Creators Camp in Rödental Die Schule der Zukunft

Beim „Creators Camp“ werden Schüler aktiv und entwerfen Ideen für die Schule von morgen. Die sind nicht nur digital, sondern sehr praxisbezogen.

„Uns ist es ganz wichtig, in der eigenen Geschwindigkeit lernen zu dürfen. Jeder ist unterschiedlich und so sollte man auch den Schultag individueller gestalten können“, Camillo und Lennart sind sich einig. Die beiden Gymnasiasten befinden sich in der Digitalen Manufaktur in Rödental und basteln in einer Kleingruppe am Prototyp einer App, mit deren Hilfe man sich den Unterricht selbst einteilen kann. Und die Vorstellungen sind konkret: Lehrer sollen den geplanten Stoff im Voraus hochladen, die Schüler ihn dann individuell bearbeiten. „Es gibt dabei ein Budget an Präsenzstunden“, so Luca, „mit einem Bonus, bei dem sich der Schüler aussuchen kann, in welchem Fach er am dringendsten Hilfe benötigt und dieses dann besuchen kann.“

Die sechsköpfige Truppe ist Teil und zum Abschluss Gruppensieger des „Creators Camp“, das am Wochenende in Rödental stattfand. Die Zukunft.Coburg.Digital GmbH hatte, in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises, insgesamt 30 Schüler der vier Coburger Gymnasien, des Arnold-Gymnasiums in Neustadt und der Coburger BOS/FOS zum „Hackathon“ unter dem Motto „Gestalte die Schule von morgen“ eingeladen. Dabei durften die Jugendlichen in den zwei Themenbereichen „Wie und was wollen wir in Zukunft lernen?“ und „Wo und wann wollen wir in Zukunft lernen?“ kreative Ideen entwickeln und diese zum Abschluss in fünfminütigen Pitches präsentieren. Mentoren aus Unternehmen der Digitalen Manufaktur und der Coburger Wirtschaft unterstützten mit Impulsen und technischem Knowhow. Doch: „Wir möchten Schülern die Möglichkeit bieten, komplett selbstständig und frei zu arbeiten“, so Eva Kollmann von Zukunft.Coburg.Digital, „und dabei sozusagen ein wenig den Gründergeist wecken.“

Dass dies gelungen ist, ist den Oberstuflern deutlich anzumerken. Ein paar Räume weiter sprudeln ebenfalls die Ideen. „Lebenskunde“ soll als neues Unterrichtsfach eingeführt werden. Paula, Leni und Maximilian vom Team „How2“ sind sich einig, dass man in der Schule viel zu wenig über das Leben lernt. „Wir würden gerne wissen, wie man beispielsweise eine Steuererklärung ausfüllt, das Krankenversicherungssystem funktioniert oder mal einen Rhetorikkurs besuchen“. Dabei ist angedacht, dass Firmen den Heranwachsenden diese Informationen aus Expertenhand weitergeben. Über eine Website sollen sich Firmen und Schulen vernetzen können.

Mit diesen Gedanken stieß das Team „How2“ auch bei der sechsköpfigen Jury, bestehend aus Vertretern der Wirtschaft und der Schulen, auf positives Feedback und gewann die Challenge seiner Gruppe.

Was passiert mit den Ideen, zu denen sich noch weitere, wie die Einteilung des Schulgebäudes in Lernbereiche zum Wohlfühlen, das vermehrte Angebot zu Projekt- und fächerübergreifender Arbeit und mehr flexible Übungszeit, gesellen? „Es ist angedacht, diese weiter zu tragen und dem Kultusministerium vorzustellen“, so Eva Kollmann.

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