EGZ in Ebersdorf 50 Jahre Treffpunkt der Jugend

Alexandra Kemnitzer
Vo 50 Jahren gab die Catfish Blues Band ihr Debüt im EGZ. Foto: privat

Die Discoabende waren legendär, ebenso die Folksessions. Im evangelischen Gemeindezentrum in Ebersdorf war immer etwas los – und das ist auch heute noch so.

Schon vor fünf Jahrzehnten waren dem Pfarrer Udo Aschoff und dem Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde die Jugendarbeit sehr wichtig. Deshalb wurden beim Bau des evangelischen Gemeindezentrums (EGZ) in Ebersdorf entsprechende Räume im Kellergeschoss berücksichtigt und von der Gemeinde mit über 80 000 D-Mark bezuschusst. Seither ist dort immer etwas los, denn die Angebote stehen nach wie vor bei den jungen Leuten hoch im Kurs. Unter dem Motto „50 Jahre Jugend“ wird heute und morgen das Jubiläum mit Spaß, Action und Erinnerungen gebührend gefeiert.

1976 schrieb Pfarrer Aschoff in einem Infobrief: „Ziel der Jugendarbeit ist es, den Jugendlichen zunächst einmal einen Treffpunkt zu bieten, das Zusammenwirken in einer freien Gruppe zur Freizeitgestaltung einzuüben, zu lernen, Verantwortung für andere zu übernehmen und von daher nach den Grundlagen menschlichen Lebens, dem christlichen Glauben, zu fragen.“

Aus jedem Konfirmandenjahrgang bildete sich eine neue Gruppe. Unter diskreter Aufsicht und Anleitung konnten sich diese in einem geschützten Raum treffen. Es wurde gewerkelt, gekocht, gesungen, musiziert, diskutiert und Veranstaltungen durchgeführt. Begleitet wurde die Jugendarbeit von Regionaljugenddiakon Gottfried Posch und Jugenddiakon Joachim „Joe“ Handke.Im Laufe der Zeit gab es nachmittags auch eine offene Jugendarbeit mit Kicker und Tischtennisplatten im Spielflur. Als erster „Zivi“ war Arno Foltin tätig. Immerhin gab es 1976 bereits zehn Jugend- und zwei Jungschargruppen. Für musikalische Veranstaltungen und den jährlichen Fasching „Jung für Alt“ halfen die Gruppen zusammen. Einen hohen Stellenwert hatten die Discoabende. Die älteste Jugendgruppe „Rondo“ hat heute einen eigenen Stammtisch. „Etwas Besonderes waren die großen Faschingsveranstaltungen, Teilnahmen an Rallyes oder Auslandsfreizeiten, die zum Beispiel nach Finnland oder England führten“, erzählt Ulrike Scholz, die damals selbst Mitglied einer Jugendgruppe war und später im Jugendausschuss des Kirchenvorstandes mitwirkte.

„Während der fünf Jahrzehnte hat sich die Welt der Kinder und Jugendlichen grundsätzlich geändert“, so Scholz. Aus den festen Gruppen hat sich daher immer mehr offene Jugendarbeit mit besonderen Angeboten entwickelt. Seit einigen Jahren gibt es zwischen der Kirchengemeinde und der Kommune eine Kooperation zur Betreuung der Kinder und Jugendlichen. Hier reicht neben den offenen Treffs die Bandbreite von Kinder- und Jugenddisco über Spielnachmittage, Kreativ- und Kochkurse bis hin zu Ferienprogrammen und Kino für Kinder. Bei so viel Auswahl und Angeboten ist es kein Wunder, dass der Zuspruch nach wie vor sehr hoch ist.

Ein Grund dafür ist das junge und dynamische Team. Mit drei hauptamtlichen Mitarbeitern ist die Jugendarbeit gut aufgestellt, denn als Träger kooperieren die Kirchengemeinde Sankt Laurentius und die politische Gemeinde. Außerdem wird das Team von ehrenamtlichen Jugendlichen unterstützt und ist mit vielen weiteren Partnern vernetzt. So wird auch künftig das EGZ ein beliebter Treffpunkt sein. Zudem kann es von der jungen Generation auch als Anlaufstelle bei Problemen gesehen werden.

Das Programm

Heute, Samstag, 21 Mai: 14 Uhr Eröffnung; 14.30 Uhr bis 17 Uhr Tag der offenen Tür mit Kinderflohmarkt, Hüpfburg, Workshops, Ausstellungen; 18 bis 22 Uhr Catfish Blues Band live und Oldies-Disco mit DJ Soundflash 70er/80er

Morgen, Sonntag, 22 Mai: 10 Uhr Festgottesdienst auf der Dorfwiese mit anschließendem Frühschoppen im EGZ.

Der Erlös aus den Jubiläumstagen, für die kein Eintritt erhoben wird, kommt der Kinder- und Jugendarbeit im EGZ zugute.

 

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