Verlaufen Reinfektionen milder?
Ausweislich der aktuellen Studienlage rufen Zweit- oder Drittinfektionen häufig mildere Symptome hervor. Dazu kommt ein jeweils geringes, aber „höchstwahrscheinlich additives Long-Covid-Risiko“, sagt der Infektiologe Julian Schulze zur Wiesch vom Uniklinikum Hamburg-Eppendorf: Auch die zweite oder dritte Infektion können Langzeitfolgen haben. Das legen Ergebnisse einer noch nicht begutachteten US-amerikanischen Studie mit Daten von rund sechs Millionen pensionierten Soldaten nahe.
Sind erneut Infizierte ansteckend?
Das hatte Schulze zur Wiesch vergangenes Frühjahr am Beispiel einer Krankenpflegerin nachgewiesen. Insbesondere für nicht Geimpfte ist dieser Hinweis wichtig, weil er gegen die Idee einer vollständigen Herdenimmunität spricht. Reinfizierte seien vermutlich kürzer ansteckend als Erstinfizierte. „Für BA.5 wissen wir es noch nicht so genau“, gibt Schulze zur Wiesch zu. Es gebe aber keinerlei Hinweise darauf, dass sie gar nicht infektiös sind.
Wie kann ich mich vor Reinfektionen schützen?
Grundsätzlich schützt eine Impfung vor schweren Krankheitsverläufen und, wenngleich deutlich schwächer, vor einer Ansteckung. Das gilt auch für die Auffrischimpfungen. Die EU-Seuchenschutzbehörde ECDC hatte erst kürzlich allen über 60 einen zweiten Booster empfohlen.
Für Jüngere und Gesunde ist auch denkbar, die Auffrischimpfung von September an mit einem an die Omikronvariante angepassten Impfstoff durchzuführen. Daneben helfen die üblichen Vorsichtsmaßnahmen, an die sich auch Genesene halten sollten – also etwa Abstand und Maske mindestens in schlecht belüfteten oder gut gefüllten Innenräumen.