Ehemaliges Krankenhaus Hofheim Im ersten Stock ist jetzt ein Amt

Das Krankenhaus in Hofheim musste 2017 schließen, nun beherbergt es Abteilungen aus dem Landratsamt. Für barrierefreien Zugang sorgen Rampe und Aufzug.. Foto: /Tanja Kaufmann

Vom Krankenhaus zum Behördenstandort: Veterinäramt und Naturparkverwaltung ziehen von Haßfurt nach Hofheim. Dort erwarten die Mitarbeiter neue, große Räume.

Hofheim - Das Schild sieht beinahe genauso aus. In der Eichelsdorfer Straße in Hofheim, Ecke Robert-Koch-Straße, weist wie fast immer schon eine schlanke Aluminiumtafel den Weg: „Landratsamt Haßberge, Dienststelle Hofheim in Ufr.“ heißt es da heute. Bis vor wenigen Jahren war hier noch „Haßberg-Kliniken, Haus Hofheim“ zu lesen. Das Hofheimer Krankenhaus gibt es nicht mehr. 2017 wurde es wegrationalisiert, zum Ende des Jahres 2019 fielen dann Grundstück und Gebäude an den Landkreis zurück, der es dem Kommunalunternehmen bei dessen Gründung 2004 übereignet hatte. Vor fast genau vier Jahren wurden Ende Juni 2017 die letzten Mitarbeiter verabschiedet. Nach 122 Jahren ging damit die Geschichte des Hofheimer Krankenhauses zu Ende.

Was bleibt, ist das Gebäude aus dem Jahr 1895, über die Jahre mit Anbauten versehen und immer wieder saniert, zuletzt 1996. Teilweise ist aus dem Kranken- ein Ärztehaus geworden und aus der stationären medizinischen Versorgung eine ambulante: Im Erdgeschoss hat das Medizinische Versorgungszentrum Haßfurt (MVZ) mit Innerer Medizin, Cardiozentrum und Orthopädie Einzug gehalten. Und während die zuletzt 25 Betten und ein Teil der 15 Pflegekräfte nach Haßfurt wanderten, geht auf dem Behördenweg die Richtung nun genau andersrum: Das Veterinäramt ist bereits vom Haßfurter Landratsamt aus nach Hofheim umgezogen, eine Filiale der Kfz-Zulassungsstelle (bisher in der Innenstadt) und das Büro des Naturparks Haßberge werden im Obergeschoss des ausgedienten Krankenhauses folgen. Eine Behördenverlagerung gewissermaßen, im kleineren Stil.

Den Umzug von Haßfurt nach Hofheim musste man, wie das bei Umverlagerungen so ist, den Mitarbeitern der Abteilung Verbraucherschutz (bislang im Landratsamts-Untergeschoss Herrenhof 1, bestehend aus Veterinäramt und Lebensmittelüberwachung) erst schmackhaft machen, wie Landrat Wilhelm Schneider gesteht. Mit der Schaffung von niegelangelneuen Büroräumen, luftig durch die Raumhöhe des Klinikgebäudes, mit großen Fenstern und großzügigem Schnitt, ordentlich Parkplätzen vor der Tür und auch Einkaufsmöglichkeiten für die Mittagspause, scheint das mehr als geglückt. Gut so, denn der Umzug gelte „nicht nur für zwei, drei Jahre“, wie Wilhelm Schneider betonte, „sondern für eine längere Zeit“.

Zufrieden ist auch Architekt Jürgen Bergmann, der für den Ausbau verantwortlich zeichnet. Wie er den Mitgliedern des Kreis-Bauausschusses am Donnerstag berichten konnte, hatte man dank niedriger Zusatzkosten gleich alle Räume hergerichtet. Ursprünglich waren 553 Quadratmeter, gemäß dem Platzbedarf der Abteilungen, mit einer Kostenschätzung von rund 800 000 Euro angesetzt worden, für „nur“ 100 000 Euro mehr (plus Baunebenkosten) war nun aber gleich fast die doppelte Fläche (1074 Quadratmeter) drin. Und „Bedarf ist ja immer“, wie der Landrat feststellte.

