In Deutschland Kulmbach ist Inzidenz-Spitzenreiter

Melitta Burger , aktualisiert am 12.08.2022 - 08:29 Uhr
  Foto: /dpa/Bernd Weißbrod

Mit weitem Abstand in Sachen Corona auf Platz 1: Oliver Hempfling vom Landratsamt erklärt, warum das nicht mehr die Bedeutung hat wie früher.

Inzidenz-Spitzenreiter von ganz Deutschland: Das Dashboard des Robert-Koch-Instituts (RKI) hat den Landkreis Kulmbach am Donnerstagmorgen mit einem Wert von 1248,8 als den mit Abstand führenden in Sachen Corona ausgewiesen. Mit 947,7 lag Kassel auf Platz 2. Nur die Kulmbacher Fallzahlen waren an diesem Tag vierstellig. Am Nachmittag hatte sich die Lage dann nochmals weiter verschärft.

Im Kulmbacher Landratsamt werden diese Zahlen natürlich verfolgt. Auch zu der Frage, ob das Bierfest mit seinen vielen Tausend Besuchern Einfluss auf diese Inzidenzwerte hat, habe man sich Gedanken gemacht, sagt Oliver Hempfling. Er schränkt allerdings ein: „Die 7-Tage-Inzidenz hat für mich nicht mehr die Aussagekraft, die sie früher einmal hatte.“ Dafür gebe es mehrere Gründe. Viele Infizierte machten keine PCR-Tests mehr. Nur diese fließen aber in die Statistik ein. „Man muss von einer hohen Dunkelziffer ausgehen.“ Und dann gebe es immer wieder Landkreise, für das das RKI zum Teil über Tage keine aktuellen Zahlen ausweist.

„Das verzerrt das Ranking“, meint Hempfling, der während des Katastrophenfalls den Krisenstab des Landkreises geleitet hat. Woran es liegt, dass viele Regionen auf dem Dashboard des RKI keine aktuellen Zahlen ausweisen, weiß Hempfling nicht. Allerdings mag er auch nicht glauben, dass es angesichts der Gesamtlage Landkreise oder kreisfreie Städte in Bayern gibt, die tatsächlich zum Beispiel von Freitag bis Monat keinen einzigen neuen Fall zu melden haben. Am Dienstag dieser Woche sei das bei mindestens einem Viertel der bayerischen Landkreise der Fall gewesen, schätzt Hempfling und verweist darauf, dass Kulmbach nach wie vor täglich keine Meldungen abgebe.

Für den Vertreter des Landratsamts wäre es besser, mehr auf die Hospitalisierungsrate zu blicken und dabei besonders die Situation auf den Intensivstationen im Auge zu haben. Deswegen sei der Landkreis Kulmbach, wie berichtet, auch kürzlich dazu übergegangen, nur noch die stationären Klinikpatienten zu beziffern, die tatsächlich wegen und nicht mit Corona im Krankenhaus behandelt werden. „Das reine Fallzählen kann da nicht mehr das Kriterium sein.“

 

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