E-Lastenräder Coburger Händler satteln um

E-Lastenräder sollen Autos in der Innenstadt ersetzen. Auf der Cargo Roadshow konnten die Coburger am Freitag die neuesten Modelle testen

Coburg - Bunten Trubel sind die Vesterstädter an Markttagen in der Innenstadt eigentlich gewöhnt. Doch einen Oberbürgermeister als Testfahrer für E-Lastenräder bekommen auch sie nicht jeden Tag zu sehen. Am Freitag gastierte auf dem Coburger Marktplatz die Cargobike Roadshow der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen (AGFK) mit ihrem Test-Event für E-Lastenräder. Auf dem öffentlichen Testparcours konnten die Passanten die dreirädrigen Gefährte ausgiebig testen und sich kostenlos beraten lassen. Das Ziel dahinter: Die Bürger für zukunftsfähige Mobilität zu begeistern und die Radverkehrsförderung weiter vorantreiben.

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„Lastenräder mit E-Antrieb werden immer beliebter. Im vergangenen Jahr wurden 78 000 E-Lastenräder verkauft. Doch bislang fehlt es in Coburg noch an Händlern, die dieses Transportfahrrad auch anbieten“, erklärt Arne Behrensen von Cargobike. Besonders gefragt bei den Kunden sei dabei die Kinderbeförderung auf Lastenrädern. oftmals bieten sie mehr Platz als Fahrräder mit herkömmlichen Kindersitzen. „Es gibt eine große Varianz an Modellen mit verschiedenen Aufbauten. Die Anforderungen an die Beförderung von Kindern sind derzeit nur sehr begrenzt geregelt, da die geltenden Vorschriften lediglich herkömmliche Fahrräder und Bauformen berücksichtigen.“

Kleine Startprobleme

Durch ihre Eignung zum Lastentransport bieten die Räder neue Möglichkeiten, um das Auto bei zahlreichen Besorgungsfahrten im Stadtverkehr zu ersetzen. Auch Oberbürgermeister Sauerteig ist von der Idee überzeugt: „Ich bin zwar eigentlich kein E-Bike-Fahrer, aber die Lastenräder sind wirklich einfach zu handhaben und bieten einen perfekten Ansatzpunkt, damit mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen.“ Doch bei seiner Testfahrt gab es leichte Startschwierigkeiten. Das eigentlich leichtgängige Lastenrad wollte nicht so richtig in Schwung geraten. Doch das Problem war schnell gefunden. Die hintere Bremse hatte sich nicht richtig gelöst.

Auch Landrat Sebastian Straubel ließ sich von dem strömenden Regen nicht von einer Probefahrt abhalten. „ich bekomme zum Geburtstag ein E-Bike geschenkt. Da kann ich hier schon mal ein bisschen üben.“ Nach mehreren Testrunden über den Marktplatz ließen sich Dominik Sauerteig und Sebastian Straubel vom Cargo-Team über die Vorteile der verschiedenen Modelle beraten.

Alternative zum Auto

Obwohl sich das Wetter nicht von seiner besten Seite zeigte, war das Interesse der Coburger an den E-Lastenrädern groß. „Ich bin überzeugt, dass sie gerade im hügeligen Coburg eine sehr gute Alternative zum Auto sind“, erklärte Marita Nehring, Nahverkehrsbeauftragte von Stadt und Landkreis Coburg. „Die Reichweite ist zwar geringer als bei Pedelecs, da ihr Eigengewicht höher ist und sie für schwere Lasten konzipier sind. meistens werden sie aber ohnehin nur für kurze Wege benötigt und auch für steile Anstiege haben die Modelle genügend Leistung“, ergänzt Behrensen. Auch der Regen mache den Akkus der E-Lastenräder nichts aus: „Ein Fahrrad ist eben ein Draußengefährt.“