Diskussion um Theaterleitung „Coburg braucht Intendanz“

An Stadt Coburg und Freistaat Bayern appellieren die Altstadtfreunde, Foto: /Ungelenk

Die Altstadtfreunde kritisieren die Entscheidung, das Amt 2023 nicht neu zu besetzen. In einem offenen Brief an den Oberbürgermeister fordern sie, den Beschluss zu revidieren.

Coburg - In einem offenen Brief an den Coburger Oberbürgermeister Dominik Sauerteig setzen sich die Altstadtfreunde e.V. mit Nachdruck dafür ein, das Amt des Landestheater-Intendanten beizubehalten. „Theater muss sein – Coburg braucht eine Intendanz!“ lautet die Überschrift des Brandbriefs, der in Kopie auch an den Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler, gesendet wurde.

„Mit großer Irritation haben wir der Presse entnommen, dass der Theaterausschuss der Stadt Coburg beschlossen hat, die Stelle der Intendanz nach 2023 ‚bis auf Weiteres’ nicht mehr neu zu besetzen“, erklären die 1. Vorsitzende Christa Minier und 21 weitere Mitglieder des Vereins. Und sie betonen: „Für uns, die wir in Coburg mit dem Theater und all den Kultur schaffenden Vereinen zusammengewachsen sind, ist dieser Beschluss des Theaterausschusses völlig unverständlich.“

Weiter heißt es: „Mit dem Globe und der Sanierung des großen Hauses am Schlossplatz macht Coburg einen ganz großen Wurf. Im Staatsvertrag von 1924 ist festgelegt, dass der Theaterausschuss die künstlerische Leitung anstellt... Die künstlerische Leitung, hat u.a. die Aufgabe, ein künstlerisches Gesamtkonzept für Theater und Publikum zu entwickeln, den Spielplan auf diese Konzeption auszurichten, die notwendigen Künstler und das künstlerische Personal zu engagieren. Sie muss mit den Medien kooperieren und den Theaterbetrieb organisatorisch steuern.

Ein*e Intendant*in ist heute Künstler*in, Theaterwissenschaftler*in und Manager*in zugleich. Eine durchaus anspruchsvolle und zeitintensive Aufgabe. In einem Drei-Sparten-Haus wie Coburg wurde und wird die Intendanz dabei im künstlerischen Bereich durch einen Schauspiel-, einen Ballett- und einen Generalmusikdirektor unterstützt. So fanden die Coburger zu ihrem Theater mit einem festen Ensemble, in dem Schauspieler wie Stephan Mertl über 20 Jahre lang das Publikum für sich gewinnen konnten.

Das hat (nicht nur) in Coburg Tradition. Das zeugt von Respekt der Träger gegenüber dem Theater. Theater ist die Arbeit einer großen Mannschaft. Wie jede Mannschaft braucht auch eine Theatermannschaft eine künstlerische Leitung.

Auch über das Jahr 2023 hinaus muss diese genau wissen, wohin sie das Theater entwickeln will. Seit jeher haben ... Intendanten*innen mit ihren Vorstellungen ... das Theater geprägt.

Die Stadt steht mit den gewaltigen Investitionen für das Globe und die Sanierung des großen Hauses am Schlossplatz, die auch durch die bayerische Staatsregierung ... mitgetragen werden, in der Verantwortung für die Fortsetzung dieser Tradition. Das Anliegen der Politik vor Ort muss es sein, dieser außergewöhnlichen Architektur mit einem*er Intendanten*in auch ein entsprechendes künstlerisches Gewicht zu verleihen.

Unser Appell an Sie als Oberbürgermeister, der sicher die Stadt voranbringen will: Ergreifen Sie die Chance, die der Freistaat Bayern Ihrer Stadt bietet. Suchen Sie eine Persönlichkeit für das Coburger Landestheater, mit dem Auftrag, die vier zukünftigen Spielstätten (großes Haus, Globe, Reithalle, Münchner Hofbräu) mit drei Sparten und einem festen Ensemble zum Wahrzeichen der Region zu machen.

Neben dem neuen Klinikum wird somit das Theater einen wichtigen Impuls für die wirtschaftliche Entwicklung der Region setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Christa Minier, Dr. Reinhard Heinritz, Carola Rückert, Manfred Kern, Erna Rank-Kern, Prof. Dr. Fritz Reheis, Ingeborg Bachmann, Paul-Rüdiger Bachmann, Birte Boullay, Dorit Kunstmann, Alexa Hahn (im Namen der Ballettfreunde Coburg e.V.), Dr. Jürgen u. Martine Watzek, Dr. Friedrich u. Marina Krauß, Bernd u. Rita Iwan, Walter u. Heidi Geyersberg, Dr. Rolf u. Sybille Geiger, Stefanie Jühling.“

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