Drei Generationen, ein Hobby Die Weiths aus Neuses sind Modellbau-Freaks

Karl Heinz Hofmann
Mit vereinten Kräften schrauben und werkeln Martin, Tobias und Julien Weith (von links) an ihrem neuen Projekt. Hier entsteht die „Bremen 9“, ein Boot der Wasserschutzpolizei Bremen, das im Jahr 1992 in Dienst gestellt worden ist. Das Modell entsteht im Maßstab 1:20, natürlich genau nach den Vorgaben des Originals. Foto: /Karl-Heinz Hofmann

Martin, Tobias und Julien Weith aus Neuses eint eine Leidenschaft: Sie sind begeisterte Modellbauer. Dabei widmen sie sich vor allem Nutzfahrzeugen.

Neuses - Im Hause Weith pflegen gleich drei Generationen den Modellbau. Neben dem 73-jährigen Martin Weith sind dessen 34-jähriger Sohn Tobias und auch der achtjährige Enkel Julien vom Modellbaufieber infiziert. Was besonders beeindruckend ist: Bei ihnen geht es nicht um den konventionellen Modellbau, sondern überwiegend werden hier funktionsgerechte Nutzfahrzeuge, aber auch Container- und Kreuzfahrtschiffe maßstabs- und farbgerecht nachgebaut.

Ob Flugzeug-, Schiff-, Lastwagen- oder Funktionsaggregate und Fahrzeuge für Baustellen – den drei Technikern aus Neuses ist nichts zu schwer. Mit viel Herzblut widmen sie sich ihrem Hobby. Auch das Neusicher Floß (Mainfloß), welches vom Floßverein erbaut wurde und auf der Rodach zu romantischen Touren einlädt, wurde akribisch genau nachgebaut. Auf dem Floßmodell erklingt bei seinem Wassereinsatz übrigens das Flößerlied. Alle Utensilien wie Anker, Ofen und Kabinenaufbau sind selbst gebaut.

Alle Modelle sind dank Fernsteuerung voll funktionsfähig, geben originale Motor- oder Arbeitsgeräusche von sich und würden mit ihrer technischen Ausstattung auch nach der Straßenverkehrszulassungsordnung freigegeben, berichten die Modellbauer stolz. In ihrem Garten in Neuses haben die drei Tüftler mit sehr viel handwerklichem Geschick und ebenso viel technischem Verständnis eine Baustelle aufgebaut, auf der sie die interaktiven Funktionen ihrer Modellfahrzeuge demonstrieren können.

Vater des Projektes ist der 73-jährige Martin Weith, der schon in der Schule sein Faible für den Modellbau entdeckte, als er eine Hansekogge und einen Segelflieger nachbaute. Seinen 34-jährigen Sohn Tobias Weith führte eine schwere Erkrankung im Jahr 2014 zu dem Hobby. Er bekam das Modell des Lastwagens Scania R 620 als Weihnachtsgeschenk, womit für ihn die Ära des Funktionsmodellbaus eingeläutet wurde. Er konnte wiederum seinen Sohn Julien schon im Alter von drei Jahren mit Begeisterung an den Modellbau heranführen.

Heute geht dieser schon eigene Schritte im Modellbau und ist, was die kabellose Steuerung über Funk und Sensorik anbelangt, schon ein Spezialist. Die Vorführung der Aggregate und Fahrzeuge draußen im Garten an einer improvisierten Großbaustelle ist beeindruckend. Faszinierend wirken die aufeinander eingespielten Produktionsabläufe. Mit Begeisterung erzählen die drei auch davon, wie das eine oder andre Modell entstanden ist.

Viel Zeit und Herzblut hängt an jedem einzelnen ihrer mit Geduld und handwerklichem Geschick erstellten Stücke. Die Vielzahl ihrer Modelle ist schier unglaublich und füllt mehrere Räume ihrer Werkstätten. Für jedes Modell gibt es eine Beschreibung des Originals.

Ihr jüngstes Projekt: ein Nachbau der „Bremen 9“, eines Bootes der Wasserschutzpolizei in Bremen, das im Jahr 1992 in Dienst gestellt wurde. Das Modell der drei Tüftler entsteht im Maßstab 1:20, genau nach den Vorgaben des Originals.

 

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