Corona-Bilanz Politik auf wackeliger Basis

Werner Ludwig
Häufiges Diskussionsthema: Schutzmasken Foto: dpa/Frank Rumpenhorst

Bürgerräte könnten die Aufarbeitung der Coronazeit auf eine breitere Basis stellen, meint Wissenschaftsredakteur Werner Ludwig.

 
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Diejenigen, die während der Coronapandemie politische Verantwortung trugen, waren nicht zu beneiden. Sie mussten auf unsicherer Datenbasis Entscheidungen von enormer Tragweite treffen – und diese öfter auch revidieren, wenn es neue wissenschaftliche Erkenntnisse gab. In einer solchen Situation passieren zwangsläufig Fehler, sind Ärger und Kritik programmiert. Die Rufe nach einer Aufarbeitung der Coronapandemie sind daher nachvollziehbar. Im Mittelpunkt sollten dabei aber nicht gegenseitige Schuldzuweisungen und politisch-taktische Spielchen stehen, sondern das ehrliche Bestreben, Lehren für künftige gesundheitliche Bedrohungen zu ziehen. Denn die nächste Pandemie ist nur eine Frage der Zeit.

Betroffene stärker einbeziehen

Die vom Kanzler vorgeschlagenen Bürgerräte hätten den Charme, dass sie auch die Perspektive derer einbeziehen könnten, die von den politischen Entscheidungen in der Coronazeit betroffen waren. Während der Pandemie wurde deren Stimme in Deutschland oft nicht ausreichend gehört. Durch diese Art der Bürgerbeteiligung ließe sich vielleicht auch das Verständnis für die schwierigen Entscheidungsprozesse während einer Pandemie fördern.

Zugleich muss die Aufarbeitung der Coronazeit aus wissenschaftlicher Sicht weitergehen. Entscheidend ist, dass dabei neben Virologen und Medizinern Vertreter anderer Disziplinen wie Soziologie, Psychologie oder Ökonomie stärker beteiligt werden.

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