Dörfles-Esbach Knappe Mehrheit für Torsten Dohnalek

Der UBV-Politiker wird neuer Bürgermeister in Dörfles-Esbach. Der Abstand zu seinem Gegenkandidaten Sascha Schmidt fällt klein aus.

Knapper hätte das Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Dörfles-Esbach kaum ausfallen können: Emsig wurden ab 18 Uhr die Urnen geöffnet, um die Stimmen auszuzählen. Gegen 19 Uhr verkündete der scheidende Bürgermeister Udo Döhler als seine letzte Amtshandlung in der Emil-Fischer-Grundschule das Wahlergebnis. Mit knapp 56 Prozent der Stimmen ist Torsten Dohnalek (UBV) zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Dörfles-Esbach gewählt worden.

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„Für mich endet hier und in den kommenden Tagen ein langer und spannender Lebensabschnitt als Bürgermeister“, sagte Döhler, als er Dohnalek zum knappen Wahlerfolg gratulierte, der besonders durch die Briefwahl-Stimmen zustande kam. „Ich wünsche dir, lieber Torsten, für die kommenden Jahre alles Gute und viel Erfolg, um die Gemeinde für die Zukunft zu rüsten.“

Dohnalek selbst brauchte einen Moment, um seinen knappen Wahlerfolg zu realisieren. „Die letzten Wochen waren für uns beide wirklich sehr arbeitsintensiv. Aber ich freue mich über das Vertrauen der Bürger und nehme die Wahl natürlich an“, sagte der 49-Jährige.

Udo Döhler, der 2005 zum ersten Mal zum Gemeindeoberhaupt gewählt worden war, ist krankheitsbedingt zurückgetreten. Mit Torsten Dohnalek, der bisher als 3. Bürgermeister der Gemeinde aktiv war, wird das Rathaus auch in den kommenden sechs Jahren von einem Politiker des Unabhängigen Bürgervereins (UBV) angeführt. Der 49-jährige Hochschuldozent will seine Amtszeit nutzen, um sich für mehr Bürgerbeteiligung zu engagieren und die Verwaltung zu entlasten. „Ich möchte keine Wahlversprechen geben, sondern mir alles anhören, und dann schauen, was es für Möglichkeiten bei der Umsetzung gibt“, so Dohnalek.

Um die Gemeinde auch in Sachen Umweltschutz weiterzuentwickeln, möchte der neue Bürgermeister in den kommenden Jahren eine lokale Identität schaffen. Dabei stehen unter anderem Ideen zum Ausbau der regenerativen und der digitalen Infrastruktur auf seiner Agenda. „Meine Vision von Dörfles-Esbach ist ein lebendiges Miteinander.“

Sascha Schmidt (CSU) war bei der Ergebnisverkündung etwas enttäuscht, gratulierte Dohnalek aber zu seinem Wahlerfolg. Immerhin haben Schmidt rund 44 Prozent der Bürger ihr Vertrauen ausgesprochen. Somit war der Wahlausgang so spannend wie lange nicht mehr. „Es ist natürlich schade, dass es letztendlich so knapp nicht zum Wahlerfolg gereicht hat“, erklärte Sascha Schmidt kurz nach 19 Uhr. „Ich möchte mich ganz herzlich für die Unterstützung und das große Engagement der vergangenen Wochen bedanken.“ Mit offenen Armen auf die Menschen zuzugehen und sich für deren Interessen einzusetzen, habe sich im Wahlkampf rentiert, betonte der CSU-Politiker. „Ich übernehme gerne Verantwortung, auch wenn man mitunter schwere Entscheidungen treffen muss.“ So engagiert sich der 41-Jährige seit 2019 im Gemeinderat und ist seit rund sieben Jahren Mitglied der CSU.

Für den 41-Jährigen, der sich im Internet gerne als passionierter Pizza-Bäcker präsentiert, hatte sich die Dörfles-Esbacher SPD als Kandidaten ausgesprochen. „Wir sind der Meinung, dass es eine Veränderung braucht, dass wir zukünftig einen Bürgermeister haben, der sowohl die wirtschaftliche als auch die soziale Kompetenz hat und sich fachmännisch beraten lässt, wie diese Zukunft für unsere für unsere Gemeinde und ihre Bürger möglichst gut gelöst werden kann“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Für etwas getrübte Stimmung sorgte am Sonntagabend in Dörfles-Esbach die geringe Wahlbeteiligung von 55 Prozent, die noch einmal niedriger ausgefallen war als bei der vergangenen Wahl 2017 (56 Prozent).