Alterspräsident: "Demokratie verdient Verachtung nicht"
Es gebe für das neu zusammengesetzte Parlament eine besondere Verantwortung. "Unser demokratisches Plenum lebt gerade heute mehr denn je von der Ernsthaftigkeit des Wortes, nicht von Debatten, die mit Lügen und falschen Ängsten befeuert werden." Vertrauen entstehe dort, wo gemeinsame Verantwortung sichtbar werde. "Unsere Demokratie hat die Verachtung, die ihr in Teilen der Öffentlichkeit entgegenschlägt, nicht verdient", sagte Baldauf.
Keine Zusammenarbeit mit der AfD
Zu der Regierung aus CDU und SPD gab es keine wirkliche Alternative. Eine Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten von der AfD lehnen CDU und SPD ab. Das wurde auch bei der Wahl der Stellvertreter des neuen Parlamentspräsidenten Matthis Lammert (CDU) deutlich, der einstimmig gewählt wurde. Er hat nun drei Vizepräsidentinnen, in der vorherigen Wahlperiode waren es nur zwei Vertreter. Dabei setzten sich die Grünen als kleinere Oppositionspartei mit ihrem Wahlvorschlag durch.
Drei Stellvertreter für Landtagspräsidenten
Marion Schneid von der CDU und Jaqueline Rauschkolb von der SPD wurden ebenfalls einstimmig gewählt. Die bisherige stellvertretende Ministerpräsidentin und Integrationsministerin Katharina Binz (Grüne) wurde mit den Stimmen von CDU, SPD und Grünen gewählt. Sie setzte sich gegen den von der AfD für den dritten Stellvertreter nominierten Ralf Schönborn durch.
Mit Ausnahme von Sachsen stellt die AfD bisher in keinem Parlament in Deutschland einen Vizepräsidenten. Im neuen Landtag in Baden-Württemberg etwa gibt es nur noch eine Landtagsvizepräsidentin.
Jeweils fünf Ministerposten
CDU und SPD in Rheinland-Pfalz besetzen jeweils fünf Ministerposten. Der bisherige SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer gehört der neuen Regierung nicht an, er ist nun Landtagsfraktionschef. Die neue Regierung hat die Staatskanzlei zu einem Ministerium aufgewertet und damit ein Ministerium mehr als die alte Ampel-Regierung.
Inhaltliche Schwerpunkte im Koalitionsvertrag sind kommunale Finanzen, Bildung - vor allem frühkindliche, Staatsmodernisierung, Sanierung von Straßen und Brücken sowie Sicherheit. Alle Vorhaben stehen unter Finanzierungsvorbehalt, einige erfolgen schrittweise.