Corona in den Haßbergen Die Zahlen steigen weiter an

Ab heute gelten im Landkreis strengere Regeln zur Eindämmung der Pandemie. Das Gesundheitsamt meldete am Donnerstag 27 Neuinfektionen.

Die Gesamtzahl der bisher bestätigten Fälle im Kreis stieg am Donnerstag auf 2572. Foto: René Ruprecht/René Ruprecht

Kreis Haßberge - Die „dritte Welle“ scheint den Landkreis Haßberge erreicht zu haben: Nachdem in den vergangenen drei Tagen in Folge die 50er-Marke bei der Inzidenz überschritten worden war, erreicht der Wert am Donnerstag neue Höhen. Zwar ließen sich an diesem Tag keine Werte über das Robert-Koch-Institut (RKI) abrufen, das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), mit dessen Zahlen das RKI zuletzt nahezu immer gleichauf gelegen hatte, jedoch vermeldete mit einer Inzidenz von 80,58 einen neuen Höchstwert. Bestätigt wird dies durch die neuesten Meldungen aus dem örtlichen Gesundheitsamt, das am Donnerstag im Landkreis Haßberge 27 Neuinfektionen registriert. Damit steigt die Gesamtzahl der bisher bestätigten Fälle im Kreis auf 2572 (Stand: 18. März 2021, 14.30 Uhr).

Nach der Werbung weiterlesen

Aktuell seien 112 Personen mit dem Coronavirus infiziert, vermeldet Pressesprecherin Monika Göhr; fünf Infizierte sind in stationärer Behandlung, einer davon auf der Intensivstation. In häuslicher Isolation befinden sich 313 Personen. Unter den 27 Neuinfektionen sind elf mit bedenklichen Corona-Mutanten, wie das Landratsamt bestätigt. Damit wurden bislang insgesamt 71 solcher Mutationen im Kreis festgestellt. Bei 61 Fällen handelt es sich nach Behördenangaben um das britische Virus, bei einem um die südafrikanische Variante. „Neun weitere Mutations-Fälle lassen sich nicht eindeutig definieren“, so Landratsamtssprecherin Monika Göhr. Neben diesen bestätigten Mutanten gebe es noch 13 Verdachtsfälle: „Hier steht das Ergebnis der sogenannten Genom-Sequenzierung noch aus.“ Aktuell würden alle positiven Corona-Testergebnisse auf Mutationen untersucht.

Weil der Inzidenzwert nunmehr mehrere Tage in Folge über 50 liegt, gelten im Landkreis Haßberge wie berichtet ab dem heutigen Freitag wieder strengere Regelungen. Die betreffen vor allem den Einzelhandel: Die Öffnung von „Ladengeschäften mit Kundenverkehr für Handel, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe“, wie es heißt, ist nur für einzelne Kunden nach vorheriger Terminbuchung („Click & Meet“) für einen fest begrenzten Zeitraum zulässig; obendrein müssen die Kontaktdaten der Kunden erhoben werden.

Auch für Kultur und Freizeit gelten Auflagen: So dürfen beispielsweise das Eberner Heimatmuseum und die Xaver-Mayr-Galerie wie alle anderen Museen und Ausstellungen im Landkreis am Wochenende nur mit vorheriger Terminbuchung und Kontaktverfolgung besucht werden.

Unverändert bleiben dagegen die geltenden Kontaktbeschränkungen: In Landkreisen nämlich, in denen die 7-Tage-Inzidenz zwischen 35 und 100 liegt, sind Treffen mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie zusätzlich den Angehörigen eines weiteren Hausstands erlaubt, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt fünf Personen (maßgeblich sind Personen über 14 Jahre) nicht überschritten wird. Neu ist: „Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gelten jeweils als ein Hausstand, auch wenn sie keinen gemeinsamen Wohnsitz haben“, wie Monika Göhr informiert.

Auf Grund der steigenden Infektionszahlen hat der Kreisverband Haßberge des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) auch seine für Samstag, 20. März, im gesamten Landkreis Haßberge geplante Altkleidersammlung abgesagt. Kleidersäcke dürfen jedoch wie immer gerne in einen der vielen in den Haßbergen aufgestellten BRK-Altkleidercontainern geworfen werden.

Auch in den Nachbarkreisen steigen mittlerweile die Zahlen wieder an. Über der 50er-Marke liegt die 7-Tagesinzidenz in Stadt und Landkreis Coburg, in der Stadt Bamberg 59,5 und im Landkreis Bamberg 47,8 (Stand 18. März). Auch für die Stadt Bamberg gilt wieder ein Einkauf nur mit vorheriger Terminvereinbarung, im Landkreis ist der Einkauf noch möglich. Härter trifft es dagegen den Nachbarkreis Schweinfurt: Drei Tage in Folge liegt der Inzidenzwert der Stadt Schweinfurt über 100 (Dienstag, 16. März: 104,8; Mittwoch, 17. März: 108,6: Donnerstag, 18. März: 112,3). Damit gehört die Stadt Schweinfurt zu den Regionen, für die die sogenannte Notbremse in Kraft tritt, die in der 12. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung des Freistaats Bayern festgeschrieben ist. Konkret bedeutet das, dass ab Samstag, 20. März, im Wesentlichen die Regelungen wieder gelten, die vor dem 8. März gültig waren. Im Einzelnen etwa eine Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr, private Zusammenkünfte nur im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und einer weiteren, nicht im Haushalt lebenden Person, und erneut geschlossene Museen und Freizeiteinrichtungen. Erst wenn der Inzidenzwert von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen wieder unterschritten wird, greifen ab dem 5. Tag der erstmaligen Unterschreitung erneut Lockerungen.

Im Landkreis Schweinfurt wiederum hat der Inzidenzwert drei Tage in Folge die 50 überschritten (Donnerstag: 58,9): Damit gelten nun auch hier die gleichen Regelungen wie in den Haßbergen.