Corona in den Haßbergen Impfen und Hoffen

Der Landkreis hinkt beim Impfen hinterher. Foto: /René Ruprecht

Inzidenz über 1000, Impfquote unter 70: Die Haßberge kämpfen mit der Pandemie. Die Hoffnung ruht auf Impfen ohne Termin und dem „Totimpfstoff“. Wann der allerdings kommt, ist noch unklar.

Kreis Haßberge - Die niedrigste Inzidenz im Freistaat vermeldet aktuell der Nachbarlandkreis Coburg: 429,7 notiert das Robert-Koch-Institut (RKI) hier, es ist gemeinsam mit Hof (489,8) der einzige Landkreis in Bayern, wo die Inzidenz noch unter 500 liegt. In fast allen unterfränkischen Regionen (mit Ausnahme von Main-Spessart) sind die Inzidenzwerte dagegen weiter gestiegen. Sieben der zwölf unterfränkischen Landkreise und Städte liegen am Donnerstag über der 100er-Marke – auch die Haßberge. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt laut RKI hier 1041,8.

Dennoch bleiben die Corona-Hotspotregeln bei einer Inzidenz von über 1000 bis einschließlich 9. Februar – bis dahin gilt die 15. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung – weiterhin ausgesetzt. „So treten auch bei Überschreitung der 7-Tage-Inzidenz von 1000 im Landkreis Haßberge keine verschärften Lockdown-Regelungen, zum Beispiel in der Gastronomie, ein“, bestätigt Monika Göhr, Pressesprecherin am Landratsamt Haßberge.

Noch immer nicht so stetig wie die Inzidenzzahlen steigt in den Haßbergen die Impfquote. Als vollständig geimpft gelten am Donnerstag laut Landratsamt insgesamt 58 245 Bürgerinnen und Bürger, das entspricht einer Impfquote von 69,01 Prozent. Bei den vollständig Geimpften sind nach Angaben der Behörde die Impfungen mit Johnson & Johnson enthalten, doch für diese Geimpften hat sich die Lage bekanntlich verschlechtert: Nach einer einmaligen Johnson & Johnson-Impfung wird nun eine zweite Impfstoffdosis für den „Voll-geimpft-Status“ benötigt. Wer nur eine einmalige Impfstoffdosis erhalten hat, gilt rechtlich daher nicht mehr als „vollständig geimpft“. Eine weitere Impfung ist vier Wochen nach der ersten möglich, und erst weitere drei Monate nach dieser Zweitimpfung kommt eine Auffrischungsimpfung infrage, um dann auch als „geboostert“ zu gelten. Parallel zu den Inzidenzen steigt also mancherorts auch die Frustration.

Um die Impfquote zu steigern, bieten die Impfzentren des Landkreises Haßberge von Montag, 31. Januar, zunächst bis einschließlich Sonntag, 13. Februar, wieder Impfen ohne vorherige Terminvereinbarung an. Aufgrund des nicht planbaren Aufkommens an Impflingen könne es hier jedoch gegebenenfalls zu Wartezeiten kommen, heißt es aus dem Landratsamt. Um Wartezeiten zu vermeiden, bestehe auch weiterhin die Möglichkeit einen festen Termin mit vorheriger Registrierung unter www.impfzentren.bayern, auch innerhalb der genannten Zeiträume, zu buchen. „Impfen ohne Termin“ findet zu folgenden Zeiten statt:

•im Impfzentrum Hofheim: Freitag, 28. Januar, bis Sonntag, 30. Januar, jeweils von 18 bis 21 Uhr, am 31. Januar von 13 bis 16 Uhr und von 180 bis 21 Uhr, sowie vom 1. bis 13. Februar von Montag bis Sonntag 8 bis 11 Uhr, 13 bis 16 Uhr und 18 bis 21 Uhr.

•im Impfzentrum Ebelsbach: Freitag, 28. Januar, von 11 bis 14 Uhr sowie von 31. Januar bis 13. Februar von Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 14.30 Uhr.

•Im Impfzentrum Königsberg: 31. Januar bis 13. Februar von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 11 bis 14.30 Uhr und von 16 bis 19.30 Uhr.

„Kinderimpftermine sind ausgenommen, diese finden innerhalb der angekündigten Zeiten mit Termin statt“, erklärt Landratsamtssprecherin Monika Göhr. Das Impfangebot für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren hat der Landkreis Haßberge erweitert, die Termine können ab sofort inklusive der Zweitimpfung gebucht werden. Die nächsten Kinder-Sonderimpftage sind im BRK-Impfzentrum Hofheim (jeweils von 12.45 Uhr bis 17 Uhr) am 29. Januar und 30. Januar, sowie am 4. Februar, 6. Februar, 12. Februar, 13. Februar, 17. Februar, 19. Februar, 20. Februar, 25. Februar und 27. Februar (Termine im März und April unter www.haßberge.de; weitere Impftermine für Kinder sind laut Landratsamt in Planung und werden rechtzeitig veröffentlicht). Eltern, die ihre Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren impfen lassen möchten, können über die Hotline 09521/27-769 (Montag, Dienstag, Donnerstag 8 bis 16 Uhr sowie Mittwoch und Freitag von 8 bis 12 Uhr) oder 09521/27-600 (Montag bis Freitag 8 bis 16 Uhr) einen Termin vereinbaren.

Eine höhere Impfquote erhofft man sich auch durch den neuen Impfstoff von Novavax. Schließlich haben viele Impfskeptiker und Gegner der mRNA-Impfstoffe lange auf die Freigabe eines sogenannten „Totimpfstoffs“ gewartet. Das Vakzin auf Proteinbasis (ähnlich wie bei der Hepatitis B-Impfung) verspricht eine Wirksamkeit von rund 90 Prozent. Die ersten Lieferungen sollen in der dritten Februarwoche im Freistaat eintreffen und laut Gesundheitsministerium zunächst den Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegebereich zur Verfügung stehen. Das Landratsamt Bamberg vermeldet bereits ein Lieferdatum für sein Impfzentrum in der zweiten Februarhälfte. „Dieser soll zunächst für diejenigen noch nicht geimpften Personen eingesetzt werden, die in Einrichtungen beschäftigt sind, für die ab Mitte März eine Impfpflicht gilt“, erklärt Pressesprecher Frank Förtsch: „Dort wird in den nächsten Tagen erhoben, wer sich noch mit dem Proteinimpfstoff impfen lassen möchte.“

Am Landratsamt in Haßfurt gab es bisher noch keine Information. „Uns liegen bisher noch keine konkreten Infos vor, wann und in welcher Menge der Totimpfstoff kommen soll“, sagt Pressesprecherin Monika Göhr auf NP-Anfrage. Wie viele Impfdosen die einzelnen Regionen erhalten, ist noch unklar. Das hängt laut Gesundheitsministerium auch davon ab, wann der Bund den Ländern welche Mengen an Impfstoff zur Verfügung stellt.

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