Die Polizei im Süden Bayerns stockte ihr Personal auf. "Wir sind mit der größtmöglichen Stärke im Dienst", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, damit im Ernstfall schnell Hilfe kommen könne. Es sei der größte Verkehrseinsatz in der knapp 20-jährigen Geschichte des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Rund 300 Beamte seien allein vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd im Einsatz.
Bayerisches Rotes Kreuz in Alarmstufe 1
Auch Landratsämter, THW, Feuerwehr und Bayerisches Rotes Kreuz (BRK) verstärkten extra ihr Personal. Das BRK löste vorsorglich die Alarmstufe 1 von 3 aus. Die BRK-Kreisverbände Rosenheim, Traunstein und Miesbach bereiteten sich damit auf verschiedene Szenarien im Falle massiver Verkehrsprobleme vor - nicht nur für die Notfallrettung. Auch Dienste ohne Blaulicht – etwa Hausnotruf, Essen auf Rädern und ambulante Pflege – könnten betroffen sein, wenn sich der Verkehr staue, hieß es. Die Helfer hatten sich auch darauf vorbereitet, im Auto in der Hitze festsitzende Reisende mit Wasser zu versorgen.
Das Landratsamt Rosenheim aktivierte vorsorglich einen "Katastrophenschutzsonderplan Autobahn". Er greift, wenn ein längerer Stillstand auf den Autobahnen droht. Eine Koordinierungsgruppe im Lagezentrum beobachtete permanent die Lage.
Acht Stunden Komplettsperre
Die Komplettsperre des Brennerpasses für den Transitverkehr ist seit 11.00 Uhr in Kraft. Sie dauert auf österreichischer Seite bis 19.00 Uhr, auf italienischer Seite bis 20.00 Uhr. Sie gilt nicht nur für die Autobahn, sondern auch für sämtliche Nebenstrecken. Anlass der Sperre ist eine Protestaktion auf der Brenner-Autobahn. Bewohner demonstrieren gegen die Verkehrsflut.
Fast elf Millionen Autos und rund 2,5 Millionen Lastwagen haben 2025 laut Autobahnbetreiber Asfinag die mautpflichtige Autobahn benutzt. Damit ist die Strecke die verkehrsreichste Nord-Süd-Verbindung der Alpen.