CSU-Kreisvorsitz Vogel löst Wette ein

Martin Schweiger
Verabschiedung vom Kreisvorsitzenden mit (von links) Alexander Bergmann, Steffi Hümpfner, Dorothee Bär, der scheidende Kreisvorsitzende Steffen Vogel, Heidi Müller-Gärtner, Gerhard Zösch und Landrat Wilhelm Schneider. Foto: Martin Schweiger

Dorothee Bär ist die neue CSU-Kreisvorsitzende, Julian Müller ihr Stellvertreter. Doch die Wahlen gerieten, da das Ergebnis vorhersehbar war, fast zur Nebensache. Im Fokus stand Steffen Vogel, der auf der Bühne unter anderem die einst versprochenen 60 Liegestütze schaffte.

Martin Schweiger

60 Liegestütze machte der scheidende CSU-Kreisvorsitzende Steffen Vogel am Dienstag, 14. September, auf der Bühne des Haus des Gastes während der CSU-Kreisversammlung unter dem Beifall seiner Parteifreunde. Vogel löste damit eine Wette ein ( Neue Presse vom 23. August 2022 ). „Die Grünen sollen nicht denken, dass sie die 1000 Euro von mir kriegen“, schickte er einen Gruß an den politischen Gegner. Es klang nach einer Kampfansage, die sich auch durch seine Abschiedsrede zog und die Wahl seiner Nachfolgerin Dorothee Bär fast zur Randerscheinung werden ließ.

13 Jahre lang stand der Landtagsabgeordnete Vogel an der Spitze der CSU im Landkreis. Seine politische Karriere auf Kreisebene startete der heute 48-Jährige als Kreisgeschäftsführer von 1996 bis 2005. Es folgten vier Jahre als Schriftführer und 13 Jahre als Kreisvorsitzender. Seit dem Jahr 2013 sitzt Vogel auch im Bayerischen Landtag. In einer Videobotschaft, die auf einer Großleinwand abgespielt wurde, würdigte Ministerpräsident Markus Söder den jetzigen CSU-Bezirksvorsitzenden Vogel für seine „menschlich überragende Art“ und bezeichnete ihn als „einen der schönsten und am modischsten gekleideten Kreisvorsitzenden.“ Das Lob schien Vogel zu beflügeln.

In seiner Rede rechnete er mit der Bundesregierung ab: „Wir brauchen bezahlbare Energiesicherheit für unsere Bürgerinnen und Bürger und für unsere Unternehmen. Deshalb ist es unverantwortlich die verbliebenen Kernkraftwerke nicht weiter laufen zu lassen“, sagte er. Die Bundesregierung fahre aus einer rein ideologischen Haltung unsere Wirtschaft und unser Land an die Wand. „Das ist unerträglich“, so Vogel. Auf lokaler Ebene stellte er die Erfolge heraus. So habe die CSU-Haßberge die Spitzenkandidatinnen der Frauenunion (Dorothee Bär) und der Jungen Union (Steffi Hümpfner) gestellt, was es zuvor noch nie gegeben habe. Bär habe mit 39,1 Prozent ihr Direktmandat im Bundestag souverän verteidigt, während Sabine Dittmar (SPD) nur 19,04 Prozent erreichte und Manuela Rottmann (Grüne) nur auf 9,54 Prozent kam. Ein weiterer Höhepunkt sei die „Attacke 22“ Auftaktveranstaltung im April dieses Jahres gewesen, bei der acht neue Mitglieder gewonnen werden konnten. Knapp 1600 CSU-Mitglieder gebe es im Landkreis. Neben dem Landrat gebe es zwölf Bürgermeister, 27 Kreisräte und über 120 Stadt- und Gemeinderäte mit schwarzem Parteibuch.

Inhaltlich habe der Kreisverband das Antragspaket „Klimaneutraler Landkreis 2030“ mit acht Unteranträgen auf den Weg gebracht. Dies habe dazu geführt, dass der Landkreis nun mit verschiedenen Maßnahmen Vorreiter in ganz Bayern sei. Die Sicherung der natürlichen Grundlagen und die Bewahrung der Schöpfung gehörten zur Grund-DNA der CSU. „Nicht umsonst hatten wir in Bayern das erste Umweltministerium, als es noch gar keine Grüne gab“, betonte Vogel. Abschließend bedankte er sich bei langjährigen Parteifreunden wie Gerhard Zösch oder Siegmund Kerker für deren Unterstützung.

Die anschließende Wahl zur neuen Kreisvorsitzenden gewann Dorothee Bär mit einem Wahlergebnis von 94,8 Prozent bei 118 anwesenden Stimmberechtigten. Eine zweite Kandidatin oder einen zweiten Kandidaten gab es nicht. Auch Bär versäumte es nicht, auf Missstände in der Ampel-Koalition hinzuweisen, wie einen Bundeswirtschaftsminister Habeck, „der nichts von Wirtschaft versteht“. Sie warnte vor grünen Politikern, die vorschlagen, Fotovoltaikanlagen in Weinberge zu bauen, wo wegen des Wassermangels nichts wächst. „Lasst uns diese Dilettanten-Gruppe ablösen“, forderte die Bundestagsabgeordnete. Gleichzeitig monierte sie die mangelnde Geschlossenheit in CDU und CSU, die den Weg in die Opposition führte. Stolz sei sie auf die drei Säulen der CSU im Landkreis, nämlich die Frauenunion, die Junge Union sowie die Seniorenunion. Zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden mit 94,1 Prozent der Stimmen wurde Julian Müller gewählt. Der 27-Jährige ist Zweiter Bürgermeister von Sand und seit 2019 Kreisvorsitzender der Jungen Liste. Er kandidiert bei der Bürgermeisterwahl im Mai kommenden Jahres. „Ich bin gern bei die Leut und geb 110 Prozent für Sand, den Landkreis und die CSU“, versprach er. Mit einem gemeinsamen Verfolgen der Champions-League-Partie der Bayern gegen Barcelona endete der Abend.

 

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