NIEDERLANDE
Die Niederlande haben am Mittwoch trotz anhaltend hoher Corona-Zahlen die ersten Maßnahmen seit dem strengen Lockdown von Mitte Dezember gelockert. Die abendliche Ausgangssperre ist abgeschafft, Geschäfte dürfen wieder Kunden ohne Termin empfangen und Gaststätten im Außenbereich unter Auflagen wieder Gäste bedienen - zumindest von 12.00 bis 18.00 Uhr. Zuhause dürfen die Menschen wieder zwei statt bisher einen Besucher am Tag treffen. Verboten bleiben alle Veranstaltungen mit Publikum wie etwa Museen, Kinos und Theater. Schüler und Studenten haben zumindest an einem Tag in der Woche Präsenzunterricht. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 317. Rund 30 Prozent der Bevölkerung wurde mindestens einmal geimpft. Von Einreisen wird derzeit noch dringend abgeraten. Touristen brauchen bei der Rückkehr einen negativen Corona-Test und müssen in manchen Bundesländern auch in Quarantäne. Für Geimpfte gibt es bislang keine Vorteile.
ÖSTERREICH
Ab 19. Mai dürfen die Gastronomie, Hotels, Bühnen und Sporteinrichtungen wieder die Pforten öffnen. Dabei setzt die Regierung auf Zutrittstests als Schutzmaßnahme. Veranstaltungen sind draußen auf 3000 und drinnen auf 1500 Personen beschränkt. In und rund um Wien gilt derzeit ein noch strengerer Lockdown, daher sind die meisten Geschäfte bis Sonntag noch geschlossen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank landesweit zuletzt auf 168. Rund 28 Prozent der Einwohner ab 16 Jahren haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Die Quarantänepflicht gilt ab 19. Mai nur für Reisende aus Hochrisikogebieten gemäß der EU-Gesundheitsbehörde ECDC. Touristen aus Deutschland brauchen nur mehr negative Tests, Impfungen oder Genesungsnachweise.
POLEN
Schrittweise Öffnungen sind geplant. Zuerst sollen etwa Einkaufszentren und Museen unter Hygieneauflagen wieder öffnen dürfen. Vom 8. Mai an dürfen Hotels Gäste bis zu einer Auslastung von 50 Prozent beherbergen. Die Außengastronomie soll ab dem 15. Mai starten. Ab dem 29. Mai soll der Restaurantbetrieb in Innenräumen mit halber Auslastung möglich sein. Das Gesundheitsministerium meldete am Mittwoch 8895 registrierte Neuinfektionen und 636 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden, eine Sieben-Tage-Inzidenz wird in Polen nicht berechnet. Etwa 10,7 Millionen Menschen - das entspricht 28,2 Prozent der Bevölkerung - sind mindestens einmal geimpft. Reisende aus EU-Ländern müssen sich für zehn Tage in Quarantäne begeben. Das gilt jedoch nicht für vollständig Geimpfte und für Personen, die einen negativen PCR- oder Antigentest vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist.
SCHWEIZ
Bereits seit Anfang März haben Läden, Museen und Bibliotheken trotz steigender Infektionszahlen wieder geöffnet. Seit 19. April sind auch Restaurantterrassen, Kinos, Theater und Fitnesszentren wieder in Betrieb. Auch Open-Air-Konzerte und Fußballspiele dürfen wieder stattfinden. Dabei gelten Hygieneregeln wie etwa eine Begrenzung der Anzahl von Anwesenden oder die Maskenpflicht. Seit Ostern - vier Wochen nach der Öffnung von Läden und Museen - ist der Anstieg der Corona-Zahlen nur noch sehr gering. Anders als in anderen Ländern wird in der Schweiz eine 14-Tage-Inzidenz berechnet. Laut Bundesamt für Gesundheit lag sie am Mittwoch bei 315 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner. Nach jüngsten Zahlen waren knapp zehn Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Wer mit dem Flugzeug ankommt, muss grundsätzlich einen negativen Test vorweisen. Außer aus Sachsen und Thüringen können Deutsche auf dem Landweg problemlos einreisen.
SLOWAKEI
Vor eineinhalb Wochen haben die Geschäfte unter Einhaltung strenger Hygiene- und Abstandsregeln wieder geöffnet. Gastronomiebetriebe dürfen seit Montag wieder in ihren Außenbereichen Speisen und Getränke servieren. Bei professionellen Sportveranstaltungen sind seit Dienstag auch wieder Zuschauer erlaubt. Die Zahl der Neuansteckungen ist rückläufig und gemessen an der Einwohnerzahl inzwischen auch deutlich unter den Zahlen für Deutschland. Bis Mittwoch wurden nach offiziellen Angaben rund 20 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. Ungeimpfte Touristen müssen nach vorheriger Internet-Registrierung eine 14-tägige Quarantäne antreten, von der ein „Freitesten“ nach frühestens acht Tagen möglich ist. Geimpfte dürfen sich diese Zeit verkürzen, indem sie sich sofort nach der Einreise einem PCR-Test unterziehen.
SPANIEN
Die Lage in Spanien ist relativ stabil, die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Mittwoch bei 108. Bisher hat 23 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfung erhalten. Am 9. Mai endet der Corona-Notstand und soll wegen der guten Entwicklung nicht verlängert werden. Damit entfällt die Grundlage für die meisten Maßnahmen wie Reisebeschränkungen, nächtliche Ausgangssperren, Obergrenzen bei Versammlungen und Schließung von Gaststätten. Wie es danach weitergehen soll, ist noch nicht klar. Alle Hoffnungen des extrem vom Tourismus abhängigen Landes für eine wieder normale Sommersaison richten sich auf den digitalen Impfpass.
TSCHECHIEN
Noch vor kurzem galt das Land als Corona-Hotspot Europas. Doch die Infektionslage hat sich deutlich gebessert. Innerhalb von sieben Tagen steckten sich nach aktuellen Zahlen noch rund 150 Menschen je 100 000 Einwohner an. Mit Lockerungen war die Regierung bisher vorsichtig. Schon bald könnten alle Geschäfte öffnen, eine Entscheidung darüber steht aber noch aus. Mehr als 18 Prozent der Gesamtbevölkerung haben bislang mindestens eine Corona-Impfung bekommen. Die Einreise nach Tschechien ist weiterhin nur mit triftigem Grund möglich.