Ebersdorf bei Coburg Mondi investiert Millionen in Schumacher

Langfristig erfolgreich sein will das börsennotierte Verpackungs- und Papierunternehmen mit Hauptsitz im Vereinigten Königreich nach der Übernahme von Schumacher Packaging in Ebersdorf. Zudem hat Mondi einen großen Wunsch.

So wird aus Papier Wellpappe: Markus Skiba (rechts) erläutert (nach links) Landrat Sebastian Straubel, Bürgermeister Tom Schultheiß und Florian Eckardt von der Wirtschaftsförderung die Herstellung von Verpackungskartons. Foto: Landratsamt Coburg/Berthold Köhler

Selbst für einen Konzern, der 100 Standorte in 30 Ländern hat, war der Kauf von Schumacher Packaging keine alltägliche Angelegenheit. Denn allein schon wegen seiner für den europäischen Markt geographisch guten Lage stellt das Ebersdorfer Werk für Mondi einen „echten Glücksgriff“ dar. So steht es in einer Pressemitteilung des Landratsamts zum „Unternehmerdialog“, den Landrat Sebastian Straubel (CSU) regelmäßig bei Firmenbesuchen in der Region führt.

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Markus Skiba, seit dem vergangenen Jahr bei Mondi unter anderem auch für Ebersdorf verantwortlich, strahlt demnach „großen Optimismus“ aus. Und wird zitiert mit: „Wir haben hier in Ebersdorf alle Zutaten, um langfristig sehr, sehr erfolgreich zu sein.“

Gute Verkehrsanbindung im Coburger Land

Dass die Zukunftsperspektive für den Standort Ebersdorf gut zu sein scheint nach dem Übernahme-Krimi, freut Sebastian Straubel: „Wenn ein Weltmarkt-Unternehmen wie Mondi den Landkreis Coburg als starken Wirtschaftsstandort zu schätzen weiß, dann ist das ein gutes Zeichen für unsere Region.“ Das Coburger Land biete mit seiner guten Verkehrsanbindung sowie motivierten und gut ausgebildeten Arbeitskräften international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen.

Beim Gang durch die Produktionsstätten nahm Markus Skiba seine Gäste – neben dem Landrat und Florian Eckardt von der Landkreis-Wirtschaftsförderung auch Bürgermeister Tom Schultheiß – mit zum großen Hochregallager. Dort ist Platz für 55.000 Paletten, auf denen hauptsächlich Versandkartons gelagert sind. Fürs Gemüse aus dem Nürnberger Knoblauchsland, für große Kraftfahrzeugteile – und natürlich für alle Sparten des Online-Handels.

Großes Lager als Wettbewerbsvorteil

Aus dem großen Lager heraus schnell auf die Bedürfnisse der Kunden reagieren zu können, stellt für Mondi einen erheblichen Wettbewerbsvorteil dar. Gerade die umsatzstarken Online-Händler, sagt Markus Skiba, sind für den Lieferanten der Versandkartons eine organisatorische Herausforderung: „Es gilt, quasi täglich sehr flexibel auf die Kundenwünsche reagieren zu können.“

Der Einsatz moderner digitaler Drucker ermöglicht es Mondi laut der Pressemitteilung, schnell und preislich interessant Versandkartons individuell zu gestalten. Florian Eckardt, stellvertretender Leiter der Landkreis-Wirtschaftsförderung, zeigt sich beeindruckt von dem, was Mondi in Ebersdorf produzieren kann: „Das Unternehmen entwickelt diesen Standort konsequent weiter und stellt ihn damit zukunftsfähig auf. Es ist beeindruckend, wie viel Innovationskraft heute in Wellpappe und modernen Verpackungslösungen steckt.“

Mit dem Kauf von Schumacher Packaging hat Mondi – einer der wichtigsten Player im Weltmarkt – einen großen Schritt nach vorne gemacht. Ebersdorf ist mit seiner Produktionskapazität das leistungsfähigste Werk in Europa. Bis zu eine Million Quadratmeter Wellpappe werden derzeit in Ebersdorf produziert, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 240 Millionen Quadratmeter, durchaus noch mit Luft nach oben. „Wir können noch bis zu 30 Prozent zulegen“, sagt Markus Skiba.

Um den Standort Ebersdorf zu stärken, hat Mondi einen Drei-Jahres-Plan mit Gesamtinvestitionen von gut 15 Millionen Euro aufgestellt. Nach der Umstellung auf die vollautomatische Maschinenbestückung soll dabei der Gabelstapler-Verkehr in den Werkshallen bis Ende des Jahres Geschichte sein, neu gestaltete Pausenräume und Toiletten sind weiche Faktoren für mehr Aufenthaltsqualität im Alltag der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Reaktivierung des Bahngleises als Unternehmenswunsch

Trotz 120 werkseigener Lkw und einer Logistik im Drei-Schicht-Betrieb: Wenn Markus Skiba einen Wunsch frei hätte, dann wäre es die Reaktivierung des Bahn-Gleises zur Anlieferung der großen Rohpapier-Rollen. Hier laufen zwar Gespräche mit der Deutschen Bahn, aber in einem eher überschaubaren Tempo.

Tom Schultheiß und Sebastian Straubel wissen zwar, dass sie auf diese unternehmerische Entscheidung der Bahn nur sehr beschränkt Einfluss nehmen können. Aber sie sind sich einig: Allein schon wegen der rasant steigenden Treibstoffkosten sei der Güterverkehr auf der Schiene eine Alternative, die von politischer Seite aktive Unterstützung verdient habe.