Corona an den Haßberg-Kliniken Ärzte und Patienten infiziert

Die positiv getesteten Patienten am Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken wurden umgehend auf die Isolierstation gebracht. Foto: /Kaufmann

Am Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken gibt es mehrere Corona-Fälle. Derzeit wird geprüft, ob eine Mutation zu diesem Ausbruch geführt hat.

Kreis Haßberge - Die Akutgeriatrie im Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken meldet neue Corona-Fälle: neun Patienten und neun Mitarbeiter wurden dort positiv getestet. Betroffen sind sowohl Ärzte als auch Pflegekräfte sowie Physio- und Ergotherapeuten, wie das Landratsamt Haßberge am Mittwoch, 24. März, mitteilt. „Es wird noch eruiert, ob möglicherweise eine Corona-Mutation zu diesem erneuten Ausbruch geführt hat“, so Pressesprecherin Monika Göhr. Die positiv getesteten Patienten seien umgehend auf die Isolierstation gebracht worden. „Die betroffenen Mitarbeiter sind in Quarantäne und werden engmaschig durch das Gesundheitsamt betreut. Zur Sicherheit wurde ein Aufnahmestopp in die Akutgeriatrie verhängt.“

Währenddessen ist sowohl die ärztliche als auch die pflegerische Betreuung der auf der Station verbleibenden Patienten weiterhin gesichert, wie Göhr betont. „Chefarzt PD Dr. med. Frank Schröder steht als Ansprechpartner für die Angehörigen der positiv getesteten Patienten sowie der auf der geriatrischen Station verbliebenen Patienten zur Verfügung.“

Insgesamt meldet das Gesundheitsamt Haßberge am Mittwoch 27 Neuinfektionen. Aktuell sind 167 Personen infiziert, 13 werden stationär im Krankenhaus behandelt, davon zwei auf der Intensivstation. Damit steigt die Gesamtzahl der bisher bestätigten Fälle auf 2663. In häuslicher Isolation befinden sich 511 Personen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt laut Robert-Koch-Institut bei 129,2.

„Mittlerweile wurden im Landkreis Haßberge insgesamt 158 bedenkliche Corona-Mutanten bestätigt“, wie Monika Göhr mitteilt. Bei 145 Fällen handelt es sich um das britische Virus, bei einem um die südafrikanische Variante. Zwölf weitere Mutationsfälle lassen sich nicht eindeutig definieren. Neben diesen bestätigten Mutanten gibt es noch 13 Verdachtsfälle, hier steht das Ergebnis der sogenannten Genom-Sequenzierung noch aus. Aktuell werden alle positiven Corona-Testergebnisse auf Mutationen untersucht.

„Das Infektionsgeschehen im Landkreis ist weiterhin flächendeckend und diffus, das heißt es lässt sich nicht auf bestimmte Cluster beziehungsweise Infektionsherde eingrenzen“, so die Pressesprecherin des Landratsamtes. Bei den Neuinfektionen handelt es sich um Personen verschiedener Altersgruppen, verteilt auf den gesamten Landkreis. Sowohl Kinder als auch Jugendliche sowie Personen im mittleren Erwachsenenalter und Senioreninnen und Senioren wurden positiv getestet. „Aktuell ist die Gruppe der 15 bis 35-Jährigen und die der 35- bis 59-Jährigen am häufigsten betroffen“, so Göhr. Festgestellt wurden einzelne Infektionen in Schulen und Kindertagesstätten sowie Ansteckungen im familiären Bereich; häufig sind ganze Familien infiziert.

Polizei verfolgt Verstöße

Nachdem der Landkreis Haßberge seit mehreren Tagen den Inzidenzwert von 100 überschritten hat, gelten wieder strengere Kontaktbeschränkungen und eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr. Demnach sind private Treffen im öffentlichen oder privaten Raum nur noch mit Angehörigen des eigenen Hausstandes sowie zusätzlich einer weiteren Person. Kinder der beiden Haushalte unter 14 Jahre bleiben bei der Gesamtzahl außer Betracht. Paare, die nicht zusammenleben, zählen als ein Haushalt. Des Weiteren ist von 22 Uhr bis 5 Uhr der Aufenthalt außerhalb einer Wohnung untersagt. Es sei denn, dies ist begründet aufgrund:

1. eines medizinischen oder veterinärmedizinischen Notfalls oder anderer medizinisch unaufschiebbarer Behandlungen,

2. der Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeiten oder unaufschiebbarer Ausbildungszwecke,

3. der Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts,

4. der unaufschiebbaren Betreuung unterstützungsbedürftiger Personen und Minderjähriger,

5. der Begleitung Sterbender,

6. von Handlungen zur Versorgung von Tieren oder

7. von ähnlich gewichtigen und unabweisbaren Gründen.

Das Antreten des Heimwegs von einem fremden Haushalt zählt hierbei nicht zu den ähnlich gewichtigen und unabweisbaren Gründen. „Vom Begriff der Wohnung erfasst sind auch privat genutzte Gärten, Terrassen und Balkone“, wie Monika Göhr erklärt. Verstöße gegen die neuen Bestimmungen werden durch die Polizei konsequent verfolgt und geahndet. Der aktuelle Bußgeldkatalog kann unter https://www.hassberge.de/fileadmin/user_upload/Corona/baymbl-2021-206_Bussgeldkatalog_Corona.pdf eingesehen werden.

Der Bayerische Ministerrat hat in seiner Sitzung (23. März) weitere Beschlüsse zur Eindämmung der Corona-Pandemie efasst. Diese sehen keine weiteren Lockerungen bis zum Ende der Osterferien vor, wie Göhr mitteilt. Die zwölfte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung wird bis einschließlich 18. April 2021 verlängert und um die neuen Beschlüsse angepasst. Auch die Einreisequarantäneverordnung wird bis einschließlich 18. April 2021 verlängert. Mehr dazu im Bericht der Bayerischen Kabinettssitzung unter https://www.bayern.de/bericht-aus-der-kabinettssitzung-vom-23-maerz-2021/?seite=5062.

Fragen rund um das Corona-Virus im Landkreis Haßberge beantworten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bürgertelefons. Diese sind von Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12.30 Uhr unter der Rufnummer 09521/27600 erreichbar. Bei Fragen hilft auch die Corona-Hotline der Bayerischen Staatsregierung weiter, die montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 15 Uhr unter der Telefonnummer 089/122220 zur Verfügung steht. Die Servicestelle beantwortet gerne auch schriftlich über eine E-Mail an direkt@bayern.de oder über das Kontaktformular der Servicestelle.

Ganz viele Fragen lassen sich jedoch schon ohne einen Anruf, sondern mit Blick ins Internet klären. Empfohlen wird hier die Seite des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege unter https://www.stmgp.bayern.de/ oder auch die FAQs der Bayerischen Staatsregierung unter https://www.corona-katastrophenschutz.bayern.de/faq/index.php.

Währenddessen liegt der Inzidenzwert in Stadt (60,7) und Landkreis Bamberg (48,9) noch im Rahmen, im Vergleich zum Dienstag haben sich hier 36 Menschen neu mit dem Corona-Virus infiziert.

Autor

 

Bilder