Coburgs Globe Jetzt geht es um die Außenanlagen

Ein Zugang vom Globe hinunter zur Itz, so stellt das sich das Planungsbüro die Zukunft im Süden vor. Foto: Därr Landschaftsarchitekten

Verkehrsberuhigte Zone, viel Grün zum Verweilen und direkter Zugang zur Itz. Rund um den neuen Coburger Leuchtturm soll es naturnah zugehen.

 
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Coburg - Während sich auf der Globe-Baustelle unter den Augen der Öffentlichkeit täglich etwas Neues tut, hielt sich die Stadt in Sachen Freiflächengestaltung rund um den neuen Leuchtturm bisher bedeckt. Am Mittwoch nun wurde im Senat für Stadt- und Verkehrsplanung sowie Bauwesen erstmals öffentlich eine Vorplanung gezeigt, wie es in Coburgs Süden künftig aussehen könnte. Im europaweiten Ausschreibungsverfahren hatte sich das Landschaftsplanerbüro Därr aus Halle für die Planungsleistungen der Freianlagen am Güterbahnhofsareal durchgesetzt. Dessen Inhaber, Matthias Därr, präsentierte Ideen für das gesamte Areal – wobei der Fokus aktuell auf dem Umgriff des Rundbaus sowie dem Bereich bis zum Nebengebäude 3 liegt – Optionsflächen 0 und 7 werden diese genannt.

Wichtigstes Anliegen des Landschaftsarchitekten Därr: „Das Gebiet rund um das Globe soll möglichst frei von Verkehr gehalten werden.“ Daher werde der südliche Bereich des gesamten Areals zu einer verkehrsberuhigten Zone erklärt. Nur Anlieferungen sowie Zufahrt für Feuerwehr oder Rettungskräfte sollen dort ermöglicht werden. Die Vorplanung sieht dazu eine Zufahrt über die Ernst-Faber-Brücke vor, die direkt am Haupteingang des Globes vorbeiführt. Flankiert wird dieser Bereich von jeder Menge Grün. „Bäume spielen dabei eine große Rolle“, betont Matthias Därr und verweist auf eine erhebliche Anzahl von begrünten Flächen, die rund um das Globe entstehen sollen. Auch ein Wasserspiel sei vorgesehen. „Das ist zum einen repräsentativ, aber auch eine Klimabereicherung durch die zusätzliche Verdunstung“, so der Fachmann. Ebenfalls im Umfeld des Rundbaus sieht er drehbare Bänke, die mitunter auch als Kulissen für künftige Theaterveranstaltungen genutzt werden könnten. Der Landschaftsarchitekt spricht von „einer besonderen Art und Weise des Sitzens.“

Dem Ziel der Stadt entsprechend, die Itz erlebbar zu machen, soll es einen Zugang zum Wasser geben. „Dabei müssen wir fünf Meter Höhenunterschied überwinden“, so Därr. Mit Stufen erreiche man zwar keinen barrierefreien, aber immerhin überhaupt einen Zugang zur Itz.

Bei den Materialien setzt sein Planungsbüro auf Naturstein aus der Region. Verlegt werden soll unter anderem Epprechtssteiner Granit, „aber auch Materialien, die bereits da sind“. So liege vor der Glaserei ein Berg Granit, der verwendet werden soll. Bei der Bepflanzung würden Wildstauden und Gräser den Vorzug vor Züchtungen erhalten. Für die Gestaltung des Bereiches rund um das Globe rechne man mit Kosten von geschätzten 9,7 Millionen Euro.

Zahlen, die bei Stadtrat Hans-Heinrich Eidt (FDP) „große Bedenken“ hervorriefen. Zwar fand er die gezeigte Planung großartig, „aber ich weiß nicht, ob wir die Kämmerin damit glücklich machen“, bekannte er. Die Gesamtkosten für Globe, Freiflächen, Parkhaus und Pakethalle überschlagend, käme er auf 58 Millionen Euro. Und das in einer Zeit, in der weitere Großprojekte wie Landestheater und Klinikneubau anstehen. „58 Millionen – da will ich fast gar nicht dafür verantwortlich sein.“

Zumindest was die Finanzierung der Außenanlagen betrifft, konnte ihn Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) beruhigen. „Kosten der Freiflächengestaltung waren bereits in der Globe-Planung berücksichtigt“, informierte er. Laut Hochbauamtsleiter Peter Cosack seien für die Freiflächen 3,57 Millionen Euro und die Erlebbarkeit der Itz 1,5 Millionen Euro eingeplant.

Bedenken ganz anderer Art äußerten Petra Schneider (SPD) sowie die CSU-Stadträtinnen Birgit Weber und Barbara Kammerscheid. Allen dreien war die Straßenführung am Globe ein Dorn im Auge. „Sie haben eine völlig andere Verkehrsführung gewählt“, so Petra Schneider, die im ursprünglichen Plan der Freianlagen mehr Vorteile sah, weil die Straße da der runden Globe-Form entsprach und so mehr Fläche um das Haus zur Verfügung stand. „Das, was wir hatten, war überzeugender“, bekannte sie. Auch Birgit Weber wünschte sich die Distanz der Straße zum Gebäude aus dem Rahmenplan zurück. „Ich will einen Platz vor dem Globe“, betonte sie. Architekt Matthias Därr versuchte mehrfach, seine Entscheidung zu begründen: „Wir wollten, dass man sich auf Linien bewegt, die einen unterschiedlichen Abstand zum Globe haben, um unterschiedliche Erlebnisse stattfinden zu lassen“, verdeutlichte er die Sicht des Planers.

Am Ende stimmte der Senat mit sechs zu drei Stimmen der Vorplanung zu. Gleichwohl räumte der Architekt ein, dass, sollte das bisher am Globe geplante Parkhaus in einer anderen Form kommen, man über eine Umgestaltung des Platzes vor dem Rundbau noch reden könne.

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