Vor diesem Hintergrund wäre naheliegend, dass Russland das deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg schließt. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte dem russischen Staatsfernsehen am Rande des Östlichen Wirtschaftsforums in Wladiwostok, Moskau selbst werde nicht der Initiator sein von einer Herabstufung der diplomatischen Beziehungen. Gemeint wäre damit etwa der Abzug der jeweiligen Botschafter durch Moskau und Berlin.
Eskalation oder nicht?
Der Vizechef des nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, erklärte, dass Deutschland sich mit seiner "russlandfeindlichen Politik" eine echte Bestrafung verdient habe. Konkret nennt der Ex-Präsident "direkte Schläge" gegen Rüstungsbetriebe in Deutschland, die Militärgüter an die Ukraine liefern. Deutschland ist wichtigster Unterstützer der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg, den Putin im Februar 2022 begonnen hatte.
Sollte Russland nicht spiegelbildlich reagieren, sondern über die deutschen Maßnahmen hinausgehen, würde das von deutscher Seite als weitere Eskalation gewertet. Dann könnte auch Deutschland zu weiteren Maßnahmen greifen. Werden die deutschen diplomatischen Maßnahmen hingegen mit vergleichbaren russischen vergolten, würde das von deutscher Seite als eine erwartbare Reaktion ohne weitere Eskalation gewertet.
Weiteres EU-Sanktionspaket geplant
So oder so muss sich Russland aber auf ein umfassendes neues Sanktionspaket der Europäischen Union einstellen. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte bei Beratungen der Außenminister in Irland, es liefen bereits Vorbereitungen, um 1.600 weitere Personen und Unternehmen mit Verbindungen zum militärisch-industriellen Komplex Russlands mit Strafmaßnahmen zu belegen. Möglicherweise würden weitere hinzukommen.