Johanna Muckelbauer wohnt in Kirchlauter, ist 61 Jahre alt und hat lange Jahre als Pharmazeutisch Technische Assistentin gearbeitet. In der Hospizarbeit ist sie seit 20 Jahren tätig. „Meine Entscheidung, mich dieser Aufgabe zu widmen, war der plötzliche Tod meines Vaters im Jahr 2000“, sagt sie. Nach ihrer Ausbildung für Sterbebegleitung durch die Malteser half sie in den Anfangsjahren in vielen Seniorenheimen, um Erfahrungen zu sammeln, begleitete sehr viele Menschen auf ihrem letzten Weg. Auch im palliativmedizinischen Dienst ab 2012 war sie im Krankenhaus in Ebern tätig. „Da war ich von Anfang an dabei und koordinierte die Hospizhelfer und auch bei den Rummelsbergern in Ditterswind war ich tätig, sowie auch in Familien zu Hause. Jede Begegnung ist einzigartig. Für mich ist die Begleitung von Sterbenden und ihren Angehörigen immer auch ein Lernprozess.“ Insofern seien viele Begegnungen da gewesen, die ihr in Erinnerung geblieben sind und alle waren anders. „Es war auch eine sehr gute Erfahrung, mit Behinderten zusammen zu arbeiten. Es ergaben sich auch sehr viele Situationen, wo man zusammen einfach herzhaft gelacht hat. Es ist eine große Hilfe, wenn man neben sehr ernsthaften Begegnungen auch einmal zusammen lachen kann“, sagte Johanna Muckelbauer.
An ein Erlebnis in ihrer Anfangszeit erinnert sie sich besonders. Es ging um eine ältere Frau, bettlägerig, aber noch nicht sterbend, die immer zur Tür schaute. Sie konnte ihr Vertrauen gewinnen, indem sie das Bild eines lachenden Zebras aufhängte. „Das hat die Seniorin zum Lachen gebracht“, sagt die erfahrene Hospizhelferin. „Es sind Erinnerungen an wunderbare Menschen, die ich bis zum Tode begleitet habe“.
Corona erschwere alles enorm und bringe Unsicherheiten. Auch müsse man an sich selbst denken. In einer Aussage sind sich Annerose Simon und Johanna Muckelbauer einig: Entweder man widmet sich dieser Aufgabe mit ganzem Herzen, oder man lässt es besser, Halbherzigkeit gehe nicht.“ Jedenfalls bekäme man im Umgang mit Schwerstkranken Dankbarkeit und Vertrauen und die beiden Helferinnen haben den Wunsch, dass Corona bald der Vergangenheit angehören möge, damit sie ihre Arbeit wieder nahe am Menschen ausführen können.
„Der Malteser Hospizdienst leistete vor der Coronazeit hier bei uns im Seniorenzentrum St. Elisabeth in Ebern exzellente Hospizarbeit“, sagt Stefan Dünkel, Einrichtungsleiter des Seniorenzentrums St. Elisabeth in Ebern, einer Einrichtung des Diakonischen Werks Bamberg-Forchheim und bestätigt damit die wertvolle Arbeit von Hospizhelfern. Bewohner wurden durch Hospizmitarbeiter begleitet, ihnen dadurch Ängste und Sorgen genommen und somit auch die damit verbundenen Belastungen, sagt Dünkel.
Seit dem 13. März 2020, als Corona kam, sei vieles anders. Die meisten Beziehungen gingen wieder verloren. Stefan Dünkel weiß, dass sich auch die ehrenamtlichen Hospizhelfer selbst schützen müssen. „Wir waren gegen Jahresende wieder dankbar, als trotz aller Vorsorgemaßnahmen die eine Belastung bedeuten, die Hospizarbeit wieder starten sollte, jedoch kamen weniger Hospizbegleitungen zustande, als vor der Pandemie“, sagt der Einrichtungsleiter. Eine Begleitung auf Abstand sei für die Hospizbegleiter nicht toll gewesen, wolle man doch Nähe und Geborgenheit, gerade in der letzten Lebensphase der Menschen ausstrahlen. Stefan Dünkel blickt trotz allem positiv in die Zukunft. „Nachdem in unserem Haus 94 Prozent der Bewohner geimpft sind und über 80 Prozent der Mitarbeiter, hoffen wir, nach Wegfall der Härtefallregelung das alles wieder besser wird, auch hinsichtlich der Hospizbetreuung.“