Corona Haßberge lockern Maßnahmen

Maske tragen und Abstand halten gilt weiter, die strengeren Maßnahmen der Allgemeinverfügungen im Landkreis Haßberge jedoch sind ab sofort aufgehoben. Foto: René Ruprecht/René Ruprecht

Nach Wochen an der Spitze in Bayern gibt es im Landkreis Licht am Horizont: Die Inzidenz sinkt auf 137,5. Der Landrat ordnet daher am Montag die Aufhebung der Allgemeinverfügung an.

Seit Mitte vergangener Woche war Licht am Horizont zu sehen: Lange lag der Landkreis Haßberge mit seiner Sieben-Tage-Inzidenz jenseits der 300er-Marke an der Spitze in Bayern, seit einigen Tagen nimmt der Wert kontinuierlich ab und liegt zum Wochenbeginn bei 137,5. Deshalb ordnete Landrat Wilhelm Schneider am Montag die Aufhebung der Allgemeinverfügungen an. Somit haben die ab dem 20. und 29. April verfügten härteren Maßnahmen keine Gültigkeit mehr. „Die Lage hat sich deutlich entspannt“, so Landrat Schneider. „Nur durch das insgesamt sehr disziplinierte Verhalten aller Bürgerinnen und Bürger und das hohe Engagement aller Kommunen konnten wir den Schutz unserer Mitmenschen vergrößern und uns wieder ein Stück weit auf die von allen gewünschte Normalität zu bewegen.“

Die Rücknahme betrifft unter anderem die Maskenpflicht und das Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen und Spielplätzen und auch die strengeren Regelungen für Handel, Dienstleistungen und Gastronomie. Außerdem wird der Beginn der Ausgangssperre um 21 Uhr (ab 4. Mai dann wieder ab 22 Uhr) aufgehoben.

Auch das Verbot zur Durchführung von Präsenzunterricht für die Jahrgangsstufe 4 der Grundschulstufe, die Jahrgangsstufe 11 der Gymnasien und der Fachoberschulen sowie in sonstigen Abschlussklassen wird aufgehoben, soweit dabei der Mindestabstand von 1,5 Meter durchgehend und zuverlässig eingehalten werden kann. Detaillierte Informationen zu den gültigen Bestimmungen finden sich unter www.hassberge.de.

Das Gesundheitsamt meldet unterdessen am Montag neun Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Aktuell sind 318 Personen mit dem neuartigen Virus infiziert. Zurzeit werden 18 Corona-Patienten stationär in Krankenhäusern behandelt, davon fünf auf Intensivstationen. In häuslicher Isolation befinden sich derzeit 322 Personen.

Die ansteckendere britische Variante des Coronavirus breitet sich dabei im Landkreis weiter aus: Mittlerweile wurden insgesamt 983 Fälle bestätigt. Die südafrikanische Variante wurde bisher einmal nachgewiesen. Bei 27 weiteren Verdachtsfällen steht das Ergebnis der Genom-Sequenzierung noch aus. Aktuell werden alle positiven Corona-Testergebnisse auf Mutationen untersucht.

Bei den Impfungen geht es langsam voran: 17.632 Erstimpfungen und 5352 Zweitimpfungen wurden inzwischen in den beiden Impfzentren Zeil und Hofheim durchgeführt. Die Hausärzte haben bisher 3915 Dosen verimpft. Damit liegt die Quote der Erstimpfungen bei 25,86 Prozent, bei den Zweitimpfungen bei 6,55. Noch liegt der Landkreis damit hinter den Nachbarkreisen.

Sorgenkind in Unterfranken hinsichtlich der Inzidenz ist nun die Stadt Schweinfurt mit 308,8 (Vortag: 282,6). Den niedrigsten Wert hat der Landkreis Würzburg mit 65,9 (Vortag: 67,2). Im Nachbarkreis Bamberg liegt die Inzidenz seit Tagen über 150, die Stadt Bamberg wiederum darf sich mit einem Grenzwert unter 100 (vier Tage in Folge) auf weitere Lockerungen freuen. Liegt die Inzidenz am Dienstag und am Mittwoch immer noch unter 100, könnten diese am Donnerstag in Kraft treten: Beispielsweise würde dann die nächtliche Ausgangssperre entfallen.

Bei den Nachbarn in Coburg steigt die Sieben-Tage-Inzidenz weiter an. Im Landkreis liegt sie aktuell bei 275,5 und in der Stadt bei 226,4. Corona-Ausbrüche in der vergangenen Woche im Medical-Park Bad Rodach und im Klinikum Coburg haben dazu beigetragen. Laut Landratsamt passieren aber die meisten Ansteckungen nach wie vor im privaten Bereich.

Zur weiteren Vorsicht mahnt auch das Landratsamt in Haßfurt. „Weiterhin ist es wichtig, dass alle Bürgerinnen und Bürger mit Bedacht und Vorsicht mit der Situation umgehen und sich an die bestehenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen halten, insbesondere an die Abstandsregeln, FFP2-Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen – auch am Arbeitsplatz und besonders auch während der Pausen und bei Fahrgemeinschaften“, heißt es in der Pressemitteilung vom Montag.

Alle Schnelltestmöglichkeiten auf einen Blick:

Schnelltestzentren des Landkreises Haßberge:

Haßfurt, Eishalle: Montag bis Freitag von 10.00 bis 18.00 Uhr (letzter Einlass 17.45 Uhr), Sonntag von 10.00 bis 15.00 (letzter Einlass 14.45 Uhr).

Ebern, Turnhalle an der Grundschule: Montag, Mittwoch, Freitag 10.00 bis 18.00 Uhr (letzter Einlass 17.45 Uhr), Sonntag 10.00 bis 15.00 (letzter Einlass 14.45 Uhr.

Hofheim, Haus des Gastes: Montag, Mittwoch, Freitag 10.00 bis 18.00 Uhr (letzter Einlass 17.45 Uhr).

Maroldweisach, Grundschule: Dienstag und Donnerstag: 10.00 bis 18.00 Uhr (letzter Einlass 17.45 Uhr).

Eltmann, Stadthalle: Dienstag und Donnerstag 10.00 bis 18.00 Uhr (letzter Einlass 17.45 Uhr).

Wer einen PoC-Antigen-Test in einem Schnelltestzentrum durchführen lassen möchte, wird gebeten, dementsprechend eine zusätzliche Wartezeit von 15-20 Minuten für die Testauswertung einzuplanen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Ein schriftlicher Befundnachweis ist nur nach Vorlage eines Lichtbildausweises möglich.

Um den Vorgang der Schnelltestung zu beschleunigen, kann die Bescheinigung über das Ergebnis bereits gedruckt und ausgefüllt mitgebracht werden. Das Formular kann auf der Homepage des Landkreise herunter geladen werden unter: https://www.hassberge.de/fileadmin/user_upload/Corona/Formular_negativer-Test-Bestaetigung-allgemein.pdf. Ansonsten erhalten Testwillige diesen auch direkt vor Ort.

Wichtiger Hinweis für die Schnelltests: Bei Minderjährigen ist vor Durchführung des Tests notwendig, dass die Erziehungsberechtigten dazu schriftlich ihr Einverständnis erklären. Dazu gibt es ein Formular, das ausgefüllt werden muss und auf der Internetseite des Landkreises als Download zur Verfügung steht: https://www.hassberge.de/fileadmin/user_upload/Corona/Einwilligung_Minderjaehrige.pdf.

Kommunale Schnellteststationen

Betrieb seit 16. April:

Breitbrunn: Gemeindezentrum, Freitag 16.00 bis 19.00 Uhr (ab heute 30. April)

Rauhenebrach: Feuerwehrhaus Untersteinbach, Mittwoch 17.00 bis 19.00 Uhr, Samstag 16.00 bis 19.00 Uhr, Sonntag 14.00 bis 18.00 Uhr. Ab 1. Mai: täglich von Montag bis Sonntag von 17.00 bis 19.00 Uhr.

Gädheim: Sportheim Ottendorf, Dienstag 16.00 bis 19.00 Uhr, Samstag, 8.00 bis 11.00 Uhr

Stettfeld: Pfarrheim, Mittwoch 16.00 bis 19.00 Uhr

Sand am Main: Foyer Sport-und Kulturhalle, Sonntag, 9.00 bis 12.00 Uhr

Ebelsbach: Grundschule Ebelsbach, Montag, 16.00 bis 19.00 Uhr ab 08.05. zusätzlich Samstag von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr

Wonfurt: Turnhalle Wonfurt, Sonntag, Dienstag, Donnerstag, 16.00 bis 19.00 Uhr

Kirchlauter: Oskar-Kandler-Zentrum, Sonntag, 16.00 bis 18.00 Uhr

Zeil am Main: Turnhalle Mittelschule (ehemaliges Hallenbad), Dienstag und Donnerstag von 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr und Samstag, von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr.

Folgende Schnellteststationen starten demnächst:

Oberaurach: Tagungsraum Oberaurach-Zentrum Trossenfurt, Mittwoch 16.00 bis 19.00 Uhr, Samstag und Sonntag von 9.00 bis 12.00 Uhr (ab 1. Mai)

Theres: Obertheres Alte Turnhalle, Dienstag und Donnerstag von 16 bis 19 Uhr (ab 4. Mai)

Knetzgau: Rathaussaal, Mittwoch 9.00 bis 12.00 Uhr, Samstag 10.00 bis 13.00 Uhr (ab 5. Mai)

Königsberg: Turnhalle, Alleestraße, Dienstag, Donnerstag von 16.00 bis 18.00 Uhr und Samstag von 9.00 bis 11.00 Uhr, (ab 6. Mai)

Ebern: Turnhalle Bundeswehr, ehemalige Kaserne Dienstag 18.00 bis 20.00 Uhr (ab 04. Mai)

Ebern: Jesserndorf Haus der Dorfgemeinschaft, Donnerstag 18.00 bis 20.00 Uhr (ab 06. Mai)

Apotheken und Arztpraxen, die kostenlosen Antigen-Schnelltests anbieten

Fuchs Apotheke Knetzgau, Telefon 09527/950160

Ratsapotheke Zeil, Telefon 09524/266

Die Liste der Apotheken, die im Landkreis Haßberge kostenlose Antigen-Schnelltest anbieten ist einzusehen auf der Seite des Bayerischen Gesundheitsministeriums unter: https://www.stmgp.bayern.de/coronavirus/bayerische-teststrategie/#erklaerung_selbsttest

Gemeinschaftspraxis Stieglitz/Katzenberger Burgpreppach: Montag bis Freitag von 7.30 bis 13.00 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 15.30 bis 18.00 Uhr. Um Anmeldung wird gebeten unter Telefon 09534/648.

Testzentrum Wonfurt

Wer sich im „Bayerischen Testzentrum“ am Kreisabfallzentrum in Wonfurt testen lassen möchte, muss sich vorher online anmelden über das Kontaktformular auf der Homepage des Landkreises unter: https://www.hassberge.de/topmenu/startseite/test.html. Bitte immer den Namen genauso angeben, wie er auf der Versichertenkarte der Krankenkasse steht.

Wer keine digitale Möglichkeit zur Kontaktaufnahme hat, kann telefonisch einen Termin vereinbaren unter 09521/27-720 (Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr. Mitzubringen sind die Versichertenkarte der Krankenkasse, der Personalausweis und ein Mund-Nasen-Schutz sowie die übermittelte Terminbestätigung (ausgedruckt oder digital).

Die Mitteilung des Testergebnisses erfolgt digital direkt über das Labor – über die Corona-APP. Wer keine digitale Möglichkeit hat, erhält das Testergebnis per Post. Weil dies aber wesentlich länger dauert, empfiehlt das Gesundheitsamt allen Bürgerinnen und Bürgern, sich die Corona-Warnapp aufs Handy herunter zu laden. Die Befundmitteilung über die App erfolgt innerhalb von spätestens 48 Stunden – außer am Wochenende; per Brief kann dies einige Tage dauern. Positive Ergebnisse werden den Betroffenen IN JEDEM FALL (auch) über das Gesundheitsamt mitgeteilt, denn damit verbunden sind die Informationen für die dann zwingend erforderliche Quarantäne. Allerdings kann es zwischenzeitlich sein, dass auch das Labor oder der Hausarzt positive Ergebnisse an die Betroffenen übermitteln.

Bürgerinnen und Bürger, die an Erkältungssymptomen jeder Schwere und/oder an Verlust von Geruchs-/ Geschmackssinn leiden, sollten sich telefonisch mit ihrem Hausarzt in Verbindung setzen und das weitere Vorgehen besprechen.

Anmeldung fürs Impfen

Anmeldungen zum Impfen erfolgen bayernweit über die Registrierungsplattform des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege. Das heißt, wer einen Impftermin vereinbaren möchte, muss sich zuerst online über dieses Portal registrieren lassen: www.impfzentren.bayern.de. Sollte die Online-Registrierung im Einzelfall für Bürgerinnen und Bürger nicht möglich sein, steht die Impf-Hotline des Landratsamtes Haßberge unter der Rufnummer 09521/27-600 (Montag bis Donnerstag 8.00 bis 16.00 Uhr, Freitag, 8.00 Uhr bis 12.30 Uhr) zur Verfügung.

Informationen rund ums Corona-Impfzentrum gibt es auf der Internetseite des Landkreises unter: https://www.hassberge.de/buergerservice/gesundheit/corona-virus/impfzentrum.html. Unter anderem sind dort die Antworten auf die häufigsten Fragen rund ums Impfen eingestellt. Weitergehende Informationen zum Thema Impfen gegen das Coronavirus gibt es auf der Homepage des Bayerischen Gesundheitsministeriums unter: https://www.stmgp.bayern.de/coronavirus/impfung/. Dort erfährt man zum Beispiel, wie die Reihenfolge der Impfungen geplant ist und welche Dokumente für die Impfung benötigt werden.

Wichtiger Hinweis: Alle Bürgerinnen und Bürger, die bereits in einem der Impfzentren ihre Erstimpfung erhalten haben, erhalten ihre Zweitimpfung definitiv auch wieder im Impfzentrum und nicht beim Hausarzt, der Termin wurde bereits vereinbart und bleibt bestehen. Personen, die sich beim Hausarzt haben impfen lassen oder beim Hausarzt bereits einen festen Impftermin vereinbart haben, werden gebeten, ihren Account im System BayIMCO wieder zu löschen. Es gibt leider keine Schnittstelle zwischen den Praxen und den Impfzentren. Wer sich nicht abmeldet, erhält dann natürlich eine Einladung zum Impfzentrum. Dies ist grundsätzlich nicht weiter schlimm, kann jedoch zu Verwirrung und verlängerte Wartezeiten für andere führen. Durch die Löschung des Accounts hat das Impfzentrum einen realistischen Überblick, wie viele Personen tatsächlich noch auf einen Impftermin warten.

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