Das Auftreten von Thrombosen und Blutungen könnte auch mit den Altersgruppen zusammenhängen, die bevorzugt geimpft wurden. So wurde nach Impfungen mit Astrazeneca in Großbritannien keinerlei Zunahme von Hirnvenenthrombosen verzeichnet. Dort erhielten von Anfang an auch ältere Personen das Vakzin. Sie sind nach derzeitigem Wissensstand weniger anfällig für diese Komplikation. In Deutschland wurden zunächst nur Personen unter 65 mit dem Präparat geimpft. Auch das Geschlecht spielt offenbar eine Rolle: Die meisten gemeldeten Fälle betrafen Frauen bis 55. Unterschiedliche Reaktionen auf einzelne Vakzine könnten auch mit den enthaltenen Zusatzstoffen zusammenhängen. Denkbar ist etwa, dass die Fettmoleküle, die bei mRNA-Vakzinen die Erbgutschnipsel umhüllen, unerwünschte Reaktionen hervorrufen. Auch Wirkverstärker können Probleme verursachen wie etwa bei dem Schweinegrippe-Vakzin von Glaxosmithkline, das mit Fällen von Narkolepsie in Verbindung gebracht wurde.
Worauf sollten Geimpfte achten?
Trotz des äußerst geringen Risikos sollten Geimpfte in den Tagen nach dem Impftermin auf Symptome einer Hirnvenenthrombose wie Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen oder Übelkeit achten. Auch punktförmige Hautblutungen könnten ein Warnhinweis sein. In solchen Fällen sollte man sofort einen Arzt aufsuchen. Bei schneller Erkennung gibt es gute Behandlungsmöglichkeiten – etwa mit Gerinnungshemmern wie Heparin.