Ebern Arbeiten am Gymnasiums-Neubau schneller und günstiger

Das Hausmeisterhäuschen ist bereits verschwunden. Wenn alles weiter glatt läuft, soll auch der Hauptbau des Friedrich-Rückert-Gymnasiums in Ebern in diesem Sommer abgerissen werden. Foto: Rudolf Hein

So selten wie erfreulich: Der Bau des Eberner FRG geht flotter voran als geplant. Weil Gewerke vorgezogen werden, ist aber ein Nachtrag im Haushalt für 2020 nötig.

Haßfurt/Ebern - Dass sich Kreiskämmerer Marcus Fröhlich so freudig überrascht zeigt, hat Seltenheitswert. Einen solchen Vorgang habe es unter seiner Ägide bei Bauvorhaben des Landkreises seit Jahren nicht gegeben, wie er am Dienstag in der Sitzung des Kreis-Ferienausschusses ausführte: Die Arbeiten am Neubau des Friedrich-Rückert-Gymnasiums (FRG) in Ebern seien im vergangenen Jahr gut vorangeschritten – die beauftragten Unternehmen lägen tatsächlich deutlich vor dem Zeitplan. Und zwar so weit, dass die im Haushaltsjahr 2020 veranschlagten Finanzmittel von rund 4,21 Millionen Euro gar nicht ausreichten. Überplanmäßige Zahlungen von zusätzlich 504 300 Euro seien daher bereits im Dezember vorgezogen und über eine dingliche Anordnung von Landrat Wilhelm Schneider zusätzlich bewilligt worden.

Rechnungen für bestimmte Arbeiten hätten bereits Ende 2020 vorgelegen, lautete die Begründung Fröhlichs für die außerplanmäßige Belastung der Kreiskasse. Die Kosten seien neben weiteren Bereichen auf die Posten Sanitär (rund 56 000 Euro), Architekturleistungen (rund 98 000 Euro) sowie Putzarbeiten im Innen- und Außenbereich (rund 156 600 Euro) entfallen. Laut Geschäftsordnung des Kreistags können zusätzliche Ausgaben von mehr als 300 000 Euro normalerweise nur durch einen Mehrheitsbeschluss des Kreistags bewilligt werden. Aufgrund der hohen Infektionszahlen hatte das Landratsamt die Dezember-Sitzung jedoch abgesagt, eine Abstimmung war somit nicht möglich. Dadurch habe sich die Notwendigkeit für die Anordnung ergeben.

Sowohl Kämmerer Fröhlich als auch Landrat Schneider werteten den Vorgang jedoch mehr als positiv. Denn das Geld, das jetzt bezahlt wurde, sei durch höhere Stabilisierungshilfen gedeckt gewesen. Spätere Haushalte würden somit folglich ein Stück weit entlastet. Abgesehen davon habe der reibungslose Ablauf an der Baustelle in Ebern auch einen anderen Vorteil ergeben: Schon jetzt lägen die Kosten insgesamt rund eine Million Euro unter dem Ansatz. Nach der bisherigen Planung sollte der Neubau bis 2023 fertig gestellt sein und insgesamt rund 28 Millionen Euro kosten.

Für den Haushalt im Jahr 2021 würden laut den Ausführungen des Kämmerers voraussichtlich weitere rund 200 000 Euro anfallen. Geplant seien unter anderem die Posten für weitere Sanitärarbeiten, Schlosser, Gerüstbau und Dachabdichtung. Zum Ende des Schuljahres wird mit dem Abschluss des ersten Bauabschnitts gerechnet. Damit könnte in den Sommerferien auch der Abriss des alten Schulgebäudes beginnen.

 

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