Ebern Nazi-Schmierereien kommen teuer

Martin Schweiger
Ein 18-Jähriger aus dem Landkreis musste sich vor Gericht verantworten. Er hatte im Januar eine Info-Tafel in der Eberner Altstadt mit Nazi-Symbolen verunstaltet. Foto: picture alliance / dpa/David Ebener

Alkohol und Dummheit macht der 18-jährige Angeklagte vor Gericht für seine Schmierereien verantwortlich. Die Eberner Polizei hatte den Schmierfink im Januar auf frischer Tat ertappt.

Ebern/Haßfurt - Mit verbotenen Parolen wie „Juden raus“ oder „Deutschland erwache“ hatte ein 18-jähriger Auszubildender aus dem Landkreis im Januar dieses Jahres eine Info-Tafel in der Eberner Altstadt verunstaltet. Dazu hat er mit einem Edding-Stift ebenfalls verbotene Symbole wie ein Hakenkreuz und eine Wolfsangel gemalt. Die Schmierereien kommen ihn nun teuer zu stehen: Das Jugendgericht hat ihn am Montag wegen des „Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“, wie es heißt, und Sachbeschädigung zu einer Geldauflage in Höhe von 400 Euro, zahlbar an den Kreisjugendring, verurteilt.

„Es war Schwachsinn. Ich schäme mich dafür und distanziere mich vom Antisemitismus“, entschuldigte sich der Angeklagte vor Gericht. Er sei mit einem Freund an jenem Januarabend spazieren gegangen und habe dabei Alkohol getrunken. Nach dem Verzehr einiger Bier und Apfelkorn habe er „cool“ sein wollen und die Info-Tafel beschmiert. Zum Verhängnis wurde ihm, dass zufällig eine Polizeistreife in der Nähe unterwegs war, die den Schmierfink auf frischer Tat erwischte.

Die Staatsanwältin forderte für den nicht vorbestraften Angeklagten eine Geldstrafe in Höhe von 35 Tagessätzen zu 30 Euro, also 1050 Euro. Verteidigerin Jessica Gralher verwies darauf, dass ihr Mandant zur Tatzeit gerade mal 18 Jahre und einen Monat alt war und es sich um eine Jugendsünde handle. Als Bestrafung solle er eine Gedenkstätte besuchen und darüber einen Aufsatz schreiben. Richter Martin Kober verhängte die Geldauflage für den „völligen Blödsinn“. Der Angeklagte sei jedoch kein Nazi. Es handle sich um einen einmaligen Ausrutscher, urteilte der Vorsitzende. Das Urteil ist rechtskräftig.

 

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