Komplett stillgelegt ist nun allerdings das nicht mehr genutzte Dachgeschoss, schon aus Brandschutzgründen. „Das lässt sich ohne Weiteres auch nicht mehr reaktivieren“, so Jürgen Bergmann. Der Hofheimer Architekt machte noch auf ein „mittelfristiges Problem“ aufmerksam: Das Dach mit seiner relativ flachen Neigung sei extrem anfällig und durch den Abbau der Lichtkuppeln nur provisorisch vor den ärgsten Regengüssen geschützt. Eine Kompletterneuerung müsse der Kreis also „mal im Hinterkopf behalten“. Wenn, dann natürlich nicht noch einmal flach und wenn möglich mit Fotovoltaik, wie die Kreisräte gleich einwarfen. Letzteres sei bei jeder neuen Maßnahme im Kreis mittlerweile Standard, beruhigte Landrat Schneider.

Standard ist heute auch ein barrierefreier Zugang, der in Hofheim durch eine Rampe am Haupteingang und einen Aufzug gegeben ist. Im Obergeschoss geht es dann auf der einen Seite zu Kfz-Zulassung und Naturpark, auf der anderen Seite zur Abteilung Verbraucherschutz. Dort ist David Jenatschke mit seinen Kollegen bereits eingezogen und fühlt sich mittlerweile richtig wohl hier. Freilich sei es in Haßfurt praktischer gewesen, sich mit anderen Abteilungen mal eben über die Flure hinweg auszutauschen. „In den ersten Wochen war das Telefon unser wichtigstes Utensil“, schmunzelt er. Doch nicht nur die im Schnitt gut zehn Quadratmeter größeren Büro-Räume sprächen für das neue Domizil. So gibt es nun gleich zu Beginn eine Empfangstheke, abgetrennt mit einer Plexiglasscheibe. „Besser für den Datenschutz“, wie David Jenatschke bemerkt, konnten in Haßfurt die Besucher doch schon sehr nah über die Schulter gucken. Und auch eine gewisse Distanz sei bei einer „Eingriffsbehörde“, wo das Amt also schon einmal zum emotionalen wie finanziellen Nachteil des einen oder anderen handeln muss, nicht verkehrt. Weiterer Vorteil sei, dass es in Hofheim einen separaten Kellereingang gibt, die Tierkadaver also nicht mehr durch die Büroräume zur Kühlung gebracht werden müssen.

Neu ist auch, dass es in Hofheim nun ein zentrales Trichinenlabor für den gesamten Landkreis gibt. Der zentrale Raum ist hier praktischerweise an die Verwaltung angegliedert; dreimal pro Woche wird hier durch Fleischbeschaupersonal untersucht.

Dies hatte bislang in Pfarrweisach für den nördlichen und in Unterhohenried für den südlichen Landkreis stattgefunden – Jäger aus dem Steigerwald haben nun also eine längere Fahrt, zumal der Bamberger Schlachthof seit Corona keine „Externen“ mehr hineinlässt. Erste Beschwerden habe es bereits gegeben, so der Landrat. Oder, wie der Eberner sagen würde: So ist das, wenn der Süden eben auch mal in den Norden fahren muss.

Nicht mehr mit nach Hofheim umgezogen ist der ehemalige Leiter des es Amtes für Verbraucherschutz und Veterinärwesen, Dr. Werner Hornung. Der 62-Jährige ist nach 13 Jahren an der Spitze Ende April aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand verabschiedet worden. Die Stelle sei aber bereits ausgeschrieben, wie der Landrat erfreut berichten konnte. Das Chefbüro ist jedenfalls schon hergerichtet.

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