Sicher könne man über die einzelnen Maßnahmen unterschiedlicher Meinung sein, räumt Bürgermeister Hennemann ein: „Aber Maßnahmen werden nicht erlassen, um Bürger zu schikanieren, sondern um sie zu schützen und Leben zu retten. Besonders die Beschäftigten in den Krankenhäusern wissen um die Wirksamkeit der Maßnahmen.“
Freie Meinungsäußerung sei im Grundgesetz garantiert. Diese könne auf Demonstrationen und Versammlungen geäußert werden. Dafür gebe es aber Regeln, die für alle gelten, so der Bürgermeister: „Veranstaltungen oder Versammlungen sind anzumelden. Ein Verantwortlicher zu benennen. Aufrufe, die diese Regeln umgehen wollen, sollten nicht unterstützt werden.“ Stattdessen solle man sich „Deutschlands größter Coronademo“ anschließen: der Impfkampagne. „Jeden Tag gehen Hunderttausende auf die Straße, um sich impfen zu lassen“, schließt der Bürgermeister: „Damit schützen Sie sich und andere.“
Auch die Eberner Grünen haben sich zur geplanten Veranstaltung positioniert. Natürlich sei es das Recht freier mündiger Bürger, spazieren zu gehen, heißt es in der Stellungnahme von Ortsverbandssprecherin Barbara Hahnlein. Der Aufruf „Wir lassen uns nichts mehr gefallen“ suggeriere jedoch „eine Art unnötige Kampfansage“: „Spaziergang gegen die Spaltung? In unserem Land hat jeder die gleichen Bürgerrechte und bekommt die gleiche medizinische Hilfe. Also wo kann hier von Spaltung die Rede sein?“, heißt es weiter. Die Coronamaßnahmen seien weder unverhältnismäßig in Anbetracht der Lage, noch gebe es einen erneuten Lockdown: „Die Aktion stößt deshalb bei uns auf Unverständnis und Ablehnung.“