Eine andere Frau soll der Norweger während eines Aufenthalts auf den Lofoten, einer Inselgruppe in Norwegen, im Schlaf vergewaltigt haben: Sie soll demnach von seinen Handlungen aufgewacht sein. Zuvor sollen die beiden aber mehrfach einvernehmlichen Sex gehabt haben.
Høiby ohne Mutter Mette-Marit im Saal
Während der Staatsanwalt über die möglichen Tathergänge spricht, sinkt der 29-Jährige auf der Anklagebank immer mehr in sich zusammen. Er wirkt nervös und unruhig, lässt die Kette in seiner Hand nicht los und starrt auf den Tisch vor sich.
Henriksbø schildert vor Gericht auch, wie der Angeklagte eine frühere Freundin wiederholt gewürgt, geschlagen und angeschrien haben soll. Neben den Vergewaltigungen nach norwegischem Recht werden Høiby etwa auch häusliche Gewalt, Sachbeschädigung, Körperverletzung, Verstöße gegen ein Kontaktverbot, Drogen- und Verkehrsdelikte vorgeworfen.
Gegenüber einer Ex-Freundin soll er mehrfach Gewalt angewendet haben. Ein Vorfall in ihrer Wohnung hatte die Ermittlungen gegen den Sohn von Mette-Marit aus einer früheren Beziehung im August 2024 ins Rollen gebracht. Dort soll Høiby unter Drogeneinfluss gewalttätig geworden sein, ein Messer in die Wand geschmettert und die Wohnung verwüstet haben. Vorwürfe in diesem Zusammenhang räumte er am Dienstag vor Gericht ein.
Im Gerichtssaal hat der 29-Jährige seine berühmte Familie nicht an seine Seite. Kronprinzessin Mette-Marit kündigte eine private Reise an. Kronprinz Haakon hatte im Vorfeld erklärt, er habe Termine. Für die Royals ist der Prozess nicht der einzige Skandal, der das Königshaus in diesen Tagen schwer belastet.
Königsfamilie auch wegen Epstein-Akten unter Druck
Denn der Name der Kronprinzessin taucht Hunderte Male in den gerade veröffentlichten Dokumenten zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf. E-Mails zwischen Mette-Marit und Epstein sollen von einem engen Kontakt der beiden über Jahre zeugen. Der Fall hat das Vertrauen vieler Norweger in die künftige Königin erschüttert.
"Das Problem ist, dass das alles zeitlich zusammenfällt", sagt der norwegische Königshaus-Experte Ole-Jørgen Schulsrud-Hansen. Bislang habe man die Vorwürfe gegen Høiby, der zwar zur Familie, aber nicht zum Königshaus gehört, getrennt betrachten können. "Aber jetzt, wo alles gleichzeitig ans Licht kommt, geht das nicht mehr."
Würde Høiby verurteilt, könnten ihm zehn Jahre Haft drohen, sagt Royal-Experte Schulsrud-Hansen. Für die Königsfamilie wäre das ein weiterer, schwerer Schlag.