30 erfuhr Denise Hiemann von ihren Betreuern, dass sie massiv auf die Zweitplatzierte aufgeholt hatte und der Rückstand nur noch zwei Minuten betrug. Dieser Motivationsschub schien die bisherige Belastung mental auszuschalten und sie wollte einfach weiterlaufen.

Letzte Kräfte mobilisiert

Bei Kilometer 38 hatte die Vestestädterin ihre Konkurrentin in Sichtweise und realisierte, dass diese immer langsamer wurde. Dadurch konnte sie ihre letzten Kräfte mobilisieren, zog bei Kilometer 39 an ihr vorbei und lief unter dem Beifall der zahlreichen Zuschauer in den Zielkanal am Römerplatz ein und konnte so ihren überraschenden zweiten Platz bei dieser Europameisterschaft innig genießen. Ihre Gesamtzeit betrug 10:11:29 Stunden.

 

Bilder