Ebern ist „Landmusikort“ Hier liegt Musik in der Luft

Hört, hört: Der Deutsche Musikrat würdigt Ebern als einen von bundesweit zehn „Landmusikorten“. Ausgemacht hat es die musikalische Vielfalt in der Stadt. Die Verleihung der Plakette ist nächste Woche – natürlich mit Musik.

Jürgen Hennemann ist selbst verblüfft: „Wir haben wirklich viel, wenn man sich das mal in seiner Gesamtheit anschaut!“, sagt der Eberner Bürgermeister beim Anblick der musikalischen Angebote, die die Stadt vorhält. Beeindruckt hat das offensichtlich auch den Deutschen Musikrat, der Ebern zum „Landmusikort des Jahres 2022“ gekürt hat – als eine von zehn Kommunen bundesweit und als einzigen Ort in Bayern überhaupt. Die Plakette soll offiziell am Sonntag, 26. Juni, um 16.30 Uhr im Rahmen des Pfarrfestes der Katholischen Kirchengemeinde im Pfarrhof durch den Präsidenten des Bayerischen Musikrates Helmut Kaltenhauser überreicht werden.

„Die Stadt Ebern hat sich bewusst entschieden, eine bestehende Veranstaltung, die schon immer mit Musik stattfindet, für die Verleihung der Plakette zu nutzen“, erklärt der Bürgermeister. Das Pfarrfest beginnt am Sonntag um 10 Uhr mit dem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche. Ab 11.15 Uhr gibt es Mittagessen, um 14 Uhr eine Aufführung des Kinderchores und ein Vorspiel der Orgelschüler in der Stadtpfarrkirche; ab 16 Uhr spielt die Blasmusik des Blasorchesters Ebern bei Bier und Bratwürsten.

„Wenn viele Menschen vor Ort gemeinsam Musik machen, dann funktioniert die kommunale Gemeinschaft. Die Landmusikorte belegen das eindrucksvoll“, lobt Martin Maria Krüger, Präsident des Deutschen Musikrates. Schon heute würden viele kreative Ideen im ländlichen Raum umgesetzt, die jedoch häufig wenig Resonanz erfahren würden, heißt es in einer Pressemeldung des Musikrates. Mit der Auszeichnung sollen diese nun bekannt gemacht werden, damit sie Impulse für andere Orte geben können. Neben Ebern erhalten noch neun weitere Kommunen in Deutschland den Titel „Landmusikort des Jahres“.

Der erste Preis mit einem Preisgeld von 30 000 Euro geht an die Gemeinde Ötigheim in Baden-Württemberg, Platz 2 und damit 20 000 Euro erhält der Ortsteil Lindenholzhausen in Limburg an der Lahn (Hessen), Platz 3 (10 000 Euro)ergattert die Hansestadt Demmin in Mecklenburg-Vorpommern. Die übrigen Gewinner, zu denen auch Ebern zählt, erhalten jeweils 5000 Euro. Die Preisgelder seien zweckgebunden und müssten für die Fortführung der ausgezeichneten musikalischen Projekte eingesetzt werden, wie es auf der Webseite des Förderprogramms Landmusik heißt. Ebern hatte sich zum zweiten Mal beworben, diesmal mit Erfolg.

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung, damit werden die vielfältigen musikalischen Aktivitäten in der Stadt Ebern über unsere Region hinaus gewürdigt“, sagt Bürgermeister Jürgen Hennemann. Und er zählt die Vielfalt auf: von der Musiknacht, bei der schon seit über zwölf Jahren Blues, Rock und Pop in den Eberner Gaststätten von Ebern präsentiert werden, über die Musiktage mit hochkarätiger klassischer Musik bis zum populären Open Air auf Schloss Eyrichshof.

Die Musik spielt aber generell das ganze Jahr über in Ebern: Alleine schon durch das Eberner Blasorchester, das seit über 60 Jahren besteht und vom Braugassenfest bis zum Weihnachtskonzert musikalisch durchs Jahr führt, ebenso die Jugendblaskapelle Unterpreppach. Nicht zu vergessen auch die Gesangvereine und die Jagdhornbläser. Ohne Musik geht es bei keinem Fest, ob Mittelaltermarkt, Bratwurstfest oder Kirchweihtanz und auch das Altstadtfest lebt vom künstlerischen Rahmenprogramm.

Dazu kommt freilich die Musikschule: Hier lernen derzeit rund 700 Schülerinnen und Schüler in den verschiedensten Unterrichtsfächern und Ensembles und veranstalten regelmäßig öffentliche Vorspiele. In den Eberner Schulen und Kitas geht es nicht weniger musikalisch zu: Auch hier wirkt die Musikschule in musikpädagogischer Früherziehung mit den Musikzwergen und Singklassen. In der Realschule gibt es Chorklassen und eine Band, im Gymnasium eine Bigband und Chöre und in der Mittelschule viele Projekte bis hin zu Musical-Aufführungen.

Weiter über das Gesangbuch geht die Musik auch in den Kirchen im Stadtgebiet hinaus: Kirchenbands, Kinder- und Jugendchor, Gospel, Orgelmusik, Kammerchor, Posaunenchöre und eine Live-Musikkneipe im Gemeindehaus: In Ebern gibt es an jeder Ecke musikalisch etwas auf die Ohren.

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