Ebern sei ein wichtiger Arbeitgeber in der Region und er Aderlass wie in den letzten Jahren könne so nicht weiter gehen. Streichkonzerte, die die Arbeitgeber gerade in der Tarifrunde wollten, müssten aufhören und eine Nullrunde könne nicht sein. Auch dürfe nicht an Urlaubs- und Weihnachtsgeld gekratzt werden und die Abrissbirne müsse zur Seite gelegt werden. Man müsse auch berücksichtigen, unter welchen erschwerten Bedingungen die Arbeitnehmer in Coronazeiten gearbeitet hätten.
Der stille Protest fand während des Schichtwechsels statt. Die Arbeitnehmer, die das Werk verließen oder zur Arbeit gingen, registrierten den Protest ihrer Vertretungen, der durch 95 „Pappkameraden“ der IG Metall deutlich gemacht wurde. Auf ihnen war zu lesen: „Valeobeschäftigte kämpfen deutschlandweit für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze.“ Dass das erforderlich und legitim ist, bestätigte auch Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD), ehemaliger Betriebsratsvorsitzender bei FTE. Ihm war es wichtig, beim stillen Protest seiner IG Metall Kolleginnen und Kollegen vorbei zu schauen, um sich mit ihnen solidarisch zu zeigen. „Mir ist es in erster Linie wichtig, dass die Menschen in ihrer Region ihren Arbeitsplatz behalten und auch, dass es für die Stadt Ebern Gewerbe- und Einkommensteuer gibt“, sagte Hennemann. Deshalb müsse man sich generell gegen den Abbau von Arbeitsplätzen stellen, was Valeo insgesamt in Deutschland vorsehe.
Dass in Ebern bereits Arbeitsplätze abgebaut wurden, symbolisierten die Schilder am Kreisverkehr. „Das werden Arbeitsplätze sein, die auch in Zukunft nicht mehr da sind. Es bedeutet auch, dass keiner der Jungen auf so einen Arbeitsplatz nachkommen kann“, so Eberns Bürgermeister. Er bedauere es, dass er ehemals starke Standort von FAG und FTE nicht weiter genutzt werde, deshalb sei es verständlich, dass Protestaktionen stattfinden, mit denen die Arbeitnehmer ihre Sorgen um ihre Arbeitsplätze kund tun.