Coburgs Kapitän Schröder fällt aus HSC 2000 muss gegen Melsungen erneut improvisieren

Seine Durchschlagskraft fehlt gegen Melsungen: Coburgs Andreas Schröder (am Ball) setzt eine Wadenverletzung außer Gefecht. Foto: Frank Wunderatsch

Die Wade macht nicht mit: Der 29-jährige Handballprofi ist für das Bundesligaspiel keine Option. Stepan Zeman, Drasko Nenadic und Justin Kurch sollen den Ausfall kompensieren.

Coburg - Was sich bereits Anfang der Woche angedeutet hatte, steht jetzt fest: Andreas Schröder, Kapitän des HSC 2000 Coburg, fällt für das Bundesligaspiel am Donnerstagabend um 19 Uhr gegen die MT Melsungen aus. Eine muskuläre Verletzung an der Wade lässt einen Einsatz nicht zu. „Er konnte nicht trainieren“, erklärt Trainer Alois Mraz dazu am Mittwochmorgen.

Bitter für den Aufsteiger (20. Platz/0:20 Punkte). Denn mit dem Gegner aus Melsungen (8./11:5), der seine Heimspiele traditionell in der Rothenbach-Halle in Kassel austrägt, kommt der nächste harte Brocken auf den Aufsteiger zu. „Die Spieler von Melsungen sind robuster als die des Bergischen HC“, zieht Mraz Vergleiche zum vergangenen Kontrahenten. Zuletzt verlor der HSC beim BHC mit vier Toren, war phasenweise aber sehr gut im Spiel. Nun gegen Melsungen will sich Coburg belohnen, zum ersten Mal in dieser Spielzeit. Die erneute Verletzung von Andreas Schröder, bereits vor Wochen machte bereits die andere Wade Probleme, stellt die Vestestädter wieder vor große Herausforderungen. „So ist es natürlich schwierig, Konstanz reinzubekommen“, bringt es der tschechische Übungsleiter auf den Punkt, „wir müssen die Verantwortung auf alle Schultern verteilen und den Ausfall von Andi so kompensieren.“

MT Melsungen mit vielen deutschen Nationalspielern

Besonders die Schultern von Stepan Zeman, Drasko Nenadic und Justin Kurch sind gefordert, um speziell in der Abwehr im Innenblock die Wucht der Nordhessen etwas abzufedern. „Vor allem Julius Kühn kommt mit wahnsinniger Gewalt. Er kann auch aus zehn, elf Metern Entfernung zum Tor abspringen und werfen“, warnt Alois Mraz vor dem 62-fachen deutschen Nationalspieler. Überhaupt ist das Team der Melsunger Turngemeinde gespickt mit Auswahlspielern von Bundestrainer Alfred Gislason, als da wären: Silvio Heinevetter, Kai Häfner, Finn Lemke, Timo Kastening und Tobias Reichmann. „Wir müssen dagegenhalten“, steht für Coburgs Coach daher fest.

Die Frage werde sein, ob der HSC dieses Pensum über 60 Minuten aufrecht erhalten kann. „Das wird uns viel Kraft kosten, aber ich bin überzeugt, dass wir eine gute Abwehr stellen können.“ Auch im Spiel beim BHC habe das „gut funktioniert“, meint Mraz, auch nach dem Ausfall von Schröder.

Lösungen gegen offensive 6:0-Abwehr

So oder so: Der HSC wird alles reinwerfen müssen, um in Nordhessen zu bestehen. Schließlich ist die MT Melsungen seit Jahren sehr konstant, landete seit der Saison 2013/14 in jeder Spielzeit mindestens auf Rang sieben der Bundesligatabelle. Bei seiner Mannschaft sei es wichtig, „dass keine weiteren Verletzten dazukommen“, betont der 42-Jährige. Neben Schröder stehen auch Max Preller, Dino Mustafic und Jakob Knauer nicht zur Verfügung.

Aber nicht nur im Defensivbereich wird der HSC enorm gefordert werden, auch in der eigenen Offensive müssen sich die Coburger etwas einfallen lassen, um die MT-Abwehr um Chef Finn Lemke aus der Reserve zu locken. „Melsungen spielt eine offensive 6:0-Abwehr. Es ist wichtig, dass wir uns mehr seitlich bewegen, die ganze Breite des Feldes nutzen“, sagt Alois Mraz und hofft, wie das gesamte HSC-Fanlager, mit dieser Marschroute zu etwas Zählbarem zu kommen.

Das HSC-Aufgebot

Jan Kulhanek, Konstantin Poltrum, Fabian Apfel – Paul Schikora, Florian Billek, Milos Grozdanic, Felix Sproß, Felix Dettenthaler, Drasko Nenadic, Christoph Neuhold, Pouya Norouzi Nezhad, Tobias Varvne, Pontus Zetterman, Justin Kurch, Stepan Zeman. – Es fehlen verletzt: Andreas Schröder, Dino Mustafic und Jakob Knauer.

 

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