Ebern Polizeiarbeit steht im Zeichen von Corona

Haben trotz leicht gestiegener Zahlen in der Kriminalstatistik gut lachen: Der Leiter der Polizeiinspektion Ebern Detlef Hauck und sein Stellvertreter Bernhard Warmuth jüngst die Kriminalstatistik für das Jahr 2020 Foto: /Helmut Will

Der Bericht der PI Ebern für das Jahr 2020 fällt gemischt aus. Dienststellenleiter Detlef Hauck verzeichnet mehr Straftaten. Aber er freut sich über die Vernunft der Bürger bei den Corona-Maßnahmen.

Ebern - „Nur gemeinsam kann es gelingen, das Straftatenaufkommen soweit als möglich zu minimieren und den Tätern das Handwerk zu legen.“ Das ist die Botschaft, die der Leiter der Polizeiinspektion Ebern (PI), Erster Polizeihauptkommissar Detlef Hauck (EPHK), der im August 2020 als Chef der PI Ebern eingeführt wurde, an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber auch an die Bevölkerung seines Dienstbereiches richtete, als er zusammen mit seinem Vertreter, Polizeihauptkommissar (PHK) Bernhard Warmuth, die Kriminalitätsentwicklung seines Dienstbereiches vorstellte.

Die Polizeiinspektion Ebern ist zuständig für den nordöstlichen Bereich des Landkreises Haßberge. Dabei betreut sie eine Fläche von 325 Quadratkilometern und sorgt für die Sicherheit von knapp 20 000 Einwohnern. Wie Dienststellenleiter Detlef Hauck erläuterte, habe sich die Zahl der in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) registrieren Straftaten im Jahr 2019 auf den niedrigsten Stand im Zehnjahresvergleich befunden. „Die Zahl sank 2019 um 234 Straftaten auf 366 Straftaten. Im Jahr 2020 stieg die Zahl wieder um 155 auf 521 an“, sagte Hauck. Auch in Unterfranken und Bayern gingen die Fälle von Gewaltkriminalität im Jahr 2019 insgesamt zurück.

Aufklärungsrate noch immer über unterfränkischen Durchschnitt

Von der PI Ebern konnten von 521 insgesamt 393 strafbare Handlungen geklärt werden. In der Stadt Ebern selbst fielen im Jahr 2020 insgesamt 295 Fälle (Vorjahr 214) an. In Breitbrunn 11 (8), in Burgpreppach 45 (25), in Kirchlauter 12 (5), in Maroldsweisach 97 (56) in Pfarrweisach 13 (11), in Rentweinsdorf 14 (22), in Untermerzbach 27 (23) und in Ermershausen 7 (2). Von diesen 521 erfassten Straftaten konnten 74,4 Prozent geklärt werden, was einer nur marginal geringer Aufklärungsquote von minus 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. In Bayern insgesamt beträgt die Aufklärungsquote 68,1 Prozent und unterfrankenweit gesehen 73,3 Prozent. „Hierzu ist anzumerken, dass trotz des marginalen Rückgangs im Dienstbereich, sich die Aufklärungsquote immer noch auf einem sehr hohen Niveau im bayernweiten Vergleich bewegt“, sagte PHK Warmuth.

Die Struktur der Kriminalität wird im Wesentlichen von folgenden Delikten geprägt: 88 Diebstahlsdelikte waren 2020 mit 16,9 Prozent beteiligt, wobei die prozentuale Beteiligung von einfachen Diebstählen (69) 13,2 und von schweren Diebstählen (19) 3,6 Prozent betrug. Rohheitsdelikte betrugen mit der Zahl von 103 den größten Anteil an Straftaten mit 19,8 Prozent an der Gesamtkriminalität. Diese gliedern sich in vorsätzlicher Körperverletzung (76) was 14,6 Prozent ausmacht, in Sachbeschädigung (79) mit 15,2 Prozent, in Vermögens- und Fälschungsdelikten (56) mit 10,7 und in sonstigen Straftaten(195) mit 37,4 Prozent.

Autodiebstahl stellt Polizei vor Probleme

Besonders hohe Aufklärungsquoten konnten bei Rohheitsdelikten, Vermögens- und Fälschungsdelikten, Ladendiebstahl, Rauschgiftdelikten und bei der Gewaltkriminalität zwischen 83,6 und 100 Prozent erreicht werden. Niedrig hingegen war die Aufklärung beim Diebstahl aus- und an KFZ, einfachen Diebstahl und schweren Diebstahl mit 12,5 bis 42 Prozent. „Im Zusammenhang mit der Straftatenaufklärung ermittelte die PI Ebern im Jahr 2020 insgesamt 269 Tatverdächtige, 2019 waren es 233“, sagte EPHK Detlef Hauck und PHK Warmuth ergänzte: „Es konnten 213 männliche und 56 weibliche Täter ermittelt werden, 2019 waren es 175 Männer und 58 Frauen.“ Der Anteil der Tatverdächtigen unter 21 Jahren an den Gesamtstraftaten erhöhte sich um 9,14 auf 35,32 Prozent. „Der Anteil der alkoholisierten Tatverdächtigen lag dabei insgesamt beim 10,78 Prozent. Das ist im Vergleich zum Vorjahr erfreulicher Weise ein Rückgang von 5,53 Prozent“, so Dienststellenleiter Detlef Hauck. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen betrug 2020 12,44 Prozent, im Vorjahr 13,73 Prozent. Kinder und Jugendliche waren an der Gesamtkriminalität mit der Zahl von 66 oder 12,67 Prozent (Vorjahr 10,93) beteiligt. Täter waren bis zum Alter von vierzehn Jahren 28 (Vorjahr 14) Personen, und bei den 14 bis 18-jährigen 38 (26).

Lob an Bürger für die Einhaltung der Corona-Maßnahmen

„Die aktuellen Entwicklungen um das Coronavirus lassen auch uns in Ebern nicht außen vor“, sagte Hauck. Er machte deutlich, dass die Einsatzfähigkeit zum Schutz der Bevölkerung und Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, rund um die Uhr gewährleistet sei. „In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass unsere Beamtinnen und Beamten häufig telefonisch um Auskunft gebeten wurden, welche Bestimmungen im Landkreis Haßberge gelten“, so PHK Warmuth. „Auch die Einhaltung der Hygienevorschriften nach dem Infektionsschutzgesetz waren 2020 ein Teil des Aufgabenportfolios der Polizei in Ebern, wobei ich grundsätzlich sagen kann, dass sich der überwiegende Teil der Bevölkerung im Bereich Ebern sehr gut an die jeweiligen Vorgaben hält, was mich sehr freut“, so der PI-Leiter.

Weiterer Bedarf an Aufklärung bei Telefonbetrug

Betrug am Telefon und an der Haustür sei mit altbekannten Maschen hoch im Kurs, trotz häufiger Hinweise, die vom Polizeipräsidium Unterfranken als Warnhinweise für die Bevölkerung in den Medien gesteuert werden, fallen immer wieder, vor allem Ältere, auf die Maschen der Betrüger rein, machte Bernhard Warmuth deutlich.

Auch die Präventionsarbeit habe auf seiner Dienststelle 2020 eine hohen Stellenwert, wobei Corona bedingt ein Großteil von Vorträgen abgesagt werden musste. Hauck verwies auf überregionale Präventionsarbeit im Bereich des „Callcenter Betrugs“ und den damit verbundenen finanziellen Schaden aber auch mit den psychischen Folgen für die Betroffenen mit der Kampagne „Leg auf.“ Der Dienststellenleiter und sein Vertreter mahnten eindringlich zur Vorsicht bei dubiosen Anrufen und sagten unisono: „Unsere Bürgerinnen und Bürger können jederzeit bei ihrer Polizeidienststelle anrufen und um Rat fragen.“

Hauck und Warmuth wollen mit ihren Beamtinnen und Beamten rund um die Uhr weiter Garant dafür sein, dass man im Dienstbereich der PI Ebern sicher leben kann. Hauck bittet vor allem die Bevölkerung um Unterstützung und darum, ein waches Auge zu haben. „Greifen sie zum Telefon, wenn sie Zeuge einer Straftat werden. Denken sie daran, dass auch sie Opfer einer Straftat werden können und helfen sie uns bei unserer Ermittlungsarbeit.“

 

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