Millionen auf der Straße
Nach Angaben der Veranstalter waren die landesweiten Proteste die größten, die es gegen einen amtierenden US-Präsidenten in der modernen Geschichte an einem Tag gegeben habe. Sie sprachen von rund sieben Millionen Teilnehmenden. Unabhängigere Schätzungen gehen von etwa 5,2 Millionen aus - mit einer möglichen Obergrenze von 8,2 Millionen, wie der Datenjournalist G. Elliott Morris in Zusammenarbeit mit dem Newsroom "The Xylom" ermittelt hat.
Wenn sich die Zahlen in späteren Hochrechnungen bestätigen, könnte die eintägige Protestveranstaltung tatsächlich den bisherigen Rekord übertreffen: Den halten die Proteste des Women's March 2017, die mit 3,3 bis 5,6 Millionen Teilnehmenden angegeben wurden.
Seit Trumps Amtsantritt im Januar haben die Demonstrationen gegen ihn deutlich zugenommen. Seit Beginn des Jahres wurden bereits über 31.000 Protestveranstaltungen registriert, gegenüber knapp 8.000 über denselben Zeitraum zu Beginn seiner ersten Amtszeit. Verschiedene Gruppen scheinen sich zunehmend untereinander zu vernetzen: Zahlreiche Initiativen sind inzwischen unter dem Dach von "No Kings" vereint. Zugleich gilt es als Herausforderung, die Vielzahl unterschiedlicher Anliegen zu bündeln.
Zusammenstöße in Portland
In mehreren Städten kam es zuletzt immer wieder zu kleineren Protesten, insbesondere gegen Trumps Migrationspolitik. Einer der Brennpunkte ist das als progressive Hochburg bekannte Portland im Bundesstaat Oregon. Dort gerieten an einer Einrichtung der Einwanderungsbehörde ICE wiederholt Demonstrierende, Gegendemonstranten und Bundesbeamte aneinander.
Während die großen "No Kings"-Proteste in Portland am Samstag laut dem Lokalsender KATU friedlich verliefen, kam es an der ICE-Einrichtung erneut zu Zwischenfällen. Nach Angaben des Senders setzten Bundesbeamte Tränengas ein; es gab mehrere Festnahmen.