Dr. Hans Riegel-Schulpreis 2022 Erster Platz für Eberner Abiturientin

Rudolf Hein
Etwa 6600 Passagiere und 1500 Menschen Besatzung beherbergen Schiffe wie beispielsweise die Aida – sozial nicht ohne Probleme. Diese nahm Lilit Pascher in ihrer Seminararbeit unter die Lupe – und gewann damit den Dr. Hans Riegel-Schulpreis 2022. Foto: /Rudolf Hein

Lilit Pascher aus Ebern besucht das Friedrich-Rückert-Gymnasium. In einer Seminararbeit hat sie den sozialen Aspekt des nachhaltigen Tourismus beleuchtet – und dafür eine Auszeichnung erhalten.

Im Jahre 1920 gründete ein gewisser Hans Riegel in Bonn ein Unternehmen zur Herstellung von Süßwaren, das vor allem für seine Lakritzprodukte und Gummibärchen Berühmtheit erlangen sollte. Als Firmennamen setzte er die jeweils beiden ersten Buchstaben seines Namens und des Firmensitzes ein: Haribo.

Der Sohn, Dr. Hans Riegel Junior, geboren 1923, war nach dem zweiten Weltkrieg über Jahrzehnte hinweg Mitinhaber der Firma. 1987 brachte er einen Teil seines Vermögens in eine Stiftung ein, die junge Menschen bei der Gestaltung ihrer Zukunft fördern soll. Konkret werden besonders gute naturwissenschaftliche Seminararbeiten in den Abschlussklassen der Gymnasien mit einem Geldbetrag und weiteren Förderungsmaßnahmen ausgezeichnet.

Eine der an diesem Programm teilnehmenden deutschen Universitäten ist die Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen. In ihrem Einzugsbereich liegt auch das Friedrich-Rückert-Gymnasium Ebern. In diesem Jahr ging ein erster Preis im Fach Geografie an eine Abiturientin dieser Schule: Lilit Pascher durfte sich über einen namhaften Geldbetrag freuen, das Gymnasium über 250 Euro für Lehrmittel im Bereich der Naturwissenschaften.

Am vergangenen Samstag konnte Lilit in Begleitung ihrer Eltern sowie der Oberstufenkoordinatoren Christine Bördlein und Daniel Heß in Erlangen den Preis in Empfang nehmen und vor großem Publikum, unter anderem dem Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, in einem Kurzreferat den Inhalt ihrer Seminararbeit skizzieren. „Ich war gut aufgeregt vor dem Vortrag, aber das hat sich dann schnell gelegt,“ erinnert sich die Preisträgerin mit einem Schmunzeln.

Thema ist „Der soziale Aspekt des Nachhaltigen Tourismus“. Untersucht und vorbildlich dargestellt werden gesellschaftliche Auswirkungen des Tourismus auf die Zielländer und die Touristen selbst, unter welchen sozialen Bedingungen Mitarbeiter zum Beispiel auf den immer beliebteren Kreuzfahrtschiffen arbeiten, und inwiefern es zu Menschenrechtsverletzungen, etwa durch Zwangsumsiedlung von Bevölkerungsgruppen zur Raumbeschaffung für Hotels oder Sportanlagen für Olympische Spiele, gekommen ist.

Was sie mit dem Geldbetrag anfangen wird, weiß Lilit noch nicht so genau. Vielleicht eine Reise, natürlich unter nachhaltigen Gesichtspunkten. Was schon sicher feststeht: Ab September wird sie am Krankenhaus in Ebern ein Jahr im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes praktische Erfahrungen sammeln. Danach folgt wahrscheinlich ein Studium der Humanmedizin. Doch das entscheidet sich erst endgültig während des Praktikums.

 

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