Deutscher Schachbund Verloren und doch gewonnen

Bei der Präsidentenwahl erreichte Olga Birkholz gegen den Amtsinhaber einen Achtungserfolg. Im weiteren Verlauf des Kongresses konnte sie einige ihrer Ziele durchsetzen. Foto: /Gabriele Fölsche

Olga Birkholz aus Trebgast geht gestärkt aus den Wahlen beim Deutschen Schachbund hervor. Präsidentin wird sie zwar nicht, aber sie ergattert ein anderes wichtiges Amt.

Trebgast - Olga Birkholz spielt im deutschen Schach weiterhin eine wichtige Rolle. Beim Kongress des Deutschen Schachbundes (DSB) unterlag die Trebgasterin, die für Bindlach spielt, zwar bei der Präsidentenwahl. Später setzte sie sich aber bei der Wahl zur Vizepräsidentin für Verbandsentwicklung gegen zwei Mitbewerber durch. Damit gehört sie auch künftig dem vierköpfigen Präsidium des DSB an.

Ihre Bewerbungsrede um das Präsidentenamt nutzte Birkholz zu deutlichen Attacken gegen den Amtsinhaber Ullrich Krause, dem sie „Diktator-Manieren“ vorwarf. „Ich bin wie ein kleines Mädchen behandelt worden“, sagte sie. Als Präsidentin wolle sie Landesverbände und Referenten stärker einbinden und aufs Ehrenamt setzen. Das kam bei den Delegierten des Online-Kongresses gut an: 92 Stimmen konnte die 59-Jährige auf sich vereinigen. Sieger wurde dennoch der Lübecker Krause mit 118 Stimmen. 43,8 Prozent bedeuten für Birkholz einen Achtungserfolg. Im Gespräch mit unserer Zeitung betont sie, der alte und neue Präsident werde sicher in den kommenden zwei Jahren das Votum der Delegierten beachten müssen.

Dafür, dass dies geschieht, kann sich auch Olga Birkholz selbst stark machen. Entgegen ihrer Ankündigung warf sie noch den Hut für einen weiteren Präsidiumsposten in den Ring. Für den Vizepräsident Verbandsentwicklung hatte sich nur ein Kandidat, der Amtsinhaber Boris Bruhn, gefunden. Der Kongress setzte ihn aber schachmatt: Mit einer Mehrheit von Nein-Stimmen war er nicht gewählt.

Nun wurde Birkholz als eine von drei Bewerbern für dieses Amt vorgeschlagen. Es kam zur Stichwahl, in der sie sich mit 112:103 Stimmen gegen ihren Mitbewerber durchsetzte. Neben Birkholz wird eine weitere Frau dem DSB-Präsidium angehören: Gulsana Barpijeva ist neue Vizepräsidentin Finanzen. Deren Kandidatur hatte die Trebgasterin nachdrücklich unterstützt. Gemeinsam mit Barpijeva werde sie intensiv darauf achten, wie das Geld der Mitgliedsvereine eingesetzt wird.

Olga Birkholz zeigt sich nach einem „turbulenten Tag“ zufrieden. Der Deutsche Schachbund sei mit nunmehr zwei Frauen im Präsidium Vorreiter im Sport. „Das könnte sich der DFB abschauen“, meint sie. Auch für die Referate Breiten- und Freizeitschach sowie Öffentlichkeitsarbeit wurden Frauen gewählt.

Die Wahlen brachten auch Ehrenämter für zwei weitere Oberfranken: Johannes Pfadenhauer, der ebenfalls für den TSV Bindlach-Aktionär spielt, leitet die Kommission Breiten- und Freizeitschach. Und Ingo Thorn aus Coburg, Vorsitzender des Schachbezirks Oberfranken, ist einer der Kassenprüfer.

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