Dekanat Michelau Aufbruch in neue Zeit

Ebenso wie die Gläubigen der beiden Kirchengemeinden stimmte Pfarrerin Tanja Vincent (rechts) ihrem Auftrag zu, in Zukunft in beiden Gemeinden ihren Dienst zu leisten. Die Willensbekundung nahm Dekanin Stefanie Ott-Frühwald entgegen. Foto: Klaus Gagel

Die Kirchengemeinden Schney und Buch schließen sich zu einer Pfarrei zusammen. Die Adventszeit bildet dafür den passenden Rahmen.

Buch am Forst/Schney - Allein schon der Termin, der 1. Advent, war bewusst gewählt. Der Advent, als Beginn eines neuen Kirchenjahres, als Symbol für den Aufbruch in eine neue Zeit, als Zeichen des Hoffens und der Vorfreude passte gut zur Gründung der neuen Pfarrei, die die evangelischen Kirchengemeinden Schney und Buch am Forst im Dekanat Michelau bilden werden.

Beide Gemeinden teilen sich fortan eine Pfarrstelle und müssen deshalb in vielerlei Hinsicht kooperieren. Dabei bleiben die beiden Gemeinden selbstständig sowohl in finanzieller Hinsicht als auch mit Blick auf ihre Kirchenvorstände.

Die Gründung der Pfarrei wurde am 1. Advent mit zwei Gottesdiensten gefeiert. Am Vormittag fand der Auftaktgottesdienst in der St. Maria Kirche in der Schney statt. Am Nachmittag feierten beide Gemeinden eine musikalische Adventsandacht in der Maria-Magdalenen-Kirche in Buch am Forst. Musikalisch ausgeschmückt wurden die beiden Veranstaltungen von Dorothea Lintzmeyer (Schney), Susanne und Jonathan Thaler, Diana Witzgall und Birgit Leicht sowie der Schneyer Band „Glasklar“. Die Predigt hielt Pfarrerin Tanja Vincent, die ab sofort als Pfarrerin nicht nur ihre bisherige Schneyer Gemeinde, sondern auch die Kirchengemeinde in Buch am Forst betreut.

Symbolträchtig war das Geschenk, das Dekanin Stefanie Ott-Frühwald zur Pfarreigründung mitgebracht hatte. Sie hatte einen Ginko wegen der besonderen Form seiner Blätter ausgesucht. Sie sind zweigeteilt und doch eins. Der Baum kann 1000 Jahre und älter werden und ist damit ein Symbol der Hoffnung. Nachdem Schney der Sitz der neuen Pfarrei ist, soll der Gingko-Baum seinen Platz in Buch finden.

In einem Dialog charakterisierten die Vertrauensfrauen der beiden Kirchenvorstände, Diana Witzgall und Beate Bauer, ihre Gemeinden. Dabei stellten sie auch die verbindenden Elemente heraus. „Es war ein langer Weg und wir haben es uns nicht leicht gemacht“, stellten beide fest, doch die Steuergruppe habe gute Arbeit geleistet. Letztlich war es einen Win-Win-Situation, denn die Pfarrstelle in Schney war gefährdet und in Buch wusste man nicht, wie es weitergehen soll.

Deutlich wurde die Vorfreude auf gegenseitige Besuche der Gottesdienste in den jeweiligen Kirchen oder auch im Freien, im Schlosspark, rund um die Kirche oder am Waldkreuz. Für Abwechslung sollen auch die zahlreichen Aktionen im Gemeindehaus – Kinderkirche, Kino, Frauenkreis, Kirchenkaffee und vieles andere mehr – sorgen.

„Manches geht zusammen vielleicht sogar besser als allein. Ich bin überzeugt: Das kann richtig gut werden“, freute sich Diana Witzgall. Birgit Leicht ermutigte die Gläubigen, den Kontakt zu suchen und die eigene aber auch die andere Kirche zu besuchen.

Der „Eheschließung“ zwischen beiden Kirchengemeinden ging eine lange „Verlobungszeit“ voraus. Nach der Verabschiedung von Pfarrerin Veronika Kaeppel Ende Februar 2019 in Buch am Forst war die Pfarrerin Tanja Vincent zusätzlich zu ihrer Stelle in Schney als Vertretung in Buch am Forst eingesetzt. Man kannte sich also und wusste, worauf man sich einlässt.

Nachdem in einem öffentlichen Bekenntnis alle Beteiligten, Pfarrerin Tanja Vincent und die beiden Kirchengemeinden der Gründung der Pfarrei zugestimmt hatten, gehen in Zukunft die 1030 Gemeindemitglieder aus Schney und die 380 evangelischen Christen aus Buch am Forst einen gemeinsamen Weg.

 
 

Bilder