Ebern Kulturring sagt Bunte Abende 2023 ab

Es ist eine Enttäuschung für viele: Weil man kein abwechslungsreiches und abendfüllendes Programm zusammenstellen konnte, muss die Faschingsveranstaltung heuer ausfallen.

Was hatten sich die Eberner Narren gefreut: Am 11.11.22, närrischster aller möglichen Termine, hatten sie in einem fulminanten Rathaussturm die Herrschaft über das gesellschaftliche Leben in der Stadt zurückerobert, nachdem der Fasching 2020 und 2021 aus bekannten Gründen flachgelegen hatte. Doch die Freude währt nur kurz: Am vergangenen Donnerstag, bei der jüngsten Vorstandssitzung des Eberner Kulturrings, wurde der Fasching erneut zu Grabe getragen – zumindest teilweise. Die Bunten Abende, die am 10. und 11. Februar in der Frauengrundhalle hätten stattfinden sollen, müssen abgesagt werden. Der Entschluss ist der Vorstandschaft sicher schwer gefallen, doch er hat einen Grund – und der ist diesmal nicht die Infektionslage. Wie Kulturringsvorsitzender Walter Ullrich mitteilt, liegt es vielmehr daran, dass „es in den zurückliegenden Wochen nicht gelungen ist, ein abwechslungsreiches, abendfüllendes Programm, das den Anspruch einer gelungenen Veranstaltung erfüllt, zusammenzustellen“, wie er sagt.

Die Verantwortlichen hoffen auf Verständnis für diese Entscheidung und bedauern diese sehr. Außerdem gelte ein Dank denjenigen, die sich bereits bereit erklärt hatten, bei den Bunten Abenden mitzuwirken und hierfür schon Zeit in Proben investiert haben. Aber wie stets ist „nach dem Fasching vor dem Fasching“: Und so hofft man beim Eberner Kulturring auf bald wieder mehr Freiwillige, die sich dann im Jahr 2024 um Programmpunkte bemühen, um die Bunten Abende dann in gewohntem Umfang durchführen zu können. „Normalerweise“ fiebern jährlich über 100 Akteure ihrem Auftritt vor jeweils rund 300 Gästen pro Abend entgegen. Zum ersten Mal hatte der Bunte Abend in Ebern am 9. Februar 1974 stattgefunden.

Im Februar 2020 gab es mit der 46. Auflage den bislang letzten Bunten Abend in Ebern, kurz bevor das Coronavirus auch im Haßbergkreis sämtliche größeren und zeitweise auch kleineren Veranstaltungen unmöglich gemacht hatte. Die Faschingssaison 2020/2021 wollte unter dem Motto „Es is Fasching, obst es glabbst odder ned!“ der Situation trotzen und bot 11.11. mit einem Video närrischen Ersatz zum traditionellen Faschingsauftakt. Wegen der guten Resonanz darauf wollte der Kulturring dann auch einen digitalen Bunten Abend mit diversen Video-Beiträgen auf die Beine zu stellen. Doch selbst dies konnte wegen der damals anhaltend hohen Inzidenzzahlen und entsprechender Kontaktbeschränkungen nicht umgesetzt werden. Der Fasching 2022 fiel dann wegen der damaligen Entwicklung gleich komplett ins Wasser. Immerhin gab es aber mit „Vo Engerla bis Däuferla sin widdä alle Narr’n da!“ ein Faschingsmotto, das samt Plakat in den sozialen Medien verkündet worden war und anschließend in einem Schaufenster in der Eberner Altstadt bestaunt werden konnte. Das Plakat der diesjährigen Saison 2022/23 stand gemäß des im vergangenen Oktober begangenen Jubiläums unter dem Motto „50 Jahre Kulturring – goldene Zeit“. Doch ausgerechnet im Jubiläumsjahr war schon der „Tag der Vereine“ im September kurzfristig abgesagt worden – die Absage der Bunten Abende knappe fünf Wochen vor dem Termin dürfte sowohl bei Freunden der Veranstaltung als auch den Akteuren, die sich schon eifrig vorbereitet hatten, für Enttäuschung sorgen.

An goldene Zeiten wiederum wollen jene Faschingsnarren rund um Ebern anknüpfen, die es in Rentweinsdorf, Maroldsweisach oder Ermershausen geschafft haben, ein Programm für bunte Büttenabende zusammenzustellen. Am Freitag, 3. Februar, und Samstag, 4. Februar, lädt die Rentweinsdorfer Carnevalsgesellschaft (RCG) zu ihren Sitzungen, die heuer den „Zirkus Rentweinsdorf“ zum Motto haben. Eintrittskarten dafür sind ab sofort bei Bäcker Dörr am Planplatz erhältlich. „Manege frei für Narretei“ heißt es an beiden Abenden jeweils um 19 Uhr im Marktsaal in Rentweinsdorf.

Am Samstag, 4. Februar, lädt auch die Maroldsweisacher Concordia zum Bunten Abend 2023 in die beheizten Aula der Mittelschule Maroldsweisach. Auch hier beginnen die Faschingsnarren um 19 Uhr, Einlass ist ab 18 Uhr. An zwei Samstagen, nämlich am 11. und am 18. Februar, lädt die Ermetzia in Ermershausen zu ihren beiden Sitzungen. Kartenvorverkauf für beide Abende ist am Freitag, 13. Januar, ab 19.30 Uhr im Sportheim in Ermershausen. Einen Kappenabend gibt es auch in Untermerzbach; er beginnt am 3. Februar um 19.09 Uhr im Saal der Bürgerwerkstatt.

Doch auch in Ebern sollen die Faschingsveranstaltungen des Kulturrings nicht gänzlich ausfallen: Der traditionelle Eberner Faschingszug findet wie gewohnt am „Faschingssonntag“, in diesem Jahr ist das der 19. Februar, um 14 Uhr statt. „Hierfür gibt es auch schon etliche Anmeldungen“, heißt es vom Kulturring, es werde also wieder einen langen, bunt gemischten Gaudiwurm durch die Eberner Altstadt geben.

Gerne können sich zum Faschingszug aber noch weitere noch Vereine und Gruppierungen anmelden, wie der Kulturring vermeldet: Die Anmeldeunterlagen finden sich unter www.kulturring-ebern.de. Obendrein ist der Dachverband auch noch auf der Suche nach Kassenpaaren, die an den Zuwegen zum Faschingszug kassieren würden. Interessenten hierfür wenden sich direkt an info@kulturring-ebern.de.

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