Diakone im Landkreis Kronach Im Dienst der Nächstenliebe

Karl-Heinz Hofmann
Die vier Diakone im Seelsorgebereich Kronach laden zu der Ausstellung „Vielfältig dienen – 50 Jahre Ständiger Diakonat“ in die Stadtpfarrkirche in Kronach ein (von links): Wolfgang Fehn, Jürgen Fischer, Georg Zenk und Diethard Nemmert. Foto: /Karl-Heinz Hofmann

Seit 50 Jahren gibt es im Erzbistum Bamberg Diakone. Ihnen ist nun eine Ausstellung gewidmet. Eröffnet wird sie mit einem besonderen Gottesdienst.

Kronach - Unter dem Titel „Vielfältig dienen – 50 Jahre Ständiger Diakonat“ ist kürzlich in der Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer in Kronach eine Wanderausstellung über die Diakonatsarbeit im Erzbistum Bamberg eröffnet worden. Seit einem halben Jahrhundert gibt es in der Erzdiözese Diakone – als Diener und Helfer im Dienst der Nächstenliebe und Verkündigung.

Die Ausstellungseröffnung wurde von einem Gottesdienst eingeleitet, den Kaplan Dominik Stehl zelebrierte. Musikalisch wurde der „Rhythmo-Gottesdienst“ von Maik Förner (Panflöte) und Lukas Löffler (Orgel) umrahmt. Auch die vier im Seelsorgebereich Kronach amtierenden Diakone nahmen daran teil: Wolfgang Fehn (Stockheim), Jürgen Fischer (Kronach), Diethard Nemmert (Mitwitz) und Georg Zenk (Neuenreuth) stellten sich und ihre Berufung zum Diakon dabei vor.

Rekord im Erzbistum

Im Erzbistum Bamberg gibt es derzeit 54 Ständige Diakone, davon vier im Seelsorgebereich Kronach, was in der Erzdiözese Bamberg einsamer Rekord sei, hob Jürgen Fischer hervor. Der gebürtige Kronacher wurde 2007 zum Ständigen Diakon geweiht, nachdem er seit 1984 als Pastoralassistent tätig war. Äußerlich sei ein Diakon von einem Priester kaum zu unterscheiden, sagte er. Wie Pfarrer oder Kaplan trage er während der Eucharistiefeier Stola und Messgewand. Er predige und stehe beim Abendmahl mit am Altar. Im Unterschied zum Priester dürfe er aber keine Wandlung vornehmen. Auch Krankensalbung und Beichte dürfe nur der Priester spenden. Diakone assistieren in der Messe, spenden die Taufe, halten Trauungen und Beerdigungen, bereiten Kinder und Jugendliche auf den Empfang der Sakramente vor, feiern Wortgottesdienste, Andachten, Segnungen und bringen alten und kranken Menschen die heilige Kommunion.

Das Wort „Diakon“ kommt aus dem Griechischen: „Diakonos“ heißt auf Deutsch Diener oder Helfer. Zu diesem Dienst sei eigentlich jede Christin und jeder Christ berufen, sagte Fischer. In den ersten Jahrhunderten habe der Diakon bei den Christen eine tragende Funktion gehabt, als Auge, Ohr und rechte Hand des Bischofs, zuständig vor allem für die karitativen Dienste in der Gemeinde. Die Diakone verkörperten den dienenden Christus, erklärte Fischer.

Berufung

So kamen auch Wolfgang Fehn, Diethard Nemmert und Georg Zenk zum Diakonat. Zwar auf verschiedenen Wegen, aber mit derselben Berufung. Fehn wurde geprägt durch die Jugendarbeit des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Nach einer Lehre als Energieanlagenelektroniker studierte er Gemeindepastoral und Religionspädagogik in Mainz und wurde 1980 in der Erzdiözese Bamberg als Gemeindeassistent, dann als Gemeindereferent angestellt. Durch die gute Zusammenarbeit mit Pfarrer Franz Deinlein und Georg Zenk führte sein Weg zur Diakonweihe 1992. 19 Jahre war er in der Großgemeinde Stockheim und danach zehn Jahre im Klinikum Coburg tätig.

Diethard Nemmert und Georg Zenk studierten Theologie und Religionslehre und waren als Gymnasiallehrer im Religionsunterricht tätig. Zenk ist außerdem als Schriftsteller bekannt. Ihm liegt besonders die Ökumene am Herzen. Zum Diakon wurde er 1986 geweiht, somit ist er der dienstälteste Diakon im Seelsorgebereich Kronach. Einen längeren Weg zum Diakon hatte Diethard Nemmert vor sich. Seine Ehefrau, mit der er seit 1983 verheiratet ist, ist nämlich evangelischer Konfession. Als Voraussetzungen für seine Berufung zum Diakon nannte er humorvoll die „3G plus“: getauft, gefirmt, geheiratet plus Lehramtsstudium. Auch Nemmert ist Befürworter einer lebendigen Ökumene.

Lebensbilder

Nicht nur solche Lebensbilder machen die Wanderausstellung interessant. Sie präsentiert viele Informationen in Wort und Bild, die Impulse geben und zum Nachdenken anregen. Die Ausstellung ist zwei Wochen lang in der Kronacher Stadtpfarrkirche zu sehen.

Die beiden Musiker Lukas Löffler und Maik Förner spielten sich beim Rhythmo-Gottesdienst mit besonderen Melodien in die Herzen der Besucher. Zu einer besonderen Atmosphäre bei diesen Veranstaltungen trägt auch die Ausstattung der Stadtpfarrkirche mit Lichteffekten, Leinwand, Beamer und moderner Tonanlage bei. Die Rhythmo-Gottesdienste finden dort inzwischen jeden Monat statt.

 

